29. April 2026 / Aus aller Welt

Europol: Kriminelle rekrutieren Jugendliche für Gewalttaten

Sprengen von Geldautomaten, Überfälle und sogar Mord. Dienstleister bieten im Internet Täter für Verbrechen an. Und die werden immer jünger.

Kriminelle Dienstleister richteten sich gezielt auf Minderjährige.
Veröffentlicht am 29. April 2026 um 15:43 Uhr von dpa

Gewaltverbrechen werden nach einem Bericht von Europol zunehmend als Dienstleistung online angeboten. Täter seien oft Jugendliche, die gezielt angeworben würden, geht aus dem Jahresbericht der Europol-Sondereinheit «Gewalt als Dienstleistung» vor. Zuvor hatte die «Welt» darüber berichtet. 

Im vergangenen Jahr hatten europäische Ermittler 280 Verdächtige festgenommen, die meisten sollen Europol zufolge Kinder und Jugendliche online für Gewaltverbrechen angeworben haben. Weitere rund 1.400 Verdächtige seien im Visier der Ermittler. Europol setzte drei mutmaßliche Auftraggeber, zwei Schweden und einen Deutschen, auf die online Fahndungsliste «Most Wanted». 

In der Sondereinheit der Polizeibehörde mit Sitz in Den Haag arbeiten Ermittler aus elf Ländern, darunter Deutschland, zusammen. Sie hatten etwa 14.000 Accounts identifiziert, auf denen Aufträge für Gewalttaten platziert werden konnten. Sogenannte Dienstleister würden dann gezielt Täter anwerben und für Waffen, Transport und Unterkunft sorgen. 

Jugendliche auf sozialen Medien im Visier

Kriminelle Dienstleister richteten sich gezielt an Minderjährige. Sie würden über soziale Medien angeworben, um gegen Bezahlung Gewaltverbrechen zu verüben: Dabei geht es Europol zufolge um Bedrohungen, das Setzen von Sprengsätzen, Körperverletzung und sogar Mord. 

«Dieses Phänomen breitet sich wie ein Lauffeuer über ganz Europa aus», sagte der Europol-Experte für organisiertes Verbrechen, Andy Kaag, im niederländischen TV-Magazin «Nieuwsuur». Die angeworbenen Täter würden immer jünger. «13, 14 Jahre sind keine Ausnahme, und die Straftaten werden immer gewalttätiger.»

Täter international eingesetzt

Die Täter werden Europol zufolge zunehmend international eingesetzt. So waren im vergangenen Jahr drei junge Männer aus Schweden wegen drei mutmaßlicher Auftragsmorde in den Niederlanden festgenommen worden. In Deutschland waren den Angaben zufolge niederländische Jugendliche festgenommen worden wegen Sprengungen von Geldautomaten.


Bildnachweis: © Jerry Lampen/anp/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Übersicht über aktuelle Baustellen im Stadtgebiet
Stadt Verl

Wann, wo und wie lange? Hier finden Sie Informationen über aktuelle Verkehrsbaustellen im Stadtgebiet. So können Sie...

weiterlesen...
Nächster Hobbymarkt am 5. September
Stadt Verl

Am Samstag, 5. September, ist in Kaunitz von 6 bis 14 Uhr wieder Hobbymarkt. Neben Zier- und Wirtschaftsgeflügel sind...

weiterlesen...
Rollator-Club trifft sich am 14. und 28. August
Stadt Verl

Unter dem Motto „Bewegung ist die beste Medizin“ trifft sich regelmäßig an jedem 2. und 4. Freitag im Monat der...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Tötungsdelikt in Supermarkt – Verdächtiger schwer verletzt
Aus aller Welt

Nach einer tödlichen Attacke in einem Supermarkt sichert die Polizei den Tatort. Die Ermittlungen laufen, der mutmaßliche Täter ist schwer verletzt.

weiterlesen...
Kinder bei Unwetter in Freiburg verletzt
Aus aller Welt

Umgestürzte Bäume, blockierte Straßen, Stromausfall: Ein Unwetter sorgte für zahlreiche Einsätze der Feuerwehr in der Stadt in Baden-Württemberg. Betroffen war auch Bayern.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Tötungsdelikt in Supermarkt – Verdächtiger schwer verletzt
Aus aller Welt

Nach einer tödlichen Attacke in einem Supermarkt sichert die Polizei den Tatort. Die Ermittlungen laufen, der mutmaßliche Täter ist schwer verletzt.

weiterlesen...
Kinder bei Unwetter in Freiburg verletzt
Aus aller Welt

Umgestürzte Bäume, blockierte Straßen, Stromausfall: Ein Unwetter sorgte für zahlreiche Einsätze der Feuerwehr in der Stadt in Baden-Württemberg. Betroffen war auch Bayern.

weiterlesen...