1. Dezember 2023 / Aus aller Welt

Lebenslange Haft nach Tiefgaragenmord

In einer Bochumer Tiefgarage wird ein 58-Jähriger in seinem Auto erschossen. Jetzt ist der Täter verurteilt worden. Der Richter nennt ihn einen gefährlichen Psychopathen.

Der Hauptangeklagte wird von Justizbeamten in den Gerichtssaal geführt.
von dpa

Die Schüsse trafen das Opfer aus nächster Nähe – direkt ins Gesicht. Vor knapp neun Monaten ist ein 58-jähriger Telekom-Mitarbeiter in seinem Auto erschossen worden. Tatort war eine Tiefgarage in Bochum. Am Freitag ist der Täter zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt worden. Richter Nils Feldhaus nannte die Tat beim Urteil des Bochumer Schwurgerichts «eine eiskalte Hinrichtung». Der 27-jährigen Angeklagte sei ein «gefährlicher Psychopath».

Es war der Abend des 7. März dieses Jahres, als eine Anwohnerin in der Bochumer Tiefgarage auf ein Auto mit laufendem Motor aufmerksam wurde. Dann erblickte sie hinter dem Steuer die schrecklich zugerichtete Leiche. Laut Urteil war insgesamt sieben Mal auf den 58-Jährigen geschossen worden – durch die Heckscheibe und durch das Seitenfenster. Sechs Schüsse trafen. Die Richter gehen davon aus, dass der Angeklagte seinem späteren Opfer aufgelauert und ohne Vorwarnung sofort geschossen hat. Auslöser soll ein vorangegangener Streit im Straßenverkehr gewesen sein.

Laut Urteil ging es dem türkischen Angeklagten um Rache. Er sei leicht zu kränken und maßlos in seiner Wut. Außerdem habe er einen «Hass auf Menschen – besonders auf Deutsche», so Richter Feldhaus.

Sicherungsverwahrung angeordnet

Die Ermittler hatten auf dem Handy des Angeklagten eine Liste gefunden, die mit dem Wort «Höllenmenschen» überschrieben war. Dabei handelte es sich um Namen und Adressen von Personen, an denen sich der 27-Jährige laut Urteil noch rächen wollte. Darunter waren eine ehemalige Lehrerin, mehrere Unternehmer, aber auch Familienangehörige aufgeführt.

Neben der Verurteilung zu lebenslanger Haft erkannten die Richter auch die besondere Schuldschwere und ordneten die anschließende und unbefristete Sicherungsverwahrung an – zum Schutz der Allgemeinheit. Eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ist damit laut Urteil ausgeschlossen.

Im Prozess hatte der Dortmunder die Tat gestanden. In einer Erklärung seiner Verteidiger hieß es allerdings, dass ihn das Opfer zuvor ausländerfeindlich beleidigt und mit dem Tode bedroht habe. In dieser Situation habe er rotgesehen, sei ausgerastet und habe geschossen. Das sahen die Richter jedoch anders. Sie gehen von einem Heimtücke-Mord aus niedrigen Beweggründen aus.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.


Bildnachweis: © Roland Weihrauch/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Junger Kater in der Brissestraße zugelaufen
Stadt Verl

Der Stadtverwaltung ist ein grau-braun getigerter Kater als zugelaufen gemeldet worden. Das ca. ein Jahr alte Tier wurde...

weiterlesen...
Rollator-Club trifft sich wieder am 8. und 22. März
Stadt Verl

Unter dem Motto „Bewegung ist die beste Medizin“ trifft sich regelmäßig an jedem 2. und 4. Freitag im Monat der...

weiterlesen...
Die Johannes Lübbering GmbH ist auf der Suche nach Dir!
Job der Woche

Starte Deine Karriere in Herzebrock Clarholz

weiterlesen...

Neueste Artikel

Strapaze im sulzigen Schnee - 100. Wasalauf in Schweden
Aus aller Welt

Der Wasalauf in Schweden gilt als das härteste Langlaufrennen der Welt. Die rund 16 000 Teilnehmer brauchen neben passendem Material vor allem Kondition und Geduld für den 90 Kilometer langen Lauf.

weiterlesen...
Bundeswehrsoldat vor Tat wegen Bedrohung angezeigt
Aus aller Welt

Vier Menschen sterben bei einer Gewalttat im Landkreis Rotenburg. Die Noch-Ehefrau des Verdächtigen und ihr neuer Freund haben sich zuvor offenbar bedroht gefühlt und Hilfe gesucht.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Strapaze im sulzigen Schnee - 100. Wasalauf in Schweden
Aus aller Welt

Der Wasalauf in Schweden gilt als das härteste Langlaufrennen der Welt. Die rund 16 000 Teilnehmer brauchen neben passendem Material vor allem Kondition und Geduld für den 90 Kilometer langen Lauf.

weiterlesen...
Bundeswehrsoldat vor Tat wegen Bedrohung angezeigt
Aus aller Welt

Vier Menschen sterben bei einer Gewalttat im Landkreis Rotenburg. Die Noch-Ehefrau des Verdächtigen und ihr neuer Freund haben sich zuvor offenbar bedroht gefühlt und Hilfe gesucht.

weiterlesen...