30. September 2022 / Aus aller Welt

Doch keine Erholungspause: Melanie Müller sang auf Mallorca

Die Ballermann-Sängerin wollte sich nach der Affäre um einen mutmaßlichen Nazi-Gruß bei einem Konzert in Leipzig eine zeitlang zurückziehen. Doch dann hat sie sich wohl anders entschieden.

Die Polizei ermittelt gegen die Ballermann-Sängerin Melanie Müller.

Nach der Affäre um einen mutmaßlichen Nazi-Gruß bei einem Konzert in Leipzig hatte Ballermann-Sängerin Melanie Müller eine Ruhepause angekündigt - die aber nicht lange gedauert hat: Die 34-Jährige trat in der Nacht zu Freitag auf Mallorca gleich zweimal auf, wie die «Mallorca Zeitung» aus der spanischen Urlaubsinsel berichtete.

Erst wenige Stunden zuvor hatte die Polizei in Leipzig die Aufnahme von Ermittlungen bekanntgegeben. Dabei soll festgestellt werden, ob Müller bei dem Konzert Mitte September in Leipzig den sogenannten Hitlergruß gezeigt hat. Müller wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe und distanziert sich von Nazis.

«Ich bin gerade körperlich ziemlich angeschlagen und werde mich deshalb die nächsten Tage etwas zurückziehen, erholen und versuchen, das Ganze zu verarbeiten», hatte die Sängerin erst am Mittwochabend auf Instagram mitgeteilt. Einen für Mittwoch geplanten Auftritt in Dresden sagte die Stimmungsmusikerin zwar ab. Aber in den frühen Freitagsstunden habe sie zunächst um 0.33 Uhr in der Ballermann-Diskothek Bolero vor rund 300 Besuchern gesungen - und anschließend sei sie um 2.30 Uhr auch noch im Kultlokal Oberbayern aufgetreten, berichtete ein anwesender Reporter der «Mallorca Zeitung» (MZ).

Zeitung: Müllers Glaubwürdigkeit «noch mehr gesunken»

Auf Mallorca habe die einstige Dschungelkönigin und «Promi Big Brother»-Gewinnerin im rotsilbernen Paillettenkleid auf ihre charakteristischen, aufpeitschenden Armbewegungen und «Zicke zacke»-Rufe verzichtet. Es habe keinerlei Zwischenfälle gegeben. Zudem habe sich Müller erneut von nazistischem Gedankengut distanziert. Die Glaubwürdigkeit der einstigen Dschungelkönigin und «Promi Big Brother»-Gewinnerin sei durch die Auftritte kurz nach Bekanntgabe einer Ruhepause trotzdem «noch mehr gesunken», analysierte die MZ.

Bei den Ermittlungen gegen Müller geht es nach den Worten einer Polizeisprecherin «um den Verdacht des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen nach Paragraf 86a StGB». Konkret geht es um ein Video, das der «Bild» vorlag, in dem zu sehen sein soll, wie die Sängerin während eines Auftritts Mitte September auf der Bühne einige Male den rechten Arm in die Höhe schnellt. Nazi-Gruß oder eine harmlose, auffordernde Geste ans Publikum? Müller beteuerte auf Instagram: «Ich habe mit Rechtsradikalen oder nationalistischem Gedankengut nichts am Hut. Ich verurteile das aufs Schärfste». Diese Handbewegungen mache sie schon seit elf Jahren. Auf Anfrage der dpa verwies sie am Donnerstag auf ihr Statement.

Auf einem anderen Video vom selben Auftritt vom 17. September in Leipzig waren auch rechtsradikale Äußerungen des Publikums zu hören. Sie sei «bestürzt und empört», hatte Müller erklärt. Den Auftritt habe sie abgebrochen. Auch in diesem Fall ermittelt die Polizei.


Bildnachweis: © Felix Hörhager/dpa
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