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Zuwendungsbescheid zur Carbonisierung der Gartenabfälle

Zuwendungsbescheid zur Carbonisierung der Gartenabfälle

Zuwendungsbescheid zur Carbonisierung der Gartenabfälle
 
Für den Bau einer Carbonisierungsanlage, in der Gartenabfälle in Bioholzkohle umgewandelt werden können, hat das Bundesumweltministerium der Stadt Verl jetzt eine Förderung in Höhe von 80 Prozent zugesagt. Der Zuwendungsbescheid über 962.038 Euro aus Mitteln der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ sei mit Schreiben vom 27. April im Rathaus eingegangen, berichtete Bürgermeister Michael Esken in der Ratssitzung am Dienstag.    
Die Idee ist, kommunale Gartenabfälle maschinell zu Bioholzkohle zu verglühen, die dann – mit Nährstoffen angereichert – dem bereits jetzt hergestellten Verler Bodensubstrat beigemischt werden könnte. „So würde ein Bodensubstrat entstehen, das ähnlich einer Terra Preta-Erde über herausragende ökologische Eigenschaften verfügt. Denn die Kohlenstoffbeimischung bewirkt, dass sich in dem Substrat Humusverbindungen aufbauen, die für Jahrhunderte dem mikrobiellen Abbau im Boden widerstehen und so die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig verbessern“, erläutert Dr. Kurt Peitzmeier, bei der Verwaltung zuständig für den Bereich Umwelt. Auch das Klima profitiere, denn der Kohlenstoff, den die Pflanzen aus dem CO2 der Atmosphäre aufgenommen haben, werde nicht wie bei der Kompostierung oder Vergärung wieder zurück in die Atmosphäre ausgegast, sondern langfristig in den Boden zurückgebracht, aus dem er ursprünglich in Form von Kohle, Erdöl oder Erdgas entnommen wurde. So lasse sich der Kohlenstoffkreislauf schließen.   
„Zudem binden die Kohlenstoff-Humusverbindungen der Terra Preta die Bodennährstoffe so fest an sich, so dass sie kaum noch vom Regenwasser ins Grundwasser ausgespült werden können. Die Düngung wird so effektiver und das Grundwasser geschont“, sagt Dr. Peitzmeier. Darüber hinaus liefere die Anlage Wärme für zirka 100 Haushalte, die direkt in das Verler Fernwärmenetz eingespeist werden könnte.   
Entstehen könnte die Carbonisierungsanlage auf dem Gelände des Biomasseheizwerks am Meierhof. Geschätzte Kosten: 1,2 Millionen Euro. Nach Abzug der Förderung durch das Bundesumweltministerium müsste die Stadt noch knapp 240.000 Euro Eigenmittel aufbringen. Die Entscheidung, ob und in welcher Form die Carbonisierungsanlage tatsächlich gebaut wird, liegt bei der Politik. Bevor das Thema auf die Tagesordnung kommt, muss die Verwaltung allerdings erst noch zahlreiche Fragen in rechtlicher, technischer und wirtschaftlicher Hinsicht klären.

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