30. Juni 2021 / Aus aller Welt

China erstmals seit 70 Jahren frei von Malaria

China wurde offiziell als malariafrei eingestuft - als erstes Land seit 30 Jahren in der westlichen Pazifikregion. Medizin zur Prävention hat geholfen, genauso wie Insektenschutzmittel und Schutznetze.

Malaria wird von infizierten Anopheles-Mücken übertragen.
Veröffentlicht am 30. Juni 2021 um 16:23 Uhr von dpa

China hat den Kampf gegen die Infektionskrankheit Malaria gewonnen. Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO mitteilte, wurde das bevölkerungsreichste Land der Welt offiziell als malariafrei eingestuft. 

«Heute gratulieren wir dem chinesischen Volk dazu, dass es das Land von Malaria befreit hat», sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus laut einer Mitteilung. Mit dem hart erarbeiteten Erfolg habe sich China der wachsenden Zahl von Ländern angeschlossen, die der Welt zeigen, dass eine malariafreie Zukunft ein machbares Ziel sei. 

Bislang haben nach WHO-Angaben rund 40 Staaten den Kampf gegen Malaria gewonnen und ein entsprechendes Zertifikat erhalten. China ist demnach  das erste Land seit 30 Jahren, das in der westlichen Pazifikregion diesen Durchbruch geschafft hat. In den 1940er-Jahren hatte China rund 30 Millionen Malaria-Erkrankungen pro Jahr gemeldet. Zahlreiche Regierungsprogramme führten seitdem zu rückläufigen Infektionszahlen.

2019 weltweit 229 Millionen Malariafälle

Laut WHO habe China bereits vor Jahrzehnten damit begonnen, Medizin zur Prävention der Krankheit in Risikogebieten auszugeben. Auch wurden die Brutgebiete von Moskitos systematisch reduziert und  Insektenschutzmittel sowie Schutznetze weiträumig verfügbar gemacht. 

Malaria wird von infizierten Anopheles-Mücken übertragen. Ein Parasit löst eine Infektionskrankheit aus, die unter anderem hohes Fieber, Kopfschmerzen und Schüttelfrost verursacht. Wird Malaria nicht schnell behandelt, kann die Krankheit lebensgefährlich sein. 

Laut dem neuesten Welt-Malaria-Bericht der WHO gab es 2019 weltweit 229 Millionen Malariafälle gegenüber 228 Millionen Fällen im Jahr 2018. Die geschätzte Zahl der Malariatoten belief sich 2019 auf 409.000, verglichen mit 411.000 Todesfällen in 2018. Afrika, wo zuletzt 94 Prozent aller Malariafälle auftraten, ist mit Abstand am schwersten von der Krankheit betroffen.  


Bildnachweis: © Stephen Morrison/EPA FILE/dpa
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