Schlechte Nachrichten für Bahnreisende und Pendler: Nach dem Unfall zweier Güterzüge im Landkreis Gifhorn bleibt der Bahnverkehr auf der vielbefahrenen Strecke zwischen Hannover und Berlin länger eingeschränkt als geplant. Bis voraussichtlich zum 16. Dezember müssen Fahrgäste sich auf längere Reisezeiten und Umleitungen auf der Strecke einstellen, wie die Deutsche Bahn am Mittwoch mitteilte. Zuvor ging die Bahn davon aus, dass die Strecke mindestens bis zum 27. November gesperrt bleiben sollte. Nach Angaben der Feuerwehr gehen die Arbeiten an der Unfallstelle jedoch voran: Voraussichtlich bis zum Wochenende soll demnach das explosive Propangas aus den vier umgekippten Kesselwagen abgepumpt und abgefackelt sein. Mittlerweile sei das Gas aus allen Waggons zur Hälfte abgepumpt, mehr sei wegen der Schräglage der Wagen nicht möglich, sagte ein Feuerwehrsprecher. Ein Waggon sei sogar bereits völlig leer, das verbliebene Gas sei kontrolliert abgefackelt worden. Das Propangas aus den übrigen drei Waggons werde nun ebenfalls abgefackelt. Unter dem Vorbehalt, dass es keine technischen Schwierigkeiten gebe, werde die Feuerwehr die Unfallstelle voraussichtlich «Richtung Wochenende» für die Bergungsarbeiten freigeben. Solange aber noch Gas in den Waggons sei, «ist die Feuerwehr im Spiel». Am Donnerstag vergangener Woche war es bei Leiferde zu dem Unfall gekommen. Dort hielt ein Güterzug an einem Signal. Nach Erkenntnissen der Ermittler gab eine Mitarbeiterin der Deutschen Bahn die Strecke fälschlicherweise für einen weiteren Güterzug mit 25 mit Propangas gefüllten Kesselwagen frei. Dieser kollidierte mit dem stehenden Zug, vier Waggons kippten auf die Seite, mindestens einer wurde so schwer beschädigt, dass Gas ausströmte. Der Lokführer wurde leicht verletzt, die Oberleitung massiv beschädigt. Nach Angaben der Bundespolizei wird gegen die Bahnmitarbeiterin wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Der Feuerwehrsprecher erklärte, wegen der niedrigen Außentemperatur müssten die Waggons erwärmt werden, damit das Propangas vom flüssigen in einen gasförmigen Zustand übergehen und abgefackelt werden könne. Dafür würden die Waggons mit warmem Wasser beregnet. Zwar hatte die Deutsche Bahn Bedenken geäußert, weil das Wasser das Erdreich aufweichen und die Bergung mit großen Kränen erschweren könne. Aber es seien vorsorglich Brunnenschächte angelegt worden, um das Wasser abpumpen zu können, sagte der Sprecher. Nach Angaben der Bahn können die Aufräumarbeiten erst beginnen und die umgekippten Waggons abtransportiert werden, wenn die Feuerwehr die Unfallstelle freigegeben hat. Danach müssten die Schäden an der Infrastruktur genauer begutachtet werden, dann beginne die Reparatur. Bei der Kollision seien Gleise, Oberleitungen sowie Leit- und Sicherungstechnik beschädigt worden. Fahrgäste, die ihre für den Zeitraum zwischen dem 18. November und dem 16. Dezember geplanten Reisen verschieben möchten, können laut Bahn ihr Ticket flexibel im Fernverkehr bis einschließlich sieben Tage nach Störungsende nutzen. Reisenden riet die Bahn, zwischen Berlin und dem nördlichen Nordrhein-Westfalen Umsteigeverbindungen über Hamburg zu nutzen - zwischen Berlin und dem Süden Nordrhein-Westfalens auch Umsteigeverbindungen über Frankfurt. Außerdem seien zwischen Wolfsburg und Hannover stündlich Ersatzbusse unterwegs. Gleichzeitig baut die Deutsche Bahn die sogenannte Weddeler Schleife zwischen Braunschweig und Wolfsburg zweigleisig aus, daher ist der Abschnitt zwischen Weddel und Fallersleben voraussichtlich bis zum 10. Dezember gesperrt. Ziele sind laut Bahn der Halbstundentakt zwischen Braunschweig und Wolfsburg, pünktlichere Züge sowie die Entlastung des Eisenbahnknotens Hannover. Bergungsarbeiten sollen am Wochenende beginnen
Tickets können flexibel genutzt werden
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Einschränkungen nach Güterzugunfall bis Mitte Dezember
Die Folgen der Kollision zweier Güterzüge verlangen Bahnreisenden viel Geduld ab. Jetzt erklärt die Deutsche Bahn, dass die Streckensperrung länger als erwartet dauern dürfte.
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