19. Dezember 2025 / Aus aller Welt

Anonyme Alkoholiker bieten Hilfe an den Weihnachtstagen

Die Feiertage rund um den Jahreswechsel sind für viele Menschen keine fröhliche und einfache Zeit. Die Anonymen Alkoholiker wollen speziell an diesen Tagen eine Anlaufstelle sein.

Die Anonymen Alkoholiker wollen auch an den Feiertagen eine Anlaufstelle für Hilfesuchende sein. (Illustration)
von dpa

An den Weihnachtsfeiertagen gibt es in vielen Familien und Beziehungen oftmals Streit, viele Menschen fühlen sich in dieser Zeit besonders einsam. Die Anonymen Alkoholiker (AA) bieten bundesweit über Weihnachten, Silvester und Neujahr Zusatzveranstaltungen an und sind telefonisch über ihre Hotline ansprechbar.

Gerade für Menschen mit Alkoholproblemen seien die kommenden Tage eine besondere Herausforderung, sagte ein Sprecher der Anonymen Alkoholiker. In der Gruppe würden sie aufgefangen. Deswegen bieten die Kontaktstellen der AA Sonderöffnungszeiten an.

In München zum Beispiel sei an Heiligabend bis 23.00 Uhr geöffnet, an den Weihnachtsfeiertagen bis 22.00 Uhr sowie an Silvester bis 1.00 Uhr. «Dort können Betroffene alkoholfrei ins neue Jahr feiern.» In den regionalen AA-Gruppen sowie auf der Homepage erfahren Interessierte, wann und wo Treffen angeboten werden.

Halt und Austausch

Viele Menschen, die mit Alkohol aufhören, gerieten in Einsamkeit, weil ihre alten Strukturen wegbrächen. Viele stammten aus problematischen Familien. «Weihnachten ist das Fest der heiligen Familie. Alkoholiker kommen meist aus weniger heiligen Familien. Für sie kann unsere Kontaktstelle dann eine Herberge sein», so der Sprecher.

Durch die Feiertage werde der Alltag zusätzlich unterbrochen, auch der Kontakt zu Kollegen falle für viele weg. Betroffene sollen zu Weihnachten wissen, dass sie in Konfliktsituationen eine Anlaufstelle haben, in der sie Halt finden. Das gilt den Angaben nach auch für die Angebote der Al-Anon, der Gruppentreffen für Angehörige von Alkoholikern.

Arbeit mit Häftlingen

Unabhängig von Weihnachten und dem Jahreswechsel betreuen Ehrenamtliche der Anonymen Alkoholiker - ebenfalls deutschlandweit - Häftlinge in Justizvollzugsanstalten. Vor fast 40 Jahren, 1986, sei die erste Gruppe in der JVA Stadelheim in München gegründet worden, sagte ein AA-Sprecher. Das Angebot richte sich insbesondere an Häftlinge, die ihre Straftaten unter Alkoholeinfluss begangen haben.

Für manche Häftlinge sei die Haft zumindest bezüglich ihrer Gesundheit geradezu ein Segen, sagte der AA-Sprecher. In der JVA hätten sie eine gute medizinische Versorgung und wieder einen strukturierten Tagesablauf. Manche kämen auch nach ihrer Entlassung aus der JVA zu Meetings der AA.

Inzwischen gebe es Gruppen in zahlreichen deutschen Haftanstalten, und zwar für Frauen und für Männer. Manche Gruppen träfen sich wöchentlich, andere monatlich. Niemand sei zur Teilnahme verpflichtet.


Bildnachweis: © Peter Kneffel/dpa
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