10. Juli 2025 / Aus aller Welt

Bericht: Hütten von «Camp Mystic» standen in Flutzone

Mindestens 27 Kinder und Betreuer sterben bei der Sturzflut in dem Sommercamp am Guadalupe River in Texas. Hätte die Katastrophe verhindert werden können?

Für einige Hütten bestand einer Analyse zufolge ein extremes Überschwemmungsrisiko.
von dpa

Das von den tödlichen Sturzfluten verwüstete Sommerlager «Camp Mystic» im US-Bundesstaat Texas ist einer Analyse zufolge in einem Gebiet mit extremer Hochwassergefahr gebaut worden. Für viele der Hütten habe ein hohes Überschwemmungsrisiko bestanden, berichtete die «New York Times» unter Berufung auf Daten der Bundesbehörden. Einige hätten in einem Korridor nah am Flussufer gestanden, in denen die Überflutungsgefahr als «extrem» gelte.

Bauten in solchen Gebieten seien im Bezirk Kerr County streng reglementiert, «um Menschenleben zu schützen», berichtete die Zeitung weiter. Allerdings: Als «Camp Mystic» vor sechs Jahren fünf Millionen US-Dollar in ein Umbau- und Erweiterungsprojekt der Anlage steckte, seien die gefährdeten Hütten nicht vom Fluss weg verlegt worden. Stattdessen hätten die Behörden sogar den Bau weiterer Hütten in einem anderen Teil des Camps genehmigt, der ebenfalls in einem Hochwasserrisikogebiet liege. Die älteren Gebäude entlang des Flussufers seien in Betrieb geblieben.

Gebiet immer wieder von Überschwemmungen betroffen

Das 1926 gegründete christliche Sommercamp für Mädchen am Guadalupe River war von den Sturzfluten am vergangenen Freitag schwer getroffen worden. Unter den bislang mindestens 119 geborgenen Toten in der Region sind mindestens 27 Kinder und Betreuer vom «Camp Mystic».

In der Region im Süden von Texas sind nach Angaben der «New York Times» in der Vergangenheit immer wieder Flüsse über die Ufer getreten, immer wieder gab es Tote. Nach einer verheerenden Überschwemmung in einem anderen Camp habe Dick Eastland, einer der Eigentümer von «Camp Mystic», Regenmesser installiert. Eastland ist nun Medienberichten zufolge unter den Flutopfern. Er sei bei dem Versuch gestorben, Kinder vor den Wassermassen zu retten, hieß es. 

Expertin: «Wie ein Zelt auf einer Autobahn»

Ein Camp für Kinder an einem solchen Ort zu errichten, sei hochproblematisch, sagte Anna Serra-Llobet, Forscherin für Hochwasserrisikomanagement an der University of California der «New York Times». «Es ist, als würde man ein Zelt auf einer Autobahn aufstellen», sagte sie. «Früher oder später wird es passieren - ein Auto wird kommen oder eine große Flut wird kommen.»

Die Verantwortlichen haben bislang keine Auskunft über die getroffenen Sicherheitsvorkehrungen vor der Sturzflut gegeben. Nur zwei Tage vor der Katastrophe war das Camp mehreren Medienberichten zufolge einer staatlichen Inspektion unterzogen worden. Die Behörden hätten die Notfallpläne des Camps geprüft und abgesegnet, hieß es.


Bildnachweis: © Eli Hartman/AP/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Übersicht über aktuelle Baustellen im Stadtgebiet
Stadt Verl

Wann, wo und wie lange? Hier finden Sie Informationen über aktuelle Verkehrsbaustellen im Stadtgebiet. So können Sie...

weiterlesen...
Nächster Hobbymarkt am 3. Januar - ohne Geflügel
Stadt Verl

Am Samstag, 3. Januar, ist in Kaunitz von 6 bis 14 Uhr wieder Hobbymarkt. Aufgrund der Geflügelpest darf auch diesmal...

weiterlesen...
Sprechstunde des Bürgermeisters am 8. Januar
Stadt Verl

Zu seiner ersten Bürgersprechstunde im neuen Jahr lädt Bürgermeister Robin Rieksneuwöhner am Donnerstag, 8. ...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Zwölfjähriger stirbt bei Lawinenunglück in Österreich
Aus aller Welt

Die Schneelage in den Alpen ist brisant. Der Neuschnee hat kaum eine Verbindung zum Altschnee. Derzeit lösen sich oft Lawinen. Ein Junge wagte die Abfahrt abseits der Piste - mit tödlichen Folgen.

weiterlesen...
Frau von Crans-Montana-Barbetreiber muss Pass abgeben
Aus aller Welt

Nach dem Feuer in Crans-Montana: Die Frau des Barbetreibers muss sich nun täglich bei der Polizei melden und darf die Schweiz nicht verlassen. Welche Auflagen das Gericht noch verhängt hat.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Zwölfjähriger stirbt bei Lawinenunglück in Österreich
Aus aller Welt

Die Schneelage in den Alpen ist brisant. Der Neuschnee hat kaum eine Verbindung zum Altschnee. Derzeit lösen sich oft Lawinen. Ein Junge wagte die Abfahrt abseits der Piste - mit tödlichen Folgen.

weiterlesen...
Frau von Crans-Montana-Barbetreiber muss Pass abgeben
Aus aller Welt

Nach dem Feuer in Crans-Montana: Die Frau des Barbetreibers muss sich nun täglich bei der Polizei melden und darf die Schweiz nicht verlassen. Welche Auflagen das Gericht noch verhängt hat.

weiterlesen...