25. November 2021 / Aus aller Welt

Nach Streit zugestochen: Fast fünf Jahre Haft

Ob das Maske-Tragen zum Eskalieren des Streits beigetragen hat, bleibt ungewiss. Aber für ein «völlig sinnloses Verbrechen» muss der Täter mehrere Jahre hinter Gitter.

Der Angeklagte wurde wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verurteilt.
von dpa

In einem Prozess um Messerstiche nach einem eskalierten Streit hat das Hamburger Landgericht den Angeklagten am Donnerstag zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt.

Der 27-Jährige habe sich des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht, sagte der Vorsitzende Richter Matthias Steinmann. «Ein völlig sinnloses Verbrechen.» Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Nach Überzeugung des Gerichts näherte sich der Deutsche am 8. Mai nachts betrunken dem späteren Opfer an dessen Transporter in der Nähe der U-Bahn-Haltestelle Legienstraße. Laut Anklage sprach er den Kraftfahrer an, um eine Zigarette zu schnorren. Dabei sei er so nah herangekommen, dass der Fahrer ihn gebeten habe, Abstand zu halten und einen Mund-Nasen-Schutz aufzusetzen. Ob die Bitte um die Maske wirklich der Auslöser der Wut des Angeklagten gewesen sei, bleibe nur eine sehr vage Vermutung, sagte der Richter. «Maskenverweigerer sind Sie in keinem Fall gewesen.» Das habe die Verhandlung ergeben.

Der Angeklagte habe die Tür des Transporters zweimal gegen den Fuß des Fahrers geschlagen - der habe sich daraufhin gewehrt. Es kam zu einer Prügelei. Am Ende habe der Angeklagte mit einem Klappmesser zugestochen - vor den Augen der Familie des Opfers.

Der Angeklagte hatte im Prozess ausgesagt, er habe einen Filmriss, könne zu der Tat nichts sagen. Mehrfach entschuldigte er sich bei dem Opfer. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte eine Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung gefordert.


Bildnachweis: © Ulrich Perrey/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Familienbetrieb sucht Unterstützung!
Job der Woche

Jetzt als Physiotherapeut (m/w/d) bei Physiotherapie Praxis Potrykus und Kowalska bewerben

weiterlesen...
Fünf Fundkatzen suchen ihr Zuhause
Stadt Verl

Der Stadtverwaltung sind fünf Katzen als zugelaufen gemeldet worden. Ein blau-creme gestromter Kater (gefunden am 3....

weiterlesen...
Sparkassen weiterhin Sponsor des Kreissportbundes
Aktuell

Vertrauensvolle Zusammenarbeit wird 2024 und 2025 weitergeführt

weiterlesen...

Neueste Artikel

Fähre sinkt auf dem Nil: Drei tote Arbeiter
Aus aller Welt

Auf dem Nil bei Kairo in Ägypten ist eine Fähre gesunken. Dabei sind drei Menschen gestorben. Nach weiteren Menschen wird noch gesucht.

weiterlesen...
Drei Frauen in Wiener Bordell getötet
Aus aller Welt

Ein Passant alarmiert die Polizei, weil ihm eine Blutspur auffällt. Kurz darauf bietet sich den Ermittlern ein grausamer Anblick. Ein Verdächtiger ist schnell gefasst, das Motiv unklar.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Fähre sinkt auf dem Nil: Drei tote Arbeiter
Aus aller Welt

Auf dem Nil bei Kairo in Ägypten ist eine Fähre gesunken. Dabei sind drei Menschen gestorben. Nach weiteren Menschen wird noch gesucht.

weiterlesen...
Drei Frauen in Wiener Bordell getötet
Aus aller Welt

Ein Passant alarmiert die Polizei, weil ihm eine Blutspur auffällt. Kurz darauf bietet sich den Ermittlern ein grausamer Anblick. Ein Verdächtiger ist schnell gefasst, das Motiv unklar.

weiterlesen...