24. Juni 2025 / Aus aller Welt

Krieg bringt Hochzeitspläne von Bezos durcheinander

Die internationale Lage hat auch Auswirkungen auf die Hochzeit des Amazon-Gründers. Aus Sicherheitsgründen wird das Programm in Venedig geändert. Manche Jachtbesitzer lassen sich aber nicht abhalten.

Die ersten Gäste sind schon da - eine Luxusjacht vor dem Markusplatz.
von Christoph Sator, dpa

Der Krieg im Nahen Osten bringt auch die Pläne für die Promi-Hochzeit des Jahres durcheinander: Aus Sicherheitsgründen wurde das Programm für die Feiern zur Vermählung von Amazon-Gründer Jeff Bezos und der früheren TV-Moderatorin Lauren Sánchez in Venedig praktisch in letzter Minute geändert. Zudem soll die Superjacht des US-Milliardärs gar nicht erst in die Lagunenstadt kommen.

Zu den Feiern, die sich über drei Tage hinziehen sollen, werden nach offiziellen Angaben etwa 200 Gäste erwartet, darunter viele Promis aus dem Showbusiness und der Geschäftswelt wie Leonardo DiCaprio, Katy Perry und Bill Gates. Die ersten Teilnehmer der Hochzeitsgesellschaft sind bereits da: Vor der Kulisse des Dogenpalastes gingen mehrere Jachten im Wert von vielen Millionen Euro vor Anker.

Das Hochzeitspaar wird an diesem Mittwoch in Venedig erwartet. Für beiden - er 61, sie 55 - ist es die zweite Ehe. Über die Gästeliste schweigen sie sich bislang ebenso aus wie über den Ablauf. Die große Abschlussparty soll am Samstagabend steigen - aus Sicherheitsgründen allerdings nicht mehr im Gebäudekomplex eines Klosters, das oft für Feiern genutzt wird, sondern auf einem Werftgelände etwas außerhalb. Auch dort wird oft für viel Geld Party gemacht.

Auch Scharfschützen auf Dächern postiert

Wegen des Kriegs zwischen Israel und dem Iran wurden in Venedig - wie in vielen anderen Städten - die Sicherheitsvorkehrungen seit dem Wochenende nochmals erheblich verstärkt. Der Präfekt der Region, Darco Pellos, sagte der Zeitung «La Repubblica»: «Wir haben die Alarmstufen aufgrund der internationalen Lage erhöht.» Deshalb würden jetzt auch «private Veranstaltungen mit hochrangiger Präsenz mit geeignetem Gerät überwacht». 

Dazu gehören bruchsichere Barrieren ebenso wie Kontrollflüge mit Drohnen und Scharfschützen auf Dächern. In den Straßen zwischen den engen Kanälen, wo wie jeden Tag Zehntausende Touristen aus aller Welt unterwegs sind, ist ungewöhnlich viel Polizei und Militär präsent. Insbesondere im jüdischen Viertel im Stadtteil Cannareggio, dem ältesten Ghetto der Welt, ist dies zu bemerken. Zudem riegelt privates Personal den Zugang zu verschiedenen Veranstaltungsorten ab.

Großes Feuerwerk am Lido

Die Abschlussfeier am Samstagabend soll nun nicht mehr auf dem Gelände der Kirche Scuola Grande della Misericordia stattfinden, sondern auf einem alten Werftgelände im Arsenale-Viertel, das besser überwacht werden kann. Auch die Zufahrt mit Wassertaxis und privaten Jachten ist viel einfacher dorthin. Bei einem Empfang am Donnerstagabend mit großem Feuerwerk am Stadtstrand Lido soll es bleiben.

Bezos wurde jedoch empfohlen, entgegen aller Pläne nicht mit seiner Superjacht «Koru» zu kommen. Das 167 Meter lange Schiff soll nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Adnkronos nun vor der kroatischen Küste im Mittelmeer bleiben. Ursprünglich war spekuliert worden, dass an Bord die eigentliche Hochzeitszeremonie stattfinden könnte.

Allerdings gingen trotz der Empfehlung der Behörden Privatjachten von Gästen in der Lagune vor Anker - wie beispielsweise die auf 70 Millionen Euro geschätzte Jacht «Arience» des US-Milliardärs Bill Miller. Auch die noch teurere Jacht «Kismet» des US-Milliardärs Shahid Khan wurde unweit des Markusplatzes gesichtet.

Erste Privatjets gelandet - Protest auf Markusplatz

Auf dem Flughafen von Venedig landeten unterdessen die ersten Privatjets. Mit eigenen Flugzeugen wollen nach Medienberichten unter anderem die TV-Größen Oprah Winfrey, Kylie Jenner und Kim Kardashian sowie die Firmenbosse Eric Schmidt (Google) und Elon Musk (Tesla) anreisen. Auch die US-Präsidententochter Ivanka Trump mit ihrer Familie kam bereits in Italien an.

Gegen die Hochzeit gibt es auch schon Proteste. Mehrere Gruppen haben angekündigt, die Feiern behindern zu wollen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace entrollte auf dem Markusplatz ein großes Plakat mit Bezos lachendem Konterfei und der Aufschrift «If you can rent Venice for your wedding you can pay more tax» («Wenn Du Venedig für Deine Hochzeit mieten kannst, kannst Du mehr Steuern zahlen»). Ein Sprecher der Initiativen bezeichnete die Verlegung der Abschlussparty als ersten Erfolg.


Bildnachweis: © Christoph Sator/dpa
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