27. März 2025 / Aus aller Welt

Studie: Für Dolomiten-Gletscher keine Rettung mehr

Beim Wandern in den italienischen Alpen kann jeder die Gletscherschmelze sehen. Jetzt gibt es dazu auch eine wissenschaftliche Untersuchung - mit besorgniserregendem Ergebnis.

Für die Gletscher in den Dolomiten gibt es nach einer neuen Studie keine Rettung mehr. (Foto: Archiv)
Veröffentlicht am 27. März 2025 um 14:46 Uhr von dpa

Für die Gletscher in den Dolomiten gibt es nach einer neuen Studie praktisch keine Rettung mehr. Demnach befinden sich die Gletscher des viel besuchten Gebirgszugs im italienischen Teil der Alpen inzwischen alle unterhalb der sogenannten Gleichgewichtslinie. Das bedeutet, dass sie keinen Schnee mehr ansammeln können, um sich wieder aufzufüllen. Nur noch in besonders schneereichen Wintern, so die Studie, hätten die Gletscher noch «Akkumulationszonen» - aber das reiche nicht aus.

Der Studie zufolge sank die Gesamtfläche der letzten verbliebenen zwölf Gletscher in den Dolomiten seit den 1980er Jahren um gut die Hälfte von etwas mehr als vier Quadratkilometern auf jetzt nur noch knapp zwei Quadratkilometer. Der Verlust beträgt genau 56 Prozent. Zudem nahm die Gletscherschmelze in den vergangenen Jahren nochmals deutlich zu. Allein seit 2010 sei ein Drittel der Fläche verloren gegangen. Als Grund dafür gilt der Anstieg der Temperaturen infolge des Klimawandels.

Studienleiter: «Es gibt kein Entkommen mehr»

Die neue Studie von der Universität Ca' Foscari in Venedig sowie dem Institut für Polarwissenschaften des italienischen Forschungsrats wurde in der Fachzeitschrift «The Cryosphere» veröffentlicht. Beteiligt waren auch Universitäten aus dem Ausland. Der Leiter der Studie, Andrea Securo aus Venedig, sagte über die Dolomiten-Gletscher: «Es gibt kein Entkommen mehr. Sie werden innerhalb weniger Jahrzehnte verschwinden.» 

Besonders drastisch ist der Eisverlust des Gletschers an der Nordseite der Marmolata, mit 3343 Metern der höchste Berg der Dolomiten. Statt weißer Fläche sieht man immer mehr Gestein und kahle Fläche. Am schlimmsten betroffen ist jedoch der Fradusta-Gletscher, der nur noch ein Zehntel seiner früheren Fläche hat.

Erste Erhebung über Jahrzehnte hinweg

Bei der neuen Erhebung handelt es sich nach Angaben der beteiligten Wissenschaftler um den ersten umfassenden Vergleich über mehrere Jahrzehnte hinweg. Grundlage dafür waren bis 2010 ältere Luftbilder. Seither werden auch Aufnahmen mit besonders hoher Auflösung genutzt, die aus der Luft von Drohnen gemacht wurden.


Bildnachweis: © Manuel Schwarz/dpa
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