3. Mai 2022 / Aus aller Welt

Drosten: Omikron-Variante BA.4 und BA.5 kein großes Problem

Wie gefährlich sind die neu entdeckten Omikron-Untervarianten BA.4 und BA.5? Virologe Drosten sieht vorerst keine Bedrohung. Derweil teilen die Labore mit, dass das Test- und Infektionsgeschehen weiter rückläufig ist.

«Ich erwarte schon, dass BA.4/5 auch zahlenmäßig zunehmen werden, aber innerhalb von einer Gesamtzahl, die sehr niedrig ist»: Christian Drosten.

Die relativ neu entdeckten Omikron-Untervarianten BA.4 und BA.5 dürften nach Einschätzung des Virologen Christian Drosten in Deutschland vorerst nicht zu einem großem Problem werden.

Das sagte der Direktor des Virologie-Instituts der Charité in Berlin in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Er begründete dies mit den bisherigen Wellen durch die Omikron-Subtypen BA.1 und BA.2 hierzulande. Außerdem komme nun mit dem Sommer der Temperatureffekt hinzu, der das Infektionsgeschehen dämpfe. «Ich erwarte schon, dass BA.4/5 auch zahlenmäßig zunehmen werden, aber innerhalb von einer Gesamtzahl, die sehr niedrig ist.»

In Deutschland ist nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) mittlerweile BA.2 klar vorherrschend. Weitere Varianten werden sehr selten gefunden, allerdings werden auch nicht alle positiven Proben dahingehend untersucht.

Labore: Test- und Infektionsgeschehen weiter rückläufig

Die Zahl der PCR-Tests auf Sars-CoV-2 und ihre Positivrate sind nach Angaben eines Laborverbands in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. In der vergangenen Woche seien insgesamt rund 1,01 Millionen solcher Untersuchungen durchgeführt worden, teilte der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) mit. Mit Blick auf den gesamten April zeige sich, dass die Gesamtzahl der angeforderten Tests gegenüber dem Vormonat deutlich gesunken sei, hieß es.

Das kann mehrere Gründe haben. Derzeit sei etwa nach einem positiven Schnelltest ein PCR-Test nicht mehr zwingend notwendig, sagte ein ALM-Sprecher. Vor vier Wochen hatte der Verband rund 1,86 Millionen Tests innerhalb der letzten Woche vermeldet, zuvor war die Marke von zwei Millionen wöchentlichen Tests klar überschritten worden.

Es sei zudem davon auszugehen, dass das Infektionsgeschehen zurückgehe, sagte der Sprecher mit Blick auf die Positivrate: Beim Anteil positiver PCR-Testergebnisse zeigte sich laut ALM ein klarer Rückgang. So fielen etwa in der letzten Woche knapp 436 000 PCR-Tests positiv aus. Die Positivrate bleibe zwar hoch, sei aber auf 43 Prozent gesunken (Vorwoche 52,3 Prozent), hieß es. Die Positivrate hänge jedoch nicht allein vom Infektionsgeschehen sondern auch vom Testverhalten ab, räumte der Sprecher ein.

Eine deutliche Entspannung sieht der Verband bei der Auslastung der rund 180 Labore, die an der Erhebung teilnehmen: Diese liege aktuell bei lediglich 36 Prozent, wobei die Kapazitäten mit rund 2,8 Millionen PCR-Tests unverändert hoch blieben.


Bildnachweis: © Kay Nietfeld/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Tote bei Gewalttaten im Umfeld von Hochschulen in den USA
Aus aller Welt

Zwei Schauplätze, Tausende Kilometer voneinander entfernt: In den USA sind mehrere Menschen Gewalttaten auf oder nahe dem Campus von Universitäten zum Opfer gefallen.

weiterlesen...
Journalist und Sprachkritiker Wolf Schneider gestorben
Aus aller Welt

Was ist gutes Deutsch? Wolf Schneider hatte in seinen Büchern die Antwort parat. Er zählte zu den bekanntesten Journalisten des Landes, bildete Generationen von Medienschaffenden aus. Nun ist er gestorben.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Rund 2500 tote Kaspische Robben in Russland gefunden
Aus aller Welt

Die Ursache für den Tod der geschützten Tiere ist noch nicht geklärt. Die Art ist vom Aussterben bedroht. Öllecks, Wilderei und Überfischung setzen den Tieren zu.

weiterlesen...
Indonesischer Vulkan Semeru bricht am Jahrestag erneut aus
Aus aller Welt

Der Semeru auf der indonesischen Insel Java speit wieder verstärkt, nun ist der Vulkan in der von Naturkatastrophen gebeutelten Region erneut ausgebrochen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Rund 2500 tote Kaspische Robben in Russland gefunden
Aus aller Welt

Die Ursache für den Tod der geschützten Tiere ist noch nicht geklärt. Die Art ist vom Aussterben bedroht. Öllecks, Wilderei und Überfischung setzen den Tieren zu.

weiterlesen...
Indonesischer Vulkan Semeru bricht am Jahrestag erneut aus
Aus aller Welt

Der Semeru auf der indonesischen Insel Java speit wieder verstärkt, nun ist der Vulkan in der von Naturkatastrophen gebeutelten Region erneut ausgebrochen.

weiterlesen...