12. Januar 2026 / Aus aller Welt

Spanien stellt im Ozean Kokain-Rekordmenge sicher

Historischer Schlag gegen die Koks-Mafia: Spanische Fahnder entern im Atlantik ein aus Südamerika kommendes Schiff und entdecken im Frachtraum - in Salz versteckt - eine Riesenmenge an Kokain.

Die Behörden der iberischen Halbinsel kämpfen gegen eine "weiße Flut". (Archivfoto)
Veröffentlicht am 12. Januar 2026 um 17:41 Uhr von dpa

Spanische Spezialeinheiten haben im Atlantik auf einem aus Brasilien kommenden Frachter knapp zehn Tonnen Kokain sichergestellt. Das sei die größte Kokainbeschlagnahme auf hoher See in der Geschichte der spanischen Nationalpolizei, teilte die Behörde mit. Das Schiff wurde demnach 290 Seemeilen (knapp 540 Kilometer) westlich der Kanaren abgefangen und geentert. Alle 13 Besatzungsmitglieder seien festgenommen worden, hieß es. Zudem sei eine Schusswaffe konfisziert worden.

Rauschgift soll in einer Ladung Salz versteckt gewesen sein

Der historische Schlag gegen die südamerikanische Koks-Mafia erfolgte laut Mitteilung bereits vergangene Woche. Die spanischen Einsatzkräfte seien bei den Ermittlungen von der US-Antidrogenbehörde DEA, vom Maritimen Analyse- und Einsatzzentrum für Suchtstoffe – dem Deutschland und weitere europäische Länder angehören – sowie von den Behörden Frankreichs, Großbritanniens und Portugals unterstützt worden.

Die Festgenommenen stammen den amtlichen Angaben zufolge aus Indien und Serbien. Das Rauschgift sei in einer Ladung Salz versteckt gewesen, hieß es. Das Schiff sei zum Hafen von Santa Cruz auf Teneriffa gebracht worden, wo es seit Sonntagnachmittag vor Anker liege. Nach spanischen Medienberichten, die sich auf Sprecher der Nationalpolizei berufen, war auch keinem anderen Land Europas bisher ein so großer Kokain-Coup auf hoher See gelungen.

«Weiße Flut»

Szenen der eindrucksvollen Aktion sind auf einem Video der spanischen Polizei zu sehen. Die Operation trug den Namen «Marea Blanca» (Weiße Flut). Und der Name passt zur kritischen Lage: Spanien wird nach Behörden-Erkenntnissen zunehmend zu einem der wichtigsten Einfallstore der südamerikanischen Kokain-Mafia in Europa. Erst im Oktober hatten Spezialeinheiten der «Policía Nacional» auf einem Frachter im Atlantik 6,5 Tonnen Kokain beschlagnahmt.

«Ganz Europa wird derzeit mit Kokain überschwemmt, und Spanien spielt eine wichtige Rolle als Tor zum Kontinent», warnte Anfang 2025 im Parlament in Madrid der Regierungsbeauftragte für den Nationalen Drogenplan, Joan Ramón Villalbí.


Bildnachweis: © Marcus Brandt/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Rollator-Club trifft sich am 14. und 28. August
Stadt Verl

Unter dem Motto „Bewegung ist die beste Medizin“ trifft sich regelmäßig an jedem 2. und 4. Freitag im Monat der...

weiterlesen...
Gesprächskreis „Vergissmeinnicht“ am 18. August
Stadt Verl

Der offene Gesprächskreis „Vergissmeinnicht“ für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz trifft sich das...

weiterlesen...
Monatliche Sprechstunde für Angehörige von Demenzkranken
Stadt Verl

An jedem 4. Dienstag im Monat findet in der Zeit von 10 bis 12 Uhr in Verl eine Sprechstunde des Diakonie...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Gänsegeier hindert Kreta-Flieger am Abheben
Aus aller Welt

Kurioser Vorfall für Passagiere und Flugpersonal: Als ein großer Vogel es sich auf der Tragfläche eines startbereiten Flugzeugs bequem macht, muss die Feuerwehr anrücken.

weiterlesen...
Bundesbehörde nennt Details zu Boeing-Vorfall in München
Aus aller Welt

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung schildert, wie es beim Start einer Boeing 787-9 in München zu einem Bodenkontakt kam. Was Experten nun untersuchen und warum US-Stellen beteiligt sind.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Gänsegeier hindert Kreta-Flieger am Abheben
Aus aller Welt

Kurioser Vorfall für Passagiere und Flugpersonal: Als ein großer Vogel es sich auf der Tragfläche eines startbereiten Flugzeugs bequem macht, muss die Feuerwehr anrücken.

weiterlesen...
Bundesbehörde nennt Details zu Boeing-Vorfall in München
Aus aller Welt

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung schildert, wie es beim Start einer Boeing 787-9 in München zu einem Bodenkontakt kam. Was Experten nun untersuchen und warum US-Stellen beteiligt sind.

weiterlesen...