3. November 2018 / Allgemein

18 eindrucksvolle „Jahrhundertzeugen“ im Portrait

am 8.Nov. um 19:30 Uhr

18 eindrucksvolle „Jahrhundertzeugen“ im Portrait

18 eindrucksvolle „Jahrhundertzeugen“ im Portrait
Der Magnat Berthold Beitz begegnet kurz vor seinem Tod einem der von ihm geretteten Juden wieder.
Sophie Scholls Schwester Inge erinnert sich in bislang verborgenen privaten Aufzeichnungen an deren
letzte Stunden. Ewald-Heinrich von Kleist, der letzte überlebende Mitverschwörer des 20. Juli 1944,
erzählt, wie er den „Führer“ töten wollte. Und Anne Franks letzter Verwandter fährt zu ihrem Grab nach
Bergen-Belsen. Für sein Buch „Jahrhundertzeugen“ hat Tim Pröse wichtige Zeugen gegen Hitler über
viele Jahre begleitet und erzählt in 18 eindrucksvollen Porträts von ihrem Leben und ihrer Botschaft. Am
Donnerstag, 8. November, ist der Autor bei den 3. Verler Literaturtagen zu Gast. Die Lesung im
Heimathaus beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Mit großem Einfühlungsvermögen ist es Tim Pröse gelungen, sich den letzten Helden gegen Hitler
menschlich anzunähern und ihr Erlebtes vom Gestern ins Heute zu holen. Ein sehr persönlich erzähltes
Stück Zeitgeschichte über Ausnahmemenschen. Für sein Buch traf er unter anderem Jurek Rotenberg
und dessen Retter Berthold Beitz. Er sprach mit Franz Hirth, dem Neffen des Hitler-Attentäters Georg
Elser. Er begleitete Anne Franks Cousin Buddy Elias nach Bergen-Belsen. Hans-Erdmann Schönbeck
schilderte ihm, wie er Stalingrad und den 20. Juli überlebte. Er begegnete dem Sohn von Wilm
Hosenfeld, bekannt aus dem Film „Der Pianist“, Oskar Schindlers Ehefrau Emilie sowie dem Sohn von
Graf Stauffenberg und ließ sich ihre Erinnerungen schildern. Und Hans Rosenthal erzählte ihm, wie er
sich in einem Schrebergarten versteckte, um dem Holocaust zu entkommen.
Ob Widerstandskämpfer, Lebensretter, Holocaust-Überlebender oder deren Hinterbliebenen – die
Lebenswege dieser besonderen Menschen beeindrucken gerade in unserer so unruhigen Zeit. Sich
gegen Hitler zu stellen, zu überleben und trotzdem immer wieder aufzustehen, macht Mut für den
Umgang mit Terror und Krieg, Flucht und Vertreibung – Themen, die heute wieder aktueller denn je sind.
Tim Pröse, geboren 1970 in Essen, ist Autor und freier Journalist in München. Schon früh arbeitete er für
mehrere Tageszeitungen, war schließlich Chefreporter der Münchner Abendzeitung. 2002 wurde er
Redakteur beim Focus und schrieb dort viele zeitgeschichtliche Porträts und Reportagen in den Ressorts
„Menschen“ und „Reportage“.

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