Beim Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist der Höhepunkt nach Einschätzung des Roten Kreuzes noch nicht erreicht. «Der Höhepunkt liegt noch vor uns, nicht hinter uns», sagt Bruno Michon, der für die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) vor Ort in Bunia ist, zu Reportern in Genf. «Wir fürchten, dass es ein Jahr dauern kann, bis der Ausbruch beendet ist.» Deutschland kündigte zusätzliche Unterstützung im Umfang von 13 Millionen Euro an. Neun Millionen davon gehen direkt in die Republik Kongo und lokale Organisationen, vier Millionen an die Weltgesundheitsorganisation, wie Entwicklungsministerin Alabali Radovan (SPD) erläuterte. Rot-Kreuz-Funktionär Michon sprach in Genf von einer Vertrauenskrise, die es schwer mache, den Ebola-Ausbruch zu bekämpfen. Immer noch glaubten Menschen, die Krankheit sei erfunden, um mehr Geld aus dem Ausland zu erhalten. Andere fänden, Beerdigungen unter besonderen Schutzvorrichtungen, weil das Virus von Leichen übertragen werden kann, seien ein Angriff auf Kultur und Traditionen, nicht eine Maßnahme, um die Familien zu schützen. Das Rote Kreuz, das die Beerdigungen organisiert, habe zugehört und verwende jetzt Leichensäcke mit einem durchsichtigen Plastikteil, so dass die Familien das Gesicht ihres Verwandten sehen können. «Vertrauen aufzubauen braucht Zeit», sagte Michon. «Es erfordert Ehrlichkeit, Geduld und Bescheidenheit. Doch in dieser Pandemie ist das keine Option. Es rettet Leben.» Nach Angaben der kongolesischen Gesundheitsbehörden sind inzwischen mehr als 780 bestätigte Fälle der lebensgefährlichen Krankheit im Labor nachgewiesen worden.Neue Art von Leichensäcken
Bildnachweis: © Moses Sawasawa/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Ebola-Ausbruch im Kongo: Rotes Kreuz warnt vor langem Kampf
Misstrauen, Angst und kulturelle Konflikte erschweren den Kampf gegen Ebola im Kongo. Warum das Rote Kreuz jetzt auf neue Wege bei Beerdigungen setzt.
Meistgelesene Artikel
- 9. September 2026
Übersicht über aktuelle Baustellen im Stadtgebiet
Wann, wo und wie lange? Hier finden Sie Informationen über aktuelle Verkehrsbaustellen im Stadtgebiet. So können Sie...
- 1. September 2026
Nächster Hobbymarkt am 5. September
Am Samstag, 5. September, ist in Kaunitz von 6 bis 14 Uhr wieder Hobbymarkt. Neben Zier- und Wirtschaftsgeflügel sind...
- 13. August 2026
Rollator-Club trifft sich am 14. und 28. August
Unter dem Motto „Bewegung ist die beste Medizin“ trifft sich regelmäßig an jedem 2. und 4. Freitag im Monat der...
Neueste Artikel
- 12. September 2026
Andreas Drenkelforth für jahrzehntelanges Engagement im Friseurhandwerk ausgezeichnet
Seit mehr als drei Jahrzehnten engagiert sich Andreas Drenkelforth für die Friseur-Innung Gütersloh, den beruflichen...
- 11. September 2026
Zug in Frankreich entgleist - über 40 Verletzte
Ein Teil eines Zugs mit rund 180 Passagieren ist in Nordfrankreich nach einer Kollision entgleist. Mehr als 40 Menschen wurden nach vorläufigen Angaben verletzt, darunter eine Frau schwer.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 11. September 2026
Zug in Frankreich entgleist - über 40 Verletzte
Ein Teil eines Zugs mit rund 180 Passagieren ist in Nordfrankreich nach einer Kollision entgleist. Mehr als 40 Menschen wurden nach vorläufigen Angaben verletzt, darunter eine Frau schwer.
- 11. September 2026
Zwölf Tote bei Autounfall in Russland
Auf einer Fernstraße im Nordwesten Russlands stoßen drei Fahrzeuge zusammen. Für viele Menschen endet der Unfall tödlich.

