3. Mai 2017 / Allgemein

Zuwendungsbescheid zur Carbonisierung der Gartenabfälle

Kommunale Gartenabfälle werden zu Bioholzkohle

Zuwendungsbescheid zur Carbonisierung der Gartenabfälle

Zuwendungsbescheid zur Carbonisierung der Gartenabfälle
 
Für den Bau einer Carbonisierungsanlage, in der Gartenabfälle in Bioholzkohle umgewandelt werden können, hat das Bundesumweltministerium der Stadt Verl jetzt eine Förderung in Höhe von 80 Prozent zugesagt. Der Zuwendungsbescheid über 962.038 Euro aus Mitteln der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ sei mit Schreiben vom 27. April im Rathaus eingegangen, berichtete Bürgermeister Michael Esken in der Ratssitzung am Dienstag.    
Die Idee ist, kommunale Gartenabfälle maschinell zu Bioholzkohle zu verglühen, die dann – mit Nährstoffen angereichert – dem bereits jetzt hergestellten Verler Bodensubstrat beigemischt werden könnte. „So würde ein Bodensubstrat entstehen, das ähnlich einer Terra Preta-Erde über herausragende ökologische Eigenschaften verfügt. Denn die Kohlenstoffbeimischung bewirkt, dass sich in dem Substrat Humusverbindungen aufbauen, die für Jahrhunderte dem mikrobiellen Abbau im Boden widerstehen und so die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig verbessern“, erläutert Dr. Kurt Peitzmeier, bei der Verwaltung zuständig für den Bereich Umwelt. Auch das Klima profitiere, denn der Kohlenstoff, den die Pflanzen aus dem CO2 der Atmosphäre aufgenommen haben, werde nicht wie bei der Kompostierung oder Vergärung wieder zurück in die Atmosphäre ausgegast, sondern langfristig in den Boden zurückgebracht, aus dem er ursprünglich in Form von Kohle, Erdöl oder Erdgas entnommen wurde. So lasse sich der Kohlenstoffkreislauf schließen.   
„Zudem binden die Kohlenstoff-Humusverbindungen der Terra Preta die Bodennährstoffe so fest an sich, so dass sie kaum noch vom Regenwasser ins Grundwasser ausgespült werden können. Die Düngung wird so effektiver und das Grundwasser geschont“, sagt Dr. Peitzmeier. Darüber hinaus liefere die Anlage Wärme für zirka 100 Haushalte, die direkt in das Verler Fernwärmenetz eingespeist werden könnte.   
Entstehen könnte die Carbonisierungsanlage auf dem Gelände des Biomasseheizwerks am Meierhof. Geschätzte Kosten: 1,2 Millionen Euro. Nach Abzug der Förderung durch das Bundesumweltministerium müsste die Stadt noch knapp 240.000 Euro Eigenmittel aufbringen. Die Entscheidung, ob und in welcher Form die Carbonisierungsanlage tatsächlich gebaut wird, liegt bei der Politik. Bevor das Thema auf die Tagesordnung kommt, muss die Verwaltung allerdings erst noch zahlreiche Fragen in rechtlicher, technischer und wirtschaftlicher Hinsicht klären.

Meistgelesene Artikel

Tote bei Gewalttaten im Umfeld von Hochschulen in den USA
Aus aller Welt

Zwei Schauplätze, Tausende Kilometer voneinander entfernt: In den USA sind mehrere Menschen Gewalttaten auf oder nahe dem Campus von Universitäten zum Opfer gefallen.

weiterlesen...
Journalist und Sprachkritiker Wolf Schneider gestorben
Aus aller Welt

Was ist gutes Deutsch? Wolf Schneider hatte in seinen Büchern die Antwort parat. Er zählte zu den bekanntesten Journalisten des Landes, bildete Generationen von Medienschaffenden aus. Nun ist er gestorben.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Zukünftig mehr alte und weniger arbeitende Menschen
Aus aller Welt

In den kommenden Jahren wird es in Deutschland mehr alte Menschen geben, die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter hingegen könnte sinken. Das Ergebnis: mehr Pflegebedürftige und weniger Arbeitende.

weiterlesen...
Nach Kollision - Neue Gleise zwischen Hannover und Berlin
Aus aller Welt

Seit der Güterzug-Kollision auf der viel genutzten Strecke laufen die Reparaturarbeiten auf Hochtouren. Auch die Oberleitungen werden erneuert. Schon bald könnte es aber wieder freie Fahrt geben.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Kitas: Info-Tag mit individuellen Terminen
Allgemein

Am 02. Oktober ist Informationstag

weiterlesen...
Saisonende und Hundeschwimmen
Allgemein

Ende der Verler Freibad-Saison

weiterlesen...