28. Juni 2023 / Aus aller Welt

Haftbefehle wegen Verdacht auf Drogenhandel über Postfiliale

Sie sollen international Drogen verkauft haben und diese aus einer Kölner Postfiliale verschickt haben. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen gegen die mutmaßlichen Dealer vor. Doch einer von ihnen ist abgetaucht.

Mutmaßliche Drogenhändler sollen Drogen über eine Kölner Postfiliale verschickt haben (Symbolfoto).
Veröffentlicht am 28. Juni 2023 um 16:57 Uhr von dpa

Sie sollen mehrere Hundert Kilogramm Drogen verkauft und über eine Kölner Postfiliale verschickt haben: Am Mittwoch sind Polizei und Staatsanwaltschaft gegen international agierende mutmaßliche Drogenhändler vorgegangen. Die Einsatzkräfte durchsuchten mehrere Wohn- und Geschäftsräume in Köln und vollstreckten mehrere Haftbefehle, wie die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz und die Zentrale Kriminalinspektion Oldenburg mitteilten.

Den Verdächtigen wird demnach vorgeworfen, chemische Drogen über das sogenannte Darknet vertrieben zu haben. Es bestehe der Verdacht des bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, hieß es in der Mitteilung.

Umsatz von mehr als 950.000 Euro

Zwei Hauptbeschuldigte im Alter von 37 und 42 Jahren sollen von November 2019 bis Dezember 2021 in mehr als 9000 Fällen Handel mit Betäubungsmittel getrieben haben, hieß es. Insgesamt sollen sie mindestens 740 Kilogramm Amphetamin, 19 Kilogramm MDMA, 40.000 MDMA-Tabletten und über 7 Kilogramm Metamphetamin vertrieben haben. MDMA ist der Hauptwirkstoff von Ecstasy. Nach bisherigen Ermittlungen sollen sie dabei einen Umsatz von mehr als 950.000 Euro gemacht haben.

Sieben weitere Menschen mit deutscher oder niederländischer Staatsangehörigkeit im Alter von 29 bis 78 Jahren sollen den Hauptverdächtigen bei den Taten geholfen haben. So werden etwa zwei Niederländer verdächtigt, Kurierfahrten unternommen zu haben. Der deutsche Betreiber der Postfiliale und seine Mitarbeiterin sollen «die Pakete außerhalb der üblichen Öffnungszeiten angenommen und deren Zustellung über die Deutsche Post veranlasst» haben.

Ein Hauptbeschuldigter ist untergetaucht

Gegen einen Hauptbeschuldigten, die mutmaßlichen Kuriere und die Verantwortlichen der Postfiliale wurden Haftbefehle des Amtsgerichts Koblenz in Deutschland und den Niederlanden vollstreckt, hieß es weiter. Die Verantwortlichen der Postfiliale seien noch am Mittwoch dem Amtsgericht Koblenz vorgeführt worden, das Untersuchungshaft angeordnet habe. Drei in den Niederlanden Festgenommene sollen am Donnerstag dem zuständigen Gericht in Amsterdam vorgeführt werden. «Der zweite Hauptbeschuldigte ist untergetaucht. Nach ihm wird gefahndet», hieß es weiter.

Insgesamt seien am Mittwoch mehr als 100 deutsche und niederländische Kräfte im Einsatz gewesen. Es seien schriftliche Unterlagen, Datenträger und Kommunikationsmittel sichergestellt worden. Zudem fanden die Kräfte 55 Liter Amphetaminbase, eine Schusswaffe und Bargeld in Höhe von über 150.000 Euro. Dem Einsatz gingen laut Mitteilung mehr als zwei Jahre Ermittlungen voraus.


Bildnachweis: © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Rollator-Club trifft sich am 14. und 28. August
Stadt Verl

Unter dem Motto „Bewegung ist die beste Medizin“ trifft sich regelmäßig an jedem 2. und 4. Freitag im Monat der...

weiterlesen...
Gesprächskreis „Vergissmeinnicht“ am 18. August
Stadt Verl

Der offene Gesprächskreis „Vergissmeinnicht“ für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz trifft sich das...

weiterlesen...
Bürgerservice in den Sommerferien samstags geschlossen
Stadt Verl

Der Bürgerservice der Stadt Verl bleibt in den Sommerferien samstags geschlossen. Der letzte geöffnete Samstag vor den...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Lage bei Monschau spitzt sich zu - Waldbrand rückt näher
Aus aller Welt

Der Brand ist nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Stadt bittet rund 5.000 Menschen, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten.

weiterlesen...
Brand im Hohen Venn: Monschau bereitet Evakuierungen vor
Aus aller Welt

Monschau bereitet sich auf die mögliche Evakuierung wegen eines Waldbrandes auf belgischer Seite vor. Die deutsche Stadt in Grenznähe plant Notunterkünfte. Im Hürtgenwald entspannt sich die Lage.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Lage bei Monschau spitzt sich zu - Waldbrand rückt näher
Aus aller Welt

Der Brand ist nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Stadt bittet rund 5.000 Menschen, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten.

weiterlesen...
Brand im Hohen Venn: Monschau bereitet Evakuierungen vor
Aus aller Welt

Monschau bereitet sich auf die mögliche Evakuierung wegen eines Waldbrandes auf belgischer Seite vor. Die deutsche Stadt in Grenznähe plant Notunterkünfte. Im Hürtgenwald entspannt sich die Lage.

weiterlesen...