13. August 2026 / Aus aller Welt

Ebola in weiterer Provinz im Kongo festgestellt

Im Kongo ist die gefährliche Infektionskrankheit Ebola bereits in sechs Provinzen nachgewiesen. Experten fürchten: Wenn der Ausbruch nicht gestoppt wird, könnte er sich auch ins Ausland ausbreiten.

Bereits mehr als 2.000 Menschen starben im Kongo an Ebola. (Archivbild)
Veröffentlicht am 13. August 2026 um 17:04 Uhr von dpa

In der Demokratischen Republik Kongo sind nun bereits sechs Provinzen des zentralafrikanischen Landes von Ebola betroffen. Mittlerweile seien auch Fälle in der Stadt Buta in der Provinz Bas Uélé bestätigt worden, die auf Infizierte aus der Nachbarprovinz Haut Uélé zurückzuführen sind, sagte der Direktor der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC, Jean Kaseya, in seinem wöchentlichen Lagebericht. Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums sind seit Mai 4.566 Fälle bestätigt, 2.128 Menschen starben an der hochansteckenden Infektionskrankheit.

Ausbruch könnte sich zum weltweit größten entwickeln

Doch dies seien nur die Zahlen seit der offiziellen Bekanntgabe des Ebola-Ausbruchs, betonte Kaseya. «Alle uns vorliegenden Studien deuten darauf hin, dass der Ausbruch etwa im Februar begann, und wir haben keine Ahnung, was zwischen Februar und Mai passiert ist.» Alle Daten zu Fallzahlen umfassten lediglich die Zeit von Mai bis jetzt. «Wir behaupten nicht, dass diese Daten korrekt sind», sagte Kaseya.

Doch angesichts des rasanten Anstiegs der Fallzahlen oder Todesopfer, die schon jetzt um ein Mehrfaches größer sind als nach zwölf Wochen im bisher größten Ebola-Ausbruch in Westafrika warnte Kaseya: «Wenn wir diesen Ausbruch nicht stoppen, wird er länger als ein Jahr andauern und der größte weltweit sein.» Dann steige auch das Risiko, dass sich der Ausbruch auf weitere Staaten ausbreite. In der ersten Phase des Ausbruchs hatte es auch Fälle in Uganda gegeben, die auf Reisende aus dem Kongo zurückzuführen waren.

Fast zwei Drittel der Ebola-Patienten sterben nicht in Krankenhäusern

Hinzu komme: Normalerweise treten Todesfälle in Krankenhäusern und Isolierstationen auf, in denen Ebola-Patienten behandelt werden und dann dort sterben. Derzeit stammen jedoch mehr als 63 Prozent der Todesfälle aus der allgemeinen Bevölkerung in Dörfern und Städten und werden häufig nicht von geschulten Helfern beigesetzt. «Wir wissen nicht, wie mit dem Leichnam umgegangen wird, und deshalb findet der Ausbruch auf Gemeindeebene statt und breitet sich auf Gemeindeebene aus», sagte Kaseya mit Blick auf die hochansteckenden Leichen verstorbener Ebola-Patienten.

Lebensbedrohliches Fieber

Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus. 

Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. Seit Anfang Juli läuft die klinische Testung zweier antiviraler Therapieverfahren. Angesichts der Schwere des Ausbruchs soll zudem abgeklärt werden, ob der Erreger womöglich mutiert ist.


Bildnachweis: © Dieudonne Dirole/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Übersicht über aktuelle Baustellen im Stadtgebiet
Stadt Verl

Wann, wo und wie lange? Hier finden Sie Informationen über aktuelle Verkehrsbaustellen im Stadtgebiet. So können Sie...

weiterlesen...
Nächster Hobbymarkt am 5. September
Stadt Verl

Am Samstag, 5. September, ist in Kaunitz von 6 bis 14 Uhr wieder Hobbymarkt. Neben Zier- und Wirtschaftsgeflügel sind...

weiterlesen...
Rollator-Club trifft sich am 14. und 28. August
Stadt Verl

Unter dem Motto „Bewegung ist die beste Medizin“ trifft sich regelmäßig an jedem 2. und 4. Freitag im Monat der...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Reisebus umgestürzt: Tödliches Unglück in der Schweiz
Aus aller Welt

Ein Reisebus aus den Niederlanden mit knapp 50 Insassen stößt im Engadin gegen eine Leitplanke und kippt um. Was bisher über den Unfall bekannt ist - und warum die Polizei Details vorerst zurückhält.

weiterlesen...
«Ein bisschen befremdlich» - Erdbeben in der Region Mannheim
Aus aller Welt

Ein Erdbeben in Worms ist auch weiter weg zu spüren. Die Mannheimer Polizei etwa berichtet von Erschütterungen, die Wormser von mehreren Notrufen. Was bislang bekannt ist.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Reisebus umgestürzt: Tödliches Unglück in der Schweiz
Aus aller Welt

Ein Reisebus aus den Niederlanden mit knapp 50 Insassen stößt im Engadin gegen eine Leitplanke und kippt um. Was bisher über den Unfall bekannt ist - und warum die Polizei Details vorerst zurückhält.

weiterlesen...
«Ein bisschen befremdlich» - Erdbeben in der Region Mannheim
Aus aller Welt

Ein Erdbeben in Worms ist auch weiter weg zu spüren. Die Mannheimer Polizei etwa berichtet von Erschütterungen, die Wormser von mehreren Notrufen. Was bislang bekannt ist.

weiterlesen...