Meterdicke und kilometerlange Eisfelder, die wie erstarrt in der Natur liegen: Der Faszination von Gletschern kann sich kaum jemand entziehen. Immer mehr Menschen schauen sich das gerne selbst aus der Nähe an. Der Gletschertourismus boomt. Das belastet aber das sensible Ökosystem, schreiben Forschende der Universitäten Lausanne in der Schweiz und Rice in Houston (US-Bundesstaat Texas) in der Fachzeitschrift «Nature Climate Change». Mehr als 14 Millionen Besucherinnen und Besucher seien im Jahr auf Gletschertouren, schreiben sie. «In der Nähe dieser riesigen Eismassen zu sein, ist ein beeindruckendes Erlebnis, denn sie sind einzigartige Naturwunder, die sich bewegen, knarren, flüstern und zum Nachdenken anregen», schreibt die Anthropologin Cymene Howe von der Rice University. Der Geograf Emmanuel Salim aus Lausanne spricht von einem Paradox: Touristen wollten eine schwindende Welt sehen, solange es noch geht, beschleunigten aber mit ihren umweltbelastenden Reisen den Niedergang der Welt, die sie bewundern wollten. So würden mitunter Helikopterflüge gebucht, die CO2-Emissionen verursachten. Oder es würden eigens für Wanderungen Wege in Gletschergebieten angelegt. Die lokale Bevölkerung etwa in Alaska oder Grönland habe oft wenig von den Besuchern. Die Einnahmen blieben vor allem bei den Tourveranstaltern. Besucher lernten zudem oft wenig über die Sorgen der lokalen Bevölkerung. «Viele Touristen werden einfach zum nächsten beliebten Reiseziel weiterziehen, sobald die Gletscher verschwunden sind», so Salim. Was der Tourismus für die Ökosysteme bedeute, müsse besser analysiert werden, fordert er. Außerdem müsse die lokale Bevölkerung an den Einnahmen aus dem Gletschertourismus teilhaben. Ferner müssten Anstrengungen unternommen werden, um das Bewusstsein der Besucher für Umweltfragen zu schärfen.Eine schwindende Welt sehen, solange es noch geht
Bildnachweis: © Manuel Meyer/dpa-tmn
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Gletschertourismus boomt – Forscher warnen vor Folgen
Mehr als 14 Millionen Menschen besuchen jährlich Gletscher. Forschende warnen: Das schadet den sensiblen Ökosystemen und bringt der lokalen Bevölkerung wenig.
Meistgelesene Artikel
- 27. Februar 2026
Übersicht über aktuelle Baustellen im Stadtgebiet
Wann, wo und wie lange? Hier finden Sie Informationen über aktuelle Verkehrsbaustellen im Stadtgebiet. So können Sie...
- 2. März 2026
Hobbymarkt am 7. März wieder mit mehr Geflügel
Am Samstag, 7. März, ist in Kaunitz von 6 bis 14 Uhr wieder Hobbymarkt. Nach der längeren Pause aufgrund der...
- 13. Februar 2026
Sprechstunde des Bürgermeisters am 19. Februar
Zu seiner nächsten Bürgersprechstunde lädt Bürgermeister Robin Rieksneuwöhner am Donnerstag, 19. Februar,...
Neueste Artikel
Bisher werden in der Nahost-Region gestrandete Deutsche mit gecharterten Flügen aus dem Oman zurück in die Heimat gebracht. Am Wochenende soll es erstmals auch einen Flug aus Riad geben.
Tausende Deutsche sitzen wegen des Iran-Kriegs im Ausland fest. Doch es winkt Hoffnung: Erste Rückholaktionen der Bundesregierung laufen, Außenminister Wadephul stellt weitere in Aussicht.
Weitere Artikel derselben Kategorie
Bisher werden in der Nahost-Region gestrandete Deutsche mit gecharterten Flügen aus dem Oman zurück in die Heimat gebracht. Am Wochenende soll es erstmals auch einen Flug aus Riad geben.
Tausende Deutsche sitzen wegen des Iran-Kriegs im Ausland fest. Doch es winkt Hoffnung: Erste Rückholaktionen der Bundesregierung laufen, Außenminister Wadephul stellt weitere in Aussicht.

