6. Februar 2025 / Aus aller Welt

Neue Details zu Örebro: War mutmaßlicher Schütze Ex-Schüler?

Nach den tödlichen Schüssen an einer Schule in Schweden liegen die Hintergründe der Tat weiter im Dunkeln. Was den mutmaßlichen Täter angeht, zeichnen sich jedoch langsam die Umrisse ab.

Die Polizei gibt neue Details zum mutmaßlichen Täter bekannt.
Veröffentlicht am 6. Februar 2025 um 14:15 Uhr von dpa

Der mutmaßliche Schütze von Örebro war möglicherweise ein ehemaliger Schüler der Risbergska Schule und besaß mehrere Waffen. Das gaben die Ermittler auf einer Pressekonferenz zu den tödlichen Schüssen bekannt, bei denen am Dienstag elf Menschen ums Leben kamen. Es gebe entsprechende Hinweise auf eine Verbindung des Mannes zu der betroffenen Schule, sagte die Leiterin der Ermittlungen, Anna Bergqvist. Das müsse aber noch näher untersucht werden.

Des Weiteren teilten die Ermittler mit, dass der mutmaßliche Schütze vier Waffen und die dazugehörigen Lizenzen besaß. Drei der Waffen fanden die Beamten demnach am Tatort, zusammen mit einer großen Menge unbenutzter Munition.

Bergqvist sagte, die Ermittler glaubten zu wissen, wer der mutmaßliche Täter sei. Sie würden seine Identität aber erst bestätigen, wenn sie sich ganz sicher seien, sagte die Ermittlungsleiterin und bat um Geduld.

Tote, Verletzte, Schreie, Rauch - Beamte berichten von «Inferno»

Am Dienstag waren elf Menschen durch Schüsse am Campus Risbergska im schwedischen Örebro ums Leben gekommen, darunter der mutmaßliche Täter. Sechs Menschen kamen mit teils lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus.

Die ersten Polizeikräfte erreichten die Schule wenige Minuten, nachdem ein Notruf bei der Polizei eingegangen war. Das erzählte der Leiter der Regionalpolizei Örebro, Lars Wirén, bei der Pressekonferenz am Donnerstag. Was die Beamten dort erlebten, könne man als «Inferno» bezeichnen, sagte Wirén und fügte hinzu: «Tote, Verletzte, Schreie und Rauchentwicklung.»

Die Lage an der Schule sei chaotisch gewesen. Die Polizistinnen und Polizisten wurden mit gewehrähnlichen Waffen beschossen, erzählte Wirén. Als seine Kollegen den mutmaßlichen Täter fanden, sei dieser schon tot gewesen. Neben ihm lagen demnach mehrere Waffen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter allein vorging und es sich nicht um einen Terrorakt handelte. Der mutmaßliche Täter war der Polizei nach Angaben der Ermittler zuvor nicht bekannt gewesen. Das Tatmotiv ist bislang unklar.

Schweden - ein Land in Trauer

Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson hatte am Donnerstag die Parteichefs der im Parlament vertretenen Parteien anlässlich der Tat in Örebro zu einem Treffen eingeladen. Die Sitzung begann mit einer Schweigeminute. «Schweden ist ein Land in Trauer», teilte Kristersson der Nachrichtenagentur TT mit. Er sei demnach stolz auf die Kraft und das Mitgefühl, die in seinem Land herrschten.

Am Mittwoch hatten Kristersson sowie das schwedische Königspaar an einem Gedenkgottesdienst in Örebro teilgenommen. Der schwedische Fußballverband kündigte an, vor den kommenden Länderspielen eine Schweigeminute einzulegen.

Örebro liegt etwa 200 Kilometer westlich der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Der Campus Risbergska ist eine Art Bildungszentrum, an dem Erwachsene ab 20 Jahren sowohl Hauptschul- und Gymnasialkurse als auch Sprachkurse belegen und Berufsausbildungen machen können.


Bildnachweis: © Sergei Grits/AP/dpa
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