18. August 2025 / Aus aller Welt

Mette-Marits Sohn Marius Borg Høiby droht lange Haftstrafe

Vor einem Jahr sind erstmalig Gewaltvorwürfe gegen den norwegischen Prinzessinnen-Sohn bekanntgeworden. Seitdem kamen immer neue Vorwürfe hinzu. Jetzt gibt es eine neue Entwicklung.

Marius Borg Høiby, hier im Jahr 2022 an der Seite seiner Mutter Kronprinzessin Mette-Marit. (Archivbild)
von Miriam Arndts und Steffen Trumpf, dpa

Er gehört zur Königsfamilie - doch das soll Marius Borg Høiby in dem anstehenden Gerichtsverfahren weder helfen noch schaden. Das unterstreicht der Staatsanwalt Sturla Henriksbø, als er die Straftaten auflistet, wegen derer der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit angeklagt ist. Dabei geht es unter anderem um den Vorwurf der Vergewaltigung.

«Mit wem er verwandt ist, hat natürlich Einfluss auf das mediale Interesse an dem Fall, soll aber keinerlei Bedeutung für die Frage der Anklage oder das Strafmaß haben, das ihn erwartet, falls er schuldig gesprochen wird», sagte der Staatsanwalt vor der versammelten Presse in Oslo. Das Strafmaß, das Høiby erwartet, liegt demnach bei bis zu zehn Jahren Haft.

Details zur Anklage

Rund ein Jahr nach dem Aufkommen erster Gewaltvorwürfe gegen den 28 Jahre alten Stiefsohn von Kronprinz Haakon erhob die Staatsanwaltschaft in Oslo am Montag Anklage gegen Høiby. Insgesamt ist er in 32 Punkten angeklagt - darunter neben dem Vorwurf der Vergewaltigung auch wegen Misshandlung in engen Beziehungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung sowie Verstößen gegen Besuchsverbote. Der Gerichtsprozess wird nach Angaben des Staatsanwalts wahrscheinlich Mitte Januar 2026 beginnen.

Høiby ist das älteste der drei Kinder von Mette-Marit, die am Dienstag 52 Jahre alt wird; er stammt aus einer früheren Beziehung. Zusammen mit Thronfolger Haakon (52) hat die Kronprinzessin zwei weitere Kinder: die vor Kurzem zum Studium nach Sydney gezogene Erbprinzessin Ingrid Alexandra (21) und den Prinzen Sverre Magnus (19). Høiby gehört zwar zur Königsfamilie, trägt aber keinen Prinzentitel und ist auch kein offizielles Mitglied des norwegischen Königshauses.

Alkohol, Kokain und Festnahmen

Trotzdem drehen sich die royalen Schlagzeilen in Norwegen seit rund einem Jahr immer wieder um Høiby. Nach ersten Vorwürfen zu Körperverletzung und Sachbeschädigung hatte er im August 2024 eingeräumt, unter Alkohol- und Kokain-Einfluss gegenüber seiner damaligen Freundin gewalttätig geworden zu sein und Dinge in ihrer Wohnung zerstört zu haben. In einer schriftlichen Stellungnahme berichtete er damals von psychischen Problemen und davon, seit längerem mit dem Missbrauch von Drogen zu kämpfen.

Im Laufe der Ermittlungen weitete die Polizei die Anschuldigungen gegen Mette-Marits Sohn immer weiter aus. Er wurde mehrmals festgenommen und verhört. Im November 2024 saß er sogar eine Woche in Untersuchungshaft, nachdem damals neue Vorwürfe zu mehreren mutmaßlichen Sexualdelikten bekanntgeworden waren.

Skandal um Høiby hat Königsfamilie belastet

Das norwegische Königshaus wollte sich nicht direkt zu der Anklage gegen Høiby äußern. «Es ist Sache der Gerichte, diesen Fall zu behandeln und zu einer Entscheidung zu kommen. Wir haben darüber hinaus nichts hinzuzufügen», teilte die Hofsprecherin Guri Varpe der Nachrichtenagentur NTB mit.

Der Skandal um den Stiefsohn des Thronfolgers ist aber nicht spurlos an den norwegischen Royals vorbeigezogen. In einem Interview des Senders NRK Ende 2024 sagte Mette-Marit, die Ermittlungen gegen Marius hätten die königliche Familie belastet. «Es war hart. Anders kann man das nicht nennen», sagte die Kronprinzessin. «Es war wirklich, wirklich hart für uns.»

Auch König Harald V. (87) sprach im vergangenen Oktober von einem schwierigen Jahr für die königliche Familie. In einer Rede auf dem Osloer Schloss sagte Harald: «Manchmal ist das Leben einfach sehr schwer, das kann jeder erleben, auch unsere Familie.» Er ging in seiner Rede nicht direkt auf den Skandal um Høiby ein, sagte aber: «Das Königshaus ist ein Team, das gut zusammenarbeitet. Außerdem sind wir eine Familie - mit den Freuden und Herausforderungen, die, wie wir alle wissen, dazugehören können.»


Bildnachweis: © Lise Aserud/NTB/dpa
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