4. Juni 2025 / Aus aller Welt

Mindestens elf Tote nahe Kricket-Stadion in Indien

Tausende von Kricket-Fans versammeln sich in Bengaluru vor einem Stadion, um ihrem Team zuzujubeln. Plötzlich bricht Chaos aus. Es gibt Tote.

Ein Krankenwagen bahnt sich den Weg durch eine Menschenmenge am M. Chinnaswamy-Stadion in der indischen Stadt Bengaluru.
Veröffentlicht am 4. Juni 2025 um 20:08 Uhr von dpa

Bei einer Massenpanik außerhalb eines Kricket-Stadions in der indischen Millionenstadt Bengaluru sind nach Behördenangaben mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Zudem seien 33 Menschen verletzt worden, sagte der Regierungschef des südlichen Bundesstaats Karnataka, Siddaramaiah, bei einer Pressekonferenz. Der Sender NDTV sprach von fast 50 Verletzten. Zuvor war die Lage bei Jubelfeiern Tausender Fans am Stadion und an anderen Orten in der Stadt außer Kontrolle geraten. «Der Vorfall in Bengaluru ist absolut herzzerreißend», wurde Indiens Ministerpräsident Narendra Modi von seinem Büro auf X zitiert. 

Die Fans hatten sich am Mittwoch unter anderem vor dem Stadion M. Chinnaswamy versammelt, um den Sieg der Heimmannschaft am Tag zuvor beim Saisonfinale des Kricket-Wettbewerbs Indian Premier League (IPL) zu feiern. Die Spieler des Teams Royal Challengers Bengaluru waren zuvor von dem Spiel in Ahmedabad im Westen Indiens zurückgekehrt. Eine geplante Siegesparade des Teams durch Bengaluru wurde angesichts der Katastrophe abgesagt. 

Chaotische Szenen

Berichten indischer Medien zufolge kam es zu chaotischen Szenen vor den Toren des Stadions, in dem Meisterschaftsfeierlichkeiten stattfinden sollten. Als sich eines der Tore geöffnet habe, hätten zahlreiche Menschen, die vorher frei verteilte Eintrittskarten hatten und auch solche ohne Tickets, versucht, in das Stadion zu gelangen, berichtete die Zeitung «The Indian Express». «Jeder stürmte hinein. In dem Chaos stürzten einige, es gab niemanden, der die Menge kontrollierte», wurde ein Augenzeuge zitiert. Viele Menschen verloren den Berichten zufolge in dem dichten Gedränge das Bewusstsein. 

Der Sender NDTV berichtete, der Regierung lägen erste Informationen vor, wonach eine temporäre Abdeckplatte über einem Abfluss in der Nähe des Stadions eingebrochen sei. Daraufhin seien die Menschen in der Umgebung in Panik geraten. 

Unerwartet große Menschenmengen

Weder die Liga noch die Stadtverwaltung habe mit solch großen Menschenmengen gerechnet, sagte der Vizepräsident der nationalen Kricket-Kontrollbehörde, Rajiv Shukla. Es sei ein sehr tragischer Unfall gewesen. Der stellvertretende Regierungschef Karnatakas, Doddalahalli Kempegowda Shivakumar, entschuldigte sich laut dem indischen Sender NDTV dafür, dass die Menschenmengen «nicht kontrollierbar» gewesen seien. 

Bei Massenveranstaltungen und ungeplanten Versammlungen kommt es in dem bevölkerungsreichsten Land der Erde immer wieder zu tödlichen Unfällen. Bei einer Massenpanik während des weltweit größten Pilgerfests, Maha Kumbh Mela, waren im Januar in der nordindischen Stadt Prayagraj mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen.


Bildnachweis: © Aijaz Rahi/AP/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Rollator-Club trifft sich am 14. und 28. August
Stadt Verl

Unter dem Motto „Bewegung ist die beste Medizin“ trifft sich regelmäßig an jedem 2. und 4. Freitag im Monat der...

weiterlesen...
Gesprächskreis „Vergissmeinnicht“ am 18. August
Stadt Verl

Der offene Gesprächskreis „Vergissmeinnicht“ für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz trifft sich das...

weiterlesen...
Bürgerservice in den Sommerferien samstags geschlossen
Stadt Verl

Der Bürgerservice der Stadt Verl bleibt in den Sommerferien samstags geschlossen. Der letzte geöffnete Samstag vor den...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Wüst sieht «erste Hoffnung» im Kampf gegen Waldbrand
Aus aller Welt

Hunderte Kräfte sind im Einsatz gegen den größten Waldbrand der NRW-Geschichte. Laut Ministerpräsident Wüst gibt es positive Anzeichen - auch für Anwohner, die ihre Häuser verlassen mussten.

weiterlesen...
Fall Jason Arday: Trauer nach Tod von Cambridge-Professor
Aus aller Welt

Vor drei Jahren wurde er als jüngster schwarzer Professor der Uni Cambridge gefeiert, nun ist Jason Arday tot. Vergangene Woche war er inmitten zahlreicher Vorwürfe zurückgetreten.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Wüst sieht «erste Hoffnung» im Kampf gegen Waldbrand
Aus aller Welt

Hunderte Kräfte sind im Einsatz gegen den größten Waldbrand der NRW-Geschichte. Laut Ministerpräsident Wüst gibt es positive Anzeichen - auch für Anwohner, die ihre Häuser verlassen mussten.

weiterlesen...
Fall Jason Arday: Trauer nach Tod von Cambridge-Professor
Aus aller Welt

Vor drei Jahren wurde er als jüngster schwarzer Professor der Uni Cambridge gefeiert, nun ist Jason Arday tot. Vergangene Woche war er inmitten zahlreicher Vorwürfe zurückgetreten.

weiterlesen...