11. Juni 2024 / Aus aller Welt

Mann in Zug mit Messer verletzt - Tatverdächtiger in U-Haft

Ein Mann soll in einem Regionalzug einen Fahrgast mit einem Messer schwer verletzt haben. Das könnte auch politische Folgen haben.

Die Spurensicherung hat ein Abteil einer Regionalbahn abgesperrt: Bei einer Messerattacke im Saarland ist ein 21 Jahre alter Mann verletzt worden.
Veröffentlicht am 11. Juni 2024 um 20:41 Uhr von dpa

Nach der Messerattacke in einer Regionalbahn im Saarland muss der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft. Gegen den 32-Jährigen werde wegen des dringenden Verdachts des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung ermittelt, hieß es von der Staatsanwaltschaft Saarbrücken. Der Mann werde zur Untersuchungshaft in die Justizvollzugsanstalt Saarbrücken gebracht. Die Ermittlungen dauern an.

Der 32-Jährige steht im Verdacht, einen 21 Jahre alten Mann unvermittelt in der Regionalbahn mit einem Messer angegriffen und schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt zu haben. Der 21-Jährige hatte einen Stich in den Halsbereich erlitten. Bundespolizisten hatten ihn den Angaben zufolge erstversorgt. Er kam daraufhin in eine Klinik und wurde operiert.

Opfer und Täter kannten sich offenbar nicht

Die mutmaßliche Tatwaffe war nach dem Vorfall an dem Bahnhof gefunden worden. Zudem sei Videomaterial aus der Regionalbahn ausgewertet worden, sagte die Sprecherin der Bundespolizei. Nach bisherigen Erkenntnissen kannten sich das Opfer und der mutmaßliche Täter nicht. Sie saßen sich demnach in dem Zug in einer Vierer-Sitzgruppe gegenüber.

Der Angriff hatte sich kurz vor einem Stopp des Zuges im Hauptbahnhof Saarbrücken ereignet. Als die Bahn hielt, floh der Verdächtige. Nach ihm sei mit Hilfe von Bundes- und Landespolizisten etwa zwei Stunden gefahndet worden - dann habe er sich selbst gestellt, sagte die Sprecherin.

Politische Initiative gegen Messerangriffe

Der saarländische Innenminister Reinhold Jost (SPD) kündigte an, das Saarland werde am Freitag im Bundesrat einer Initiative des Landes Niedersachsen nicht nur zustimmen, sondern ihr auch beitreten. «Weil wir der Auffassung sind, es ist richtig, dass wir durch eine Novelle des Waffenrechts für eine strengere Regulierung im Umgang mit Waffen und Messern in der Öffentlichkeit eintreten müssen», so Jost.

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zählten unter anderem ein generelles Verbot von Springmessern, eine Ausweitung des Führungsverbots auf Messer mit feststehenden Klingen ab sechs Zentimetern Länge und ein allgemeines Verbot von Messern im Sinne des Waffengesetzes in allen Fahrzeugen des öffentlichen Personennahverkehrs sowie in Bahnhöfen, es sei denn, sie werden in verschlossenen Behältnissen mitgeführt. Zudem werde die Landesregierung eine Rechtsverordnung auf den Weg bringen, um Waffen- und Messerverbotszonen im Saarland einrichten zu können.

Gewerkschaft fordert mehr Planstellen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte am Dienstag, mehr Planstellen für Bundespolizisten zur Verfügung zu stellen, die für mehr Sicherheit an Bahnhöfen und Streckennetz sorgen sollen. Dass der Bereich um den Hauptbahnhof großflächig abgeriegelt werden konnte, sei wegen der Bundes- und Landespolizisten möglich gewesen, die schon für die Fußball-Europameisterschaft im Einsatz seien. «Nur weil für alle operativen Kräfte vor und während der EM Urlaubssperren gelten, konnte eine notwendige Präsenz gewährleistet werden», so die Gewerkschaft in ihrer Mitteilung.


Bildnachweis: © Thorsten Kremers/dpa
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