8. September 2022 / Aus aller Welt

Pickles und Cheese begeistern Artenschützer

Die ikonischen Beutelteufel gelten in ihrer Heimat Tasmanien als bedroht. Nun haben gleich zwei von ihnen in einem Tierpark das Licht der Welt erblickt - und erobern die Herzen ihrer Pfleger im Sturm.

Die Zwillinge Pickles und Cheese begeistern Artenschützer in Australien.
Veröffentlicht am 8. September 2022 um 06:01 Uhr von dpa

Ein Zwillingspärchen Tasmanischer Teufel begeistert Artenschützer in Australien: Die beiden Tierbabys, die auf die Namen Pickles und Cheese getauft wurden, wurden vor vier Monaten im Rahmen eines Zuchtprogramms der Organisation Aussie Ark zur Erhaltung der in Down Under endemischen Art geboren. Derzeit werden sie im Australian Reptile Park nördlich von Sydney per Hand von Tierpfleger Billy Collett aufgezogen. In acht Monaten sollen sie in einem Schutzgebiet in die Freiheit entlassen werden.

Pickles und Cheese hätten bereits die Herzen aller Mitarbeiter erobert, teilte Aussie Ark mit. «Mir fehlt im Moment etwas Schlaf, denn diese Burschen alle paar Stunden zu füttern ist harte Arbeit. Aber ich würde nichts ändern wollen», sagte Collett. Die beiden zeigten bereits deutliche Persönlichkeitsmerkmale. «Sie lieben es, Unfug zu treiben, miteinander zu spielen und alles zu erklimmen», so der Ersatz-Papa.

Aussie Ark habe in diesem Jahr eine sehr erfolgreiche Brutsaison verzeichnet, hieß es. Insgesamt seien 53 Beutelteufel zur Welt gekommen, neun davon in der Wildnis des Schutzgebiets Barrington Wildlife Sanctuary. Bis 2020 gab es die angriffslustigen, bis zu acht Kilogramm schweren «Tasmanian Devils» nur noch auf der Insel Tasmanien, der sie auch ihren Namen verdanken. Dort war ihr Bestand aber wegen einer Krebsart bedroht. Aussie Ark startete ein eigenes Zuchtprogramm für die ikonischen Tiere.

2020 ließ die Organisation zusammen mit anderen Naturschutzgruppen 28 der schwarzen Tiere, die keine Krankheitszeichen zeigten, in einem Reservat nördlich von Sydney frei. Im vergangenen Jahr dann die frohe Botschaft: Die Tiere vermehrten sich. Rund 3000 Jahre nach dem Aussterben der Beutelteufel auf dem Festland wurden dort erstmals wieder Junge - so genannte «Joeys» - in Freiheit geboren.

Seit 1941 stehen die Tiere unter Schutz. Beutelteufel (Sarcophilus harrisii) haben einen extrem starken Biss. Charakteristisch sind die roten Ohren, ein wildes Kreischen und ein übler Geruch, den die Tiere bei Erregung ausströmen.


Bildnachweis: © Aussie Ark/dpa
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