16. Juli 2023 / Aus aller Welt

Samstag war bisher wärmster Tag 2023 in Deutschland

Die höchste Temperatur des Jahres wurde am Samstag in Bayern gemessen. Am Sonntag können viele Menschen in Deutschland dann erstmal durchlüften. Ein Patientenschützer fordert mehr Schutz für Alte und Kranke.

Temperaturen von über 30 Grad wurden am Samstag im gesamten Osten der Republik sowie in Bayern und Baden-Württemberg gemessen.
Veröffentlicht am 16. Juli 2023 um 15:58 Uhr von dpa

Die für Deutschland bislang höchsten Temperaturen des Jahres hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag mit 38,8 Grad Celsius in Bayern registriert. Während es in vielen Teilen Südeuropas weiter sehr heiß und trocken ist, konnten die Menschen in Deutschland nach dem hitzigen Samstag dann ein kleines bisschen durchatmen. Die befürchteten schweren Unwetter bleiben großteils aus, dafür brachte eine Kaltfront einen Luftmassenwechsel, wie ein DWD-Experte erklärte. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert derweil, Patienten dauerhaft vor Hitze zu schützen.

«Ohne milliardenschwere Investitionen des Bundes und der Länder in die 1900 Krankenhäuser und 12.000 Pflegeheime ist ein nationaler Hitzeschutzplan reine Makulatur», kritisierte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. «Dabei muss der Hitzeschutz für Bestandsbauten der Krankenhäuser und Pflegeheime in drei Jahren stehen. Auch dürfen Neubauten ohne räumliche Temperaturbegrenzung auf 25 Grad in den Bewohnerzimmern nicht in Betrieb gehen.» Brysch forderte, der Bundestag müsse das Heizungsgesetz in der Sommerpause «zum Schutz der alten und kranken Menschen» anpassen.

Deutliche Temperaturunterschiede

Die Temperaturen in Deutschland klaffen nun in den kommenden Tagen deutlich auseinander. Im Norden sagen sich zum Wochenstart laut DWD Schauer und kurze Gewitter an bei maximal 24 Grad, an der Nordsee bleiben die Temperaturen demnach sogar unter 20 Grad. Ganz anders ist die Situation im Süden und Südwesten, hier dominiert laut DWD weiter feuchtwarme bis heiße Luft bei maximal 31 Grad. Am Montag und Dienstag seien von den Alpen bis zur Donau und bis zum Schwarzwald tagsüber Regengüsse und kräftigere Gewitter möglich. Auch einzelne Unwetter mit Starkregen seien hier nicht ausgeschlossen.

Ganz hohe Temperaturen werden zunächst nicht mehr erwartet. Den höchsten Wert hatte der DWD am Samstagnachmittag im fränkischen Möhrendorf-Kleinseebach gemessen, nach vorläufigen Daten 38,8 Grad. Temperaturen von über 30 Grad wurden demnach im gesamten Osten der Republik sowie in Bayern und Baden-Württemberg gemessen. Nicht ganz so heiß war es hingegen im Nordwesten Deutschlands.

Deutscher Temperaturrekord im Jahr 2019

Der bisherige Rekord für dieses Jahr wurde mit 38,0 Grad am 9. Juli im baden-württembergischen Waghäusel-Kirrlach gemessen. Der deutsche Temperaturrekord ist von all diesen Werten noch einiges entfernt. Laut DWD wurden am 25. Juli 2019 an den Stationen in Duisburg und Tönisvorst 41,2 Grad Celsius gemessen. Vergangenes Jahr wurden am 20. Juli in Hamburg-Neuwiedenthal zum Beispiel 40,1 Grad verzeichnet.


Bildnachweis: © Stefan Sauer/dpa
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