21. August 2024 / Aus aller Welt

Gericht: Tötung von Wildpferden in Australien ist legitim

Die australischen «Brumbies» sind Nachkommen von Pferden der europäischen Siedler. Wegen ihrer großen Zahl werden nun Tausende abgeschossen. Eine Klage von Tierschützern blieb erfolglos.

Die Zahl der «Brumbies» soll drastisch reduziert werden. (Archivbild)
Veröffentlicht am 21. August 2024 um 05:36 Uhr von dpa

In Australien darf die Tötung von Tausenden Wildpferden einem Gerichtsurteil zufolge fortgesetzt werden. Eine örtliche Tierschutzorganisation hatte Klage eingereicht, um das von der Regierung des Bundesstaates New South Wales angeordnete Abschießen aus Hubschraubern im Kosciuszko-Nationalpark zu stoppen. Das Oberste Gericht der Region wies die Klage nun zurück, wie aus dem Urteil hervorging.

Tausende Wildpferde, die in Australien «Brumbies» genannt werden, leben in der Region in den australischen Alpen und sind ein wichtiger Teil der örtlichen Folklore. Sie sind Nachkommen von domestizierten Pferden der europäischen Siedler und vergleichbar mit den amerikanischen Mustangs. Umweltschützer kritisieren, die Tiere störten das empfindliche ökologische Gleichgewicht, verdrängten einheimische Arten und gefährdeten Feuchtgebiete.

Population soll drastisch reduziert werden

Das örtliche Umweltministerium hatte die Keulungen im vergangenen Jahr genehmigt. «Basierend auf der Populationserhebung vom Oktober 2023 wird geschätzt, dass es im Park zwischen 12.797 und 21.760 Wildpferde gibt», hieß es in einer Mitteilung. «Laut Gesetz muss der National Parks and Wildlife Service die Population bis Juni 2027 auf 3.000 Wildpferde reduzieren.» Gleichzeitig sollen der Behörde zufolge aber auch Tiere in andere Gebiete umgesiedelt werden.

Die Anwälte der Tierschützer hatten argumentiert, dass das Abschießen aus der Luft den Pferden «unnötige oder ungerechtfertigte» Schmerzen zufüge und ein Akt der Tierquälerei sei. Das Gericht wies die Klage nach einer dreitägigen Anhörung ab. «Das Gericht entschied, dass das Tierwohl nicht der einzige und auch nicht der wichtigste Gesichtspunkt ist, den der Minister berücksichtigen muss», hieß es in dem Urteil.

Der Kosciuszko-Nationalpark liegt etwa 350 Kilometer südwestlich von Sydney. Das Naturschutzgebiet befindet sich im Gebirgszug der Snowy Mountains. Dazu gehört auch der höchste Berg des australischen Festlandes, der 2228 Meter hohe Mount Kosciuszko. Teile des Parks sind in diesem australischen Herbst und Winter geschlossen worden, um die Keulungen vorzunehmen.

 


Bildnachweis: © picture alliance / dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Übersicht über aktuelle Baustellen im Stadtgebiet
Stadt Verl

Wann, wo und wie lange? Hier finden Sie Informationen über aktuelle Verkehrsbaustellen im Stadtgebiet. So können Sie...

weiterlesen...
Nächster Hobbymarkt am 4. Juli
Stadt Verl

Am Samstag, 4. Juli, ist in Kaunitz von 6 bis 14 Uhr wieder Hobbymarkt. Neben Zier- und Wirtschaftsgeflügel sind...

weiterlesen...
Informationen und Neuigkeiten zum Verler Freibad
Stadt Verl

Die Verler Freibad-Saison hat am 30. April begonnen. Alle Informationen zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen sowie...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Ermittler finden schwere Mängel nach Feuer in Bangkok
Aus aller Welt

Neue Erkenntnisse nach der Feuerkatastrophe in Thailand: Ermittler sprechen von blockierten Notausgängen und möglichen Verstößen gegen Brandschutzauflagen. Derweil steigt die Zahl der Toten.

weiterlesen...
Experte: Ebola-Ausbruch könnte bis nächstes Jahr andauern
Aus aller Welt

Der gerade wegen Ebola in Deutschland behandelte US-Bürger steckte sich im Kongo an: Dort steigt die Zahl der Fälle weiter stark an. Fachleute sehen kein Ende des Ausbruchs.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Ermittler finden schwere Mängel nach Feuer in Bangkok
Aus aller Welt

Neue Erkenntnisse nach der Feuerkatastrophe in Thailand: Ermittler sprechen von blockierten Notausgängen und möglichen Verstößen gegen Brandschutzauflagen. Derweil steigt die Zahl der Toten.

weiterlesen...
Experte: Ebola-Ausbruch könnte bis nächstes Jahr andauern
Aus aller Welt

Der gerade wegen Ebola in Deutschland behandelte US-Bürger steckte sich im Kongo an: Dort steigt die Zahl der Fälle weiter stark an. Fachleute sehen kein Ende des Ausbruchs.

weiterlesen...