Im Fall einer wegen dreifachen Mordes mit Giftpilzen zu lebenslanger Haft verurteilten Frau hat in Australien die Berufungsverhandlung begonnen. Die Anwälte der 51-jährigen Erin Patterson fochten am Mittwoch die im vergangenen Jahr verhängten Schuldsprüche an und begründeten dies unter anderem mit möglichen Verfahrensfehlern, wie mehrere australische Medien berichteten. Der Fall hatte weltweit Aufsehen erregt. Im Juli 2023 hatte Patterson ihre Ex-Schwiegereltern und ein befreundetes Ehepaar zum Mittagessen eingeladen. Auf den Tisch kam Beef Wellington, also Rinderfilet im Blätterteig - verfeinert mit Pilzen. Drei der Gäste starben kurze Zeit später an den Folgen einer Vergiftung mit hochgiftigen Knollenblätterpilzen, ein mit am Tisch sitzender Pastor, Ian Wilkinson, überlebte schwer erkrankt. Besonders verwunderte, dass Patterson selbst ihr Essen überlebte. Zwar ließ sie sich wegen Magenschmerzen und Durchfalls im Krankenhaus behandeln, entließ sich aber am Ende gegen ärztlichen Rat selbst. Patterson bestritt stets, die Pilze absichtlich verarbeitet zu haben, doch eine Jury befand sie im Juli 2025 einstimmig für schuldig. Das Urteil umfasst drei lebenslange Haftstrafen wegen Mordes sowie 25 Jahre für den versuchten Mord. Diese verbüßt sie gleichzeitig. Erst nach 33 Jahren kann sie einen Antrag auf Bewährung stellen. Die 51-jährige Mutter von zwei Kindern verfolgte die Anhörung in Melbourne am Mittwoch den Berichten zufolge per Videoübertragung aus dem Gefängnis. Ihre Anwälte kritisierten demnach unter anderem, dass die Geschworenen während ihrer Beratungen im selben Hotel untergebracht waren wie leitende Ermittler und Mitglieder der Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwaltschaft wies dies zurück. Die Geschworenen seien stets unter Aufsicht gewesen und es habe keine unzulässigen Kommunikationsversuche gegeben. Die Anhörung wird am Donnerstag fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft versucht den Berichten zufolge, selbst das Urteil anzufechten und die Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung zu streichen. Eine Entscheidung über die Berufungen könne erst in einigen Wochen oder Monaten fallen, hieß es.Was war passiert?
Verteidigung beanstandet Unterbringung der Geschworenen
Bildnachweis: © Joel Carrett/AAP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Giftpilz-Mörderin in Australien legt Berufung ein
Nach einem Mittagessen sterben im Süden Australiens drei Menschen an den Folgen einer Vergiftung. Die Gastgeberin wird wegen Mordes verurteilt. Jetzt wird der Fall erneut verhandelt.
Meistgelesene Artikel
- 9. September 2026
Übersicht über aktuelle Baustellen im Stadtgebiet
Wann, wo und wie lange? Hier finden Sie Informationen über aktuelle Verkehrsbaustellen im Stadtgebiet. So können Sie...
- 1. September 2026
Nächster Hobbymarkt am 5. September
Am Samstag, 5. September, ist in Kaunitz von 6 bis 14 Uhr wieder Hobbymarkt. Neben Zier- und Wirtschaftsgeflügel sind...
- 13. August 2026
Rollator-Club trifft sich am 14. und 28. August
Unter dem Motto „Bewegung ist die beste Medizin“ trifft sich regelmäßig an jedem 2. und 4. Freitag im Monat der...
Neueste Artikel
- 11. September 2026
Reisebus umgestürzt: Tödliches Unglück in der Schweiz
Ein Reisebus aus den Niederlanden mit knapp 50 Insassen stößt im Engadin gegen eine Leitplanke und kippt um. Was bisher über den Unfall bekannt ist - und warum die Polizei Details vorerst zurückhält.
- 10. September 2026
«Ein bisschen befremdlich» - Erdbeben in der Region Mannheim
Ein Erdbeben in Worms ist auch weiter weg zu spüren. Die Mannheimer Polizei etwa berichtet von Erschütterungen, die Wormser von mehreren Notrufen. Was bislang bekannt ist.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 11. September 2026
Reisebus umgestürzt: Tödliches Unglück in der Schweiz
Ein Reisebus aus den Niederlanden mit knapp 50 Insassen stößt im Engadin gegen eine Leitplanke und kippt um. Was bisher über den Unfall bekannt ist - und warum die Polizei Details vorerst zurückhält.
- 10. September 2026
«Ein bisschen befremdlich» - Erdbeben in der Region Mannheim
Ein Erdbeben in Worms ist auch weiter weg zu spüren. Die Mannheimer Polizei etwa berichtet von Erschütterungen, die Wormser von mehreren Notrufen. Was bislang bekannt ist.

