2. September 2021 / Aus aller Welt

Mehr als 70 Staaten für weltweites Abkommen über Plastikmüll

Bilder aus den entlegensten Meeresgegenden, die mit Plastikabfällen verseucht sind, gehen um die Welt. Tonnenweise landet das Material in den Ozeanen. Damit soll bald Schluss sein.

Ein Taucher hält ein Netz mit Abfällen, die er im baskischen Dorf Bermeo aus dem Meer entzogen hat. (Archivbild)
Veröffentlicht am 2. September 2021 um 18:24 Uhr von dpa

Plastikmüll soll mit Hilfe eines internationalen Abkommens bald möglichst nicht mehr in die Natur gelangen.

Das von Deutschland und Partnerländern forcierte UN-Abkommen könnte in wenigen Jahren in Kraft treten, sagte Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Umweltministerium in Berlin, zum Abschluss einer Vorbereitungskonferenz in Genf.

75 Länder hätten ihre Bereitschaft zu Verhandlungen signalisiert. Der Startschuss dafür soll im Frühjahr 2022 bei einem Treffen der mehr als 190 Mitgliedsländer des UN-Umweltprogramms (UNEP) in Nairobi fallen.

«Ja, in einer optimalen Welt wäre das Ziel, den Plastikmüll auf Null zu reduzieren», sagte Flasbarth. Er verglich dies mit dem 1,5-Grad-Ziel der Pariser Klimakonferenz. Dort hatten die Teilnehmer beschlossen, die Klimaerwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Verhandlungen im Frühjahr 2022

Ruanda und Peru legten in Genf einen Resolutionsentwurf vor, mit dem die Verhandlungen im Frühjahr 2022 gestartet werden sollen. Sie schlagen als Ziele für das Abkommen unter anderem vor, Alternativen zu Plastik zu fördern und gesundheitsschädliche Plastikkomponenten zu regulieren. Ebenso müsse für ärmere Länder Geld bereit gestellt werden, damit sie ihren Teil zur Reduzierung von Plastik beitragen.

«Wir haben keine Zeit zu verlieren», sagte Alois Vedder von der Umweltorganisation WWF der Deutschen Presse-Agentur. «Dieses Abkommen muss rechtsverbindlich und stark sein, es darf nicht zum Papiertiger werden.» Die Konsequenzen eines halbherzigen Abkommens wären für die Meere verheerend. «Was ins Meer gelangt, bleibt dort Jahrhunderte.»

Seit den 50er Jahren sind nach Schätzungen weltweit mehr als 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert worden. 60 Prozent davon dürfte auf Müllhalden oder in der Natur gelandet sein, etwa in den Weltmeeren. Die US-Umweltorganisation Pew Charitable Trusts hat berechnet, dass sich die Plastikmenge, die jedes Jahr in Weltmeeren landet, ohne deutliche Eindämmung bis 2040 fast verdreifacht.


Bildnachweis: © Alvaro Barrientos/AP/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Rollator-Club trifft sich am 14. und 28. August
Stadt Verl

Unter dem Motto „Bewegung ist die beste Medizin“ trifft sich regelmäßig an jedem 2. und 4. Freitag im Monat der...

weiterlesen...
Gesprächskreis „Vergissmeinnicht“ am 18. August
Stadt Verl

Der offene Gesprächskreis „Vergissmeinnicht“ für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz trifft sich das...

weiterlesen...
Bürgerservice in den Sommerferien samstags geschlossen
Stadt Verl

Der Bürgerservice der Stadt Verl bleibt in den Sommerferien samstags geschlossen. Der letzte geöffnete Samstag vor den...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Hitzeschlacht im Techno-Takt: Parade gegen Terrorangst
Aus aller Welt

Vor drei Wochen endet der CSD in Berlin in einer Tragödie. Nun steigt die nächste Mega-Party - unter massivem Polizeischutz. Die Stimmung ist ausgelassen, es gibt aber auch einen stillen Moment.

weiterlesen...
Wüst sieht «erste Hoffnung» im Kampf gegen Waldbrand
Aus aller Welt

Hunderte Kräfte sind im Einsatz gegen den größten Waldbrand der NRW-Geschichte. Laut Ministerpräsident Wüst gibt es positive Anzeichen - auch für Anwohner, die ihre Häuser verlassen mussten.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Hitzeschlacht im Techno-Takt: Parade gegen Terrorangst
Aus aller Welt

Vor drei Wochen endet der CSD in Berlin in einer Tragödie. Nun steigt die nächste Mega-Party - unter massivem Polizeischutz. Die Stimmung ist ausgelassen, es gibt aber auch einen stillen Moment.

weiterlesen...
Wüst sieht «erste Hoffnung» im Kampf gegen Waldbrand
Aus aller Welt

Hunderte Kräfte sind im Einsatz gegen den größten Waldbrand der NRW-Geschichte. Laut Ministerpräsident Wüst gibt es positive Anzeichen - auch für Anwohner, die ihre Häuser verlassen mussten.

weiterlesen...