17. Mai 2024 / Aus aller Welt

Explosion mit drei Toten: Spuren von Brandbeschleuniger

Nach der Explosion und dem Feuer mit 3 Toten und 16 Verletzten in einem Düsseldorfer Wohn- und Geschäftshaus gibt es Hinweise auf Brandbeschleuniger. In einem Kiosk soll Benzin verschüttet worden sein.

Drei Menschen starben in dem Düsseldorfer Wohn- und Geschäftshaus.
Veröffentlicht am 17. Mai 2024 um 17:50 Uhr von dpa

Die Explosion und das Feuer mit 3 Toten und 16 Verletzten in Düsseldorf dürften durch Brandstiftung verursacht worden sein. In einem Kiosk des betroffenen Wohn- und Geschäftshauses sei Benzin als Brandbeschleuniger verschüttet worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Brandermittler hatten entsprechende Spuren entdeckt. «Wir ermitteln wegen Brandstiftung und Mordes», sagte Staatsanwalt Martin Stücker der dpa.

Die Leiche des Kioskbetreibers war in unmittelbarer Nähe des Ladens entdeckt worden. Der Obduktion zufolge sei der 48-Jährige an den Folgen der Explosion gestorben, teilten die Ermittler mit. Er sei der Ehemann der Kioskpächterin und habe den Laden gemeinsam mit seiner Ehefrau betrieben. Zum Zeitpunkt der Explosion habe er sich an dem im Hausinneren gelegenen Zugang zum Kiosk befunden.

Inzwischen seien alle drei Todesopfer identifiziert: ein 18-Jähriger, der 48-Jährige sowie der bereits am Donnerstag identifizierte 55-jährige Hausbewohner. Nach dem ersten Befund seien die 18 und 55 Jahre alten Männer an Rauchvergiftung gestorben. Die bei dem Ereignis in der Nacht zum Donnerstag verletzten Menschen werden in Krankenhäusern und teilweise in Spezialkliniken behandelt. Bei einer schwer verletzten Frau bestehe nach wie vor akute Lebensgefahr.

Der 48 Jahre alte Mann sei der Ehemann der Kioskpächterin. Er habe den Laden gemeinsam mit seiner Ehefrau betrieben. Zum Zeitpunkt der Explosion habe er sich an dem im Hausinneren gelegenen Zugang zum Kiosk befunden.

Ermittlungen zu Hintergründen dauern an

Die Ermittlungen zu der Tat und den Hintergründen dauern weiter an, hieß es. Zum jetzigen Stand gebe es weder Hinweise auf politisch motivierte Kriminalität noch auf eine Einwirkung anderer Personen von außen. Die Ermittlungen der Polizei habe eine Mordkommission übernommen.

Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» hatte unter Berufung auf ein Gespräch mit der Vermieterin der Kioskräume berichtet, dass der Vertrag mit den Kioskbetreibern wegen zahlreicher Beschwerden aus der Nachbarschaft gekündigt worden sei. Ein Polizeisprecher wollte dies weder bestätigen noch dementieren.

Der Brand hatte sich am frühen Donnerstagmorgen von einem Kiosk im Erdgeschoss rasch ausgebreitet. Die Aufräumarbeiten rund um das sechsstöckige Haus waren am Freitagmorgen größtenteils abgeschlossen, der Autoverkehr und auch die Straßenbahn liefen wieder. Der Bürgersteig auf der Seite des Brandhauses wurde mit Zäunen abgesperrt, vor den Resten des Kiosks im Erdgeschoss wurden Holzplatten montiert. Seitlich vom Haus wurde ein rotes Herz aufgesprüht, auf das Blumen und Kerzen niedergelegt wurden.

Stadt stellt Schlafplätze für Hausbewohner 

Für Bewohnerinnen und Bewohner des Brandhauses habe die Stadt Düsseldorf 43 Schlafplätze bereitgestellt, sagte ein Sprecher der Stadt. Vier Plätze davon habe eine vierköpfige Familie in Anspruch genommen. Sie sei in einem Hotel untergekommen. 37 der Schlafplätze befänden sich in Hotels, sechs weitere seien in einer sogenannten Brandunterkunft. Da noch Hausbewohner im Krankenhaus behandelt würden, könnten in den kommenden Tagen weitere Plätze genutzt werden, so der Sprecher.

An der Einsatzstelle hatten sich am Donnerstagmorgen dramatische Szenen abgespielt. Als die Feuerwehr an dem brennenden Haus eintraf, machten auf Balkonen schon Menschen auf sich aufmerksam, die nicht mehr durch das Treppenhaus fliehen konnten. Sie wurden mit Drehleitern in Sicherheit gebracht. Zeitweise betreute die Feuerwehr auch Anwohner aus Nachbargebäuden vor Ort, unterstützt von Notfallseelsorgern. Vor dem Haus verbrannten auch drei Autos, eines davon auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Brandhauses.


Bildnachweis: © Federico Gambarini/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Rollator-Club trifft sich am 14. und 28. August
Stadt Verl

Unter dem Motto „Bewegung ist die beste Medizin“ trifft sich regelmäßig an jedem 2. und 4. Freitag im Monat der...

weiterlesen...
Gesprächskreis „Vergissmeinnicht“ am 18. August
Stadt Verl

Der offene Gesprächskreis „Vergissmeinnicht“ für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz trifft sich das...

weiterlesen...
Monatliche Sprechstunde für Angehörige von Demenzkranken
Stadt Verl

An jedem 4. Dienstag im Monat findet in der Zeit von 10 bis 12 Uhr in Verl eine Sprechstunde des Diakonie...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Feuer im Hohen Venn eingekesselt – Evakuierung aufgehoben
Aus aller Welt

Rund 3.000 Hektar Natur sind zerstört, doch die Evakuierung im Ortsteil Kalterherberg ist beendet. Die Bewohner dürfen zurück.

weiterlesen...
Pistolen für Deutschland unter türkischen Feigen versteckt
Aus aller Welt

Ein Grenzpunkt zwischen Bulgarien und der Türkei ist auch ein Tor in die EU. Schmuggler sind besonders erfinderisch, wenn es um Drogen oder Waffen geht.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Feuer im Hohen Venn eingekesselt – Evakuierung aufgehoben
Aus aller Welt

Rund 3.000 Hektar Natur sind zerstört, doch die Evakuierung im Ortsteil Kalterherberg ist beendet. Die Bewohner dürfen zurück.

weiterlesen...
Pistolen für Deutschland unter türkischen Feigen versteckt
Aus aller Welt

Ein Grenzpunkt zwischen Bulgarien und der Türkei ist auch ein Tor in die EU. Schmuggler sind besonders erfinderisch, wenn es um Drogen oder Waffen geht.

weiterlesen...