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Innovative Konzepte für das Klassenzimmer

Gütersloh. Ein Patentrezept für den optimalen Schulunterricht gibt es nicht. Doch mit didaktischen Methoden, praktischen Lernkonzepten und individuellen Förderaufgaben können Lehrkräfte mehr Abwechslungsreichtum in ihr Klassenzimmer bringen und so besser auf ihre Schülerinnen und Schüler eingehen. Um neue Impulse zu sammeln und sich untereinander auszutauschen, haben sich etwa 70 Pädagogen zum Fachtag ‚Unterricht in Vielfalt gestalten‘ im Kreishaus Gütersloh getroffen. Dazu hat das Schulamt für den Kreis Gütersloh zusammen mit dem örtlichen Kompetenzteam NRW sowie der Inklusionsfachberatung und -koordination verschiedene Workshops organisiert.

Jedes Kind ist einzigartig. „Deswegen muss auch der Unterricht so vielfältig sein, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler davon profitieren“, erklärte Stephan Kern, Schulrat für den Kreis Gütersloh. Denn Gleichaltrige haben nicht immer denselben Entwicklungs- oder Lernstand. „Ein gutes Beispiel ist der Wechsel nach der vierten Klasse auf die weiterführende Schule“, sagte Maximilian Kuntze, Schulrat für Förderschulen im Kreis Gütersloh. Laut den Experten zeigen sich hier die unterschiedlichen Vorkenntnisse der Kinder in den einzelnen Fächern besonders deutlich. „Einfach den Stoff durchziehen und darauf hoffen, dass irgendwann alle auf dem gleichen Stand sind, ist keine Option“, unterstrich Kuntze.

Gruppenarbeit, Medieneinsatz, spielerisches Lernen und vieles mehr – In den einzelnen Workshops konnten die Pädagogen je nach ihren Unterrichtsfächern Aufgaben selber ausprobieren, Methoden diskutieren und neue Ideen entwickeln. Was kann in der Schulstunde helfen, den Stoff zu vermitteln? Wie können die Kinder entsprechend ihrer individuellen Stärken und Schwächen gefördert werden? Welche Konzepte wenden Lehrkräfte bereits an und an welcher Stelle können sie verbessert werden? Die Selbstreflexion spielte eine große Rolle. „Je nach Fach gibt es verschiedene Ansatzpunkte. Sachunterricht kann zum Beispiel viel offener gestaltet werden als Mathematik. Aber auch da gibt es Möglichkeiten“, verriet Kern.

Zum erfolgreichen Lernen gehöre außerdem ein angenehmes Klassenklima sowie gegenseitige Wertschätzung. Dazu empfehlen die Experten zum Beispiel die Einführung einer Kinderkonferenz. In der können die Schüler ihre Anliegen diskutieren und sie anschließend ihrer Klassenlehrerin oder ihrem Klassenlehrer vortragen.

Der Fachtag richtete sich an Pädagogen aller Schulformen und Jahrgangsstufen. Kern: „Wir bemühen uns, den Lehrkräften im Kreisgebiet regelmäßig Fortbildungstagungen anzubieten und ihnen einen Raum für den fachlichen Austausch zu geben.“

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