4. Januar 2022 / Aus aller Welt

Großbrand in Südafrikas Parlament gelöscht

Nach dem Brand in Südafrikas Parlamentsgebäude beginnt nun die Klärung der Ursache. Kann ein 49-jähriger Mann, der innerhalb des Gebäudes festgenommen wurde, erste Antworten liefern?

Das eingestürzte Dach des Parlamentsgebäudes von Kapstadt.
von dpa

Das stundenlange Flammeninferno in Südafrikas Parlamentsgebäude hat unter anderem den Sitzungssaal der Nationalversammlung zerstört.

«Die neue Nationalversammlung ist von oben bis unten komplett zerstört; der Aufwand für einen Wiederaufbau wird enorm sein», sagte Feuerwehroffizier Ian Schnetler am Dienstag bei einer Pressekonferenz vor dem Gebäudekomplex in Kapstadt. In dem Trakt würden noch potenzielle Glutnester beobachtet so dass die Ruine für Ermittler voraussichtlich am späten Nachmittag übergeben werden könnte. Auch andere Gebäudeteile seien stark durch Flammen, Löschwasser und Rauch beschädigt. «In einigen Bereichen ist die Dachstruktur eingestürzt», sagte Feuerwehroffizier Simon Abrahams.

Die genaue Brandursache ist weiter unklar

Der am Sonntagmorgen ausgebrochene Großbrand war am Montag zunächst unter Kontrolle gebracht worden, dann aber am Abend von heftigem Wind angefacht im Dachbereich wieder ausgebrochen. Erst Stunden später wurden die Flammen gegen Mitternacht erneut unter Kontrolle gebracht.

In der Touristenmetropole Kapstadt wurde am Dienstag ein 49-Jähriger, der innerhalb des Gebäudes festgenommen worden war, dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Eine Entscheidung über eine mögliche Freilassung auf Kaution wurde auf den 11. Januar vertagt. Dem Mann werden Einbruch, Diebstahl und Brandstiftung sowie der Besitz von Explosivstoffen zur Last gelegt. Er war von Überwachungskameras erfasst worden, die aus noch unbekannten Gründen aber zunächst nicht kontrolliert worden waren und musste vor den Flammen gerettet werden.

Sein Anwalt Luvuyo Godla erklärte nach dem Gerichtstermin: «Mein Mandant weist diese Vorwürfe zurück; dieser arme Mann wird zum Sündenbock gemacht.» Nach seinen Angaben handelt es sich bei dem Mann um einen Arbeitslosen aus der Stadt Mahikeng, der vor sechs Jahren nach Kapstadt zog und nun im Township Khayelitsha lebt.

Die Brandursache ist jedoch zunächst unklar. Auch technische Defekte in dem aus drei Teilen bestehenden Gebäudekomplex werden nicht ausgeschlossen. Die Kosten für einen Wiederaufbau des historischen Gebäudes dürften nach ersten Schätzungen enorm sein. Die Flammen haben unter anderem auch zahlreiche Abgeordneten-Büros zerstört. Kapstadts Bürgermeister hat den rund 400 Parlamentariern Ersatzräume im Rathaus und Kongresszentrum angeboten. Kapstadt ist seit mehr als einem Jahrhundert Sitz des aus der Nationalversammlung und dem Provinzrat bestehenden südafrikanischen Parlaments. Die Regierung ist dagegen im rund 1400 Kilometer entfernten Pretoria angesiedelt.


Bildnachweis: © Bruce Sutherland/City Of Cape Town/AP/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Übersicht über aktuelle Baustellen
Stadt Verl

Wann, wo und wie lange? Hier finden Sie Informationen über aktuelle Verkehrsbaustellen im Stadtgebiet. So können Sie...

weiterlesen...
Spielgruppenplätze für das neue Kitajahr
Aktueller Hinweis

Ab morgen (01.05.) werden Anmeldungen entgegen genommen

weiterlesen...

Neueste Artikel

Mindestens 22 Tote nach Stürmen in den USA
Aus aller Welt

Extremes Wetter gibt es wegen der Klimakrise immer häufiger. In den USA endet das «Memorial Day Weekend» für Menschen in etlichen Bundesstaaten katastrophal.

weiterlesen...
Dürre in Afrika: Namibia erklärt Ausnahmezustand
Aus aller Welt

In zahlreiche Ländern im südlichen Afrika bleibt der Regen aus. Jetzt schlägt auch Namibia Alarm.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mindestens 22 Tote nach Stürmen in den USA
Aus aller Welt

Extremes Wetter gibt es wegen der Klimakrise immer häufiger. In den USA endet das «Memorial Day Weekend» für Menschen in etlichen Bundesstaaten katastrophal.

weiterlesen...
Dürre in Afrika: Namibia erklärt Ausnahmezustand
Aus aller Welt

In zahlreiche Ländern im südlichen Afrika bleibt der Regen aus. Jetzt schlägt auch Namibia Alarm.

weiterlesen...