17. Juni 2021 / Aus aller Welt

Baerbock nennt Greenpeace-Aktion «total daneben»

Kurz vor dem Anpfiff des EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich am Dienstagabend landete ein Motorschirm-Flieger im Stadion - eine Aktion von Greenpeace - mit Folgen.

Ein Greenpeace-Aktivist landet mit einem Motorschirm-Flieger bei einer Protestaktion auf dem Spielfeld.

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat die missglückte Greenpeace-Aktion im Münchner EM-Stadion klar verurteilt.

«Diese Stadion-Aktion war natürlich total daneben und unverantwortlich und ist hart zu kritisieren», sagte Baerbock am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung ihres Buchs «Jetzt. Wie wir unser Land erneuern».

Kurz vor dem Anpfiff des EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich am Dienstagabend hatte ein Motorschirm-Flieger sich und die Fans in der Arena mit einer Notlandung im Stadion in Gefahr gebracht. Zwei Männer wurden verletzt. Hinter der Aktion stand die Umweltorganisation Greenpeace, die damit gegen den EM-Sponsor Volkswagen protestieren wollte. Greenpeace entschuldigte sich.

Baerbock ergänzte: «Aber auch da: Ich erlebe ja gerade, was hier politische Wettbewerber gerade für Spiele treiben.» Einzelaktionen im Wahlkampf zu nutzen oder «Äußerungen von Intellektuellen zu instrumentalisieren, das ist nicht meine Art von Wahlkampf, und da werde ich nicht mitmachen». Zur Frage der Gemeinnützigkeit von Organisationen gebe es klare gesetzliche Regelungen, die jeder Politiker kennen solle.

Mehrere Politiker, darunter auch der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) und Bayerns Innenminister, hatten nach der Aktion gefordert, die Gemeinnützigkeit von Greenpeace auf den Prüfstand zu stellen.

Baerbock bezog sich zudem offensichtlich auf die Reaktion von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak auf die Videobotschaft der Publizistin Carolin Emcke beim Grünen-Parteitag. Emcke hatte unter anderem vor Wissenschaftsfeindlichkeit, Populismus und Vorurteilen gewarnt und dann gesagt: «Es wird sicher wieder von Elite gesprochen werden. Und vermutlich werden es dann nicht die Juden und Kosmopoliten, nicht die Feministinnen oder die Virologinnen sein, vor denen gewarnt wird, sondern die Klimaforscherinnen.»

Sie zeigte bei dem kritisierten Zitat im Video Gänsefüßchen, etwa vor der Formulierung «Eliten» oder «Juden und Kosmopoliten».

Ziemiak hatte Emcke am Samstag eine «geschichtsvergessene Entgleisung» vorgeworfen und war dafür heftig kritisiert worden. Er nahm die Vorwürfe am Dienstagabend nach einem Gespräch mit Emcke zurück und löschte den ursprünglichen Tweet.


Bildnachweis: © Christian Charisius/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Umwelthilfe fordert Böllerverbot zu Silvester
Aus aller Welt

Wegen der Pandemie fiel die große Böllerei in den vergangenen beiden Jahren vielerorts aus. Das dürfte diesmal anders sein. Umweltschützer appellieren deshalb an Bundesinnenministerin Faeser.

weiterlesen...
Forscher wollen Tasmanischen Tiger zum Leben erwecken
Aus aller Welt

Der letzte Tasmanische Tiger starb 1936. Nun wollen Wissenschaftler den australischen Raubbeutler mittels Gentechnologie wieder zurückbringen. Sogar prominente Investoren unterstützen das Projekt.

weiterlesen...
Costa Rica beendet Suche nach Flugzeug von McFit-Gründer
Aus aller Welt

Rainer Schaller baut sich ein Fitnessimperium auf, als Rechteinhaber gerät er aber auch wegen der Loveparade-Katastrophe in die Schlagzeilen. Dann verunglücken er und seine Familie in einem Privatjet.

weiterlesen...

Neueste Artikel

First Lady stellt Weihnachtsdekoration im Weißen Haus vor
Aus aller Welt

Es leuchtet, funkelt und glitzert im Weißen Haus: 77 Weihnachtsbäume wurden aufgestellt und mehr als 83.000 Weihnachtslichter angebracht. Die Dekoration steht in diesem Jahr unter dem Motto «We the People».

weiterlesen...
Fernseher schlägt Handy - wenn Kinder Medien konsumieren
Aus aller Welt

Fernseher aus, Handy weg - das kann Ärger geben, schon mit den Kleinsten. Wieviel Zeit Kinder mit und vor Medien verbringen, sollte eine neue Studie klären. Sind die Sorgen der Eltern berechtigt?

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

First Lady stellt Weihnachtsdekoration im Weißen Haus vor
Aus aller Welt

Es leuchtet, funkelt und glitzert im Weißen Haus: 77 Weihnachtsbäume wurden aufgestellt und mehr als 83.000 Weihnachtslichter angebracht. Die Dekoration steht in diesem Jahr unter dem Motto «We the People».

weiterlesen...
Fernseher schlägt Handy - wenn Kinder Medien konsumieren
Aus aller Welt

Fernseher aus, Handy weg - das kann Ärger geben, schon mit den Kleinsten. Wieviel Zeit Kinder mit und vor Medien verbringen, sollte eine neue Studie klären. Sind die Sorgen der Eltern berechtigt?

weiterlesen...