5. Dezember 2021 / Aus aller Welt

Fünf Tote in Brandenburg - Verbrechen gibt Rätsel auf

Die Polizei findet in einem Haus in Königs Wusterhausen bei Berlin fünf Leichen - darunter drei Kinder. Sie haben Schuss- und Stichverletzungen. Was ist in dem Haus passiert?

Kerzen vor dem Einfamilienhaus in Königs Wusterhausen, in dem die Toten gefunden wurden.
von Anna Kristina Bückmann und Michael Zehender, dpa

Kerzen brennen vor dem Einfamilienhaus in Königs Wusterhausen südlich von Berlin. Auf einem bunt bemalten Blatt Papier, das am Zaun hängt, steht in Kinderschrift: «Du tanzt nun im Himmel auf einem Regenbogen. Dein Leon».

In dem Wohnhaus hat die Polizei am Samstagmittag fünf Leichen entdeckt - darunter drei Kinder (4, 8 und 10). Was hinter dem Verbrechen steckt, ist noch unklar. Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen.

Am Samstagmittag hatten Zeugen in dem Haus im Ortsteil Senzig leblose Menschen gesehen und die Polizei alarmiert. Beamte fanden die fünf Toten mit Schuss- und Stichverletzungen. Die beiden Erwachsenen waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft Cottbus und der Polizeidirektion Süd 40 Jahre alt.

Bislang sieht es nicht so aus, dass ein Außenstehender für die Tat verantwortlich ist. «Es gibt derzeit keinen Tatverdacht gegen eine dritte Person», sagte Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon der Deutschen Presse-Agentur. «Es gibt keinen Haftbefehl gegen jemanden.» Der «Bild» sagte Bantleon, es sei ein «Abschiedsbrief» gefunden worden. Genaueres sagte er dazu nicht. «Wir können zurzeit nichts ausschließen.»

Königs Wusterhausen liegt im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald und hat knapp 40.000 Einwohner. Senzig ist ein Ortsteil von Königs Wusterhausen und war früher eine eigenständige Gemeinde. Es liegt zwischen Feldern und Seen - eine ruhige Idylle mit vielen Einfamilienhäusern. Der Landrat des Kreises, Stephan Loge (SPD), wurde am Sonntag in einer Mitteilung mit den Worten zitiert: die Nachricht von den fünf Todesfällen habe ihn «fassungslos und traurig gemacht». «Die Tat ist unfassbar.» Er drücke Angehörigen und Freunden der fünf Toten sein tiefes Mitgefühl und Bedauern aus.

Noch am Abend stellen Anwohner eine Kerze vor dem Haus auf. Auf die Frage, ob sie die Toten kannten, antwortet ein Mann: «Das hier ist ein Dorf - man kennt sich.» Ein Frau, die ihr Rad schiebt, sagt: «Das ist schon schlimm, was hier passiert ist.» Das Haus sei neu gebaut worden. Zwei weitere Anwohner, die nur wenige Häuser von dem Wohnhaus entfernt wohnen, berichten, sie hätten vor einigen Tagen ein Schuss gehört. «Das muss aus einer Schusswaffe gekommen sein. Das waren keine Silvesterkracher», sagt ein junger Mann.

Zunächst sind die Rollläden unten, später ist in einem Fenster ein Weihnachtsstern zu sehen. Spekulationen kursieren, die Bewohner hätten sich in Corona-Quarantäne befunden. Bei den Kindern soll es sich um drei Mädchen gehandelt haben.

Die Spurensicherung sei die ganze Nacht vor Ort gewesen, sagt ein Polizeisprecher am Sonntag. Anwohner und Bekannte aus dem näheren Umfeld der Toten werden befragt, die Leichen werden von der Rechtsmedizin untersucht. Am Abend wurde ein kleiner Hund aus dem Haus geholt und in ein Tierheim gebracht.


Bildnachweis: © Fabian Sommer/dpa
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