13. September 2024 / Aus aller Welt

Mindestens 20 Tote bei Massakern in Papua-Neuguinea

Schwere Gewalt bei einer neuen Stammesfehde in Papua-Neuguinea: Angreifer verschiedener Clans sollen derzeit wahllos Menschen töten. Es ist nicht das erste Massaker in diesem Jahr.

Stammesfehden sind in Papua-Neuguinea keine Seltenheit. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 13. September 2024 um 04:55 Uhr von dpa

Im Zuge einer Stammesfehde in Papua-Neuguinea sollen Berichten zufolge in den vergangenen zwei Tagen mindestens 20 Menschen brutal getötet worden sein. Auslöser der Gewalt in der Provinz Enga etwa 600 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Port Moresby waren Streitigkeiten zwischen verschiedenen Clans, wie die örtliche Zeitung «Courier Post» berichtete. Auf in Medien verbreiteten Videos waren Leichen zu sehen, die mitten auf der Straße lagen.

Angreifer töteten derzeit jeden, der ihnen in den Weg komme, hieß es. Auch seien viele Häuser in Brand gesetzt worden. «Im gesamten Porgera-Tal herrscht Angst, weil verfeindete Stämme auf Vergeltung und Rache sinnen», schrieb die Zeitung «The National». Beteiligt seien viele Stämme, deren Angehörige im westlichen Teil von Enga lebten.

Anwohner flüchten in Minen-Camps

Die verzweifelte Bevölkerung habe sich in Bergarbeitercamps geflüchtet und harre dort ohne Lebensmittel im Regen aus. In der Nähe liegt die riesige Porgera-Goldmine. Es gebe derzeit nicht genügend Polizeibeamte in der Region, um gegen die Gewalt anzukommen. Weitere Details zu den Hintergründen der Massaker wurden zunächst nicht bekannt.

Erst im Juli waren bei Angriffen auf drei Dörfer im Norden von Papua-Neuguinea mindestens 26 Menschen mit Speeren, Messern und Äxten ermordet worden. Unter den Opfern waren auch viele Kinder. Auslöser der Gewalt in der Provinz Ost-Sepik waren - wie oft in dem Inselstaat - Streitigkeiten um Land- und Wasserrechte.

Stammeskriege keine Seltenheit

Die neuerlichen Angriffe waren bereits der dritte schwere Gewaltausbruch in Papua-Neuguinea in diesem Jahr. Schon im Februar waren in der nun erneut betroffenen Provinz Enga bei einer Stammesfehde mehr als 50 Menschen getötet worden. 

Die Tropeninsel Papua-Neuguinea liegt nördlich von Australien. Sie ist wild und teilweise unerforscht. Zehn Millionen Einwohner leben in dem Commonwealth-Land, die meisten in bitterer Armut - trotz reicher Vorkommen an Rohstoffen wie Öl, Gas und Gold. Stammeskriege zwischen indigenen Gruppen gibt es vor allem im Hochland schon lange. Auf gegenseitige Vorwürfe folgen Angriffe, die dann oft mit Vergeltungsschlägen beantwortet werden.


Bildnachweis: © Mark Schiefelbein/AP
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Rollator-Club trifft sich am 14. und 28. August
Stadt Verl

Unter dem Motto „Bewegung ist die beste Medizin“ trifft sich regelmäßig an jedem 2. und 4. Freitag im Monat der...

weiterlesen...
Gesprächskreis „Vergissmeinnicht“ am 18. August
Stadt Verl

Der offene Gesprächskreis „Vergissmeinnicht“ für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz trifft sich das...

weiterlesen...
Monatliche Sprechstunde für Angehörige von Demenzkranken
Stadt Verl

An jedem 4. Dienstag im Monat findet in der Zeit von 10 bis 12 Uhr in Verl eine Sprechstunde des Diakonie...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Trinkwasserampel für Verl steht wieder auf "Grün"
Stadt Verl

Die Trinkwasserampel steht für das Versorgungsgebiet der Wasserversorgung Verl (WWV) wieder auf „Grün“. Die WWV...

weiterlesen...
Tag des offenen Denkmals: Historische Schätze in Kaunitz entdecken
Stadt Verl

„NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ – unter diesem Motto lädt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz am...

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Weniger Impfungen bei US-Vorschulkindern gemeldet
Aus aller Welt

Die Impfquoten bei US-Vorschulkindern sinken laut CDC leicht. Für immer mehr Kinder gelten zudem Ausnahmeregelungen für Impfungen.

weiterlesen...
Beinahe-Unglück: Warum war die Boeing beim Start zu langsam?
Aus aller Welt

Ein lauter Knall, Unsicherheit im Flieger - nach dem Beinahe-Unglück mit einer Boeing der Vietnam Airlines in München suchen Experten nach der Ursache. Noch gibt es wenige Antworten auf viele Fragen.

weiterlesen...