21. November 2021 / Aus aller Welt

Tierschützer: Robben-Bestand im Kaspischen Meer schrumpft

Der Bestand, der im Kaspischen Meer heimischen Robben, ist laut einer Tierschutzorganisation in den vergangenen 100 Jahren stark zurückgegangen. Sie schätzen, etwa um 90 Prozent.

Eine Kaspische Robbe liegt an der russischen Küste des Kaspischen Meers. Tierschützer haben dort in den vergangenen Wochen die Bestände gezählt. Die Tierart ist stark gefährdet.
Veröffentlicht am 21. November 2021 um 08:52 Uhr von dpa

Tierschützer beklagen einen massiven Bestandsrückgang bei der Kaspischen Robbe. Nach Einschätzung des Naturschutzbundes Nabu ist die Gesamtpopulation der stark gefährdeten Art in den vergangenen 100 Jahren um 90 Prozent geschrumpft.

Am Kaspischen Meer werden demnach noch etwa 68.000 Tiere vermutet. Auf russischem Gebiet zählten Tierschützer in den vergangenen Wochen die Bestände.

500 Robben seien dabei registriert worden, sagte Marco Philippi der Deutschen Presse-Agentur, der beim Nabu für den Kaukasus zuständig ist. Fünf Tiere seien mit einem Sender ausgestattet und von sieben weiteren Blut- und Gewebeproben genommen worden. Am Kaspischen Meer liegen Länder wie Russland, Kasachstan, Aserbaidschan und der Iran.

«Um allerdings verlässliche Aussagen über den gesamten Bestand im Kaspischen Meer machen zu können, müsste man im Winter zeitgleich in Russland und Kasachstan zählen, da die Tiere im Winter nach Norden wandern, um auf dem Eis ihre Jungen großzuziehen», sagte Philippi. «Solche Zählungen planen wir für die Zukunft.»

Im Frühjahr und Ende vergangenen Jahres waren insgesamt Hunderte verendete Robben an die russische Küste des Kaspischen Meeres gespült worden. Russische Behörden gingen davon aus, dass sie in Fangnetze geraten waren. Die Tiere gelten als stark gefährdet. Als Gründe nennen Experten etwa Wilderei, Ölförderung und Beifang.

Ein anderer wesentlicher Punkt sei der durch den Klimawandel bedingte Rückgang der Eisflächen, sagte Philippi. «Dadurch schwindet der Lebensraum, den die Robben für die Aufzucht ihrer Jungen brauchen.» Welche Auswirkung das auf den Bruterfolg habe und welchen Einfluss Faktoren wie Jagd oder Wasserverschmutzung hätten, müsse nun dringend herausgefunden werden, um gezielte Schutzmaßnahmen einzuleiten.


Bildnachweis: © NABU/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Übersicht über aktuelle Baustellen im Stadtgebiet
Stadt Verl

Wann, wo und wie lange? Hier finden Sie Informationen über aktuelle Verkehrsbaustellen im Stadtgebiet. So können Sie...

weiterlesen...
Nächster Hobbymarkt am 5. September
Stadt Verl

Am Samstag, 5. September, ist in Kaunitz von 6 bis 14 Uhr wieder Hobbymarkt. Neben Zier- und Wirtschaftsgeflügel sind...

weiterlesen...
Rollator-Club trifft sich am 14. und 28. August
Stadt Verl

Unter dem Motto „Bewegung ist die beste Medizin“ trifft sich regelmäßig an jedem 2. und 4. Freitag im Monat der...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Mitarbeiterinnen abgezogen: Eiffelturm nach Streik geöffnet
Aus aller Welt

Nach dem Abzug weiblichen Personals für eine religiöse Delegation blieb der Eiffelturm aus Protest geschlossen. Die Betreiber räumen einen Fehler ein und wollen eine Wiederholung verhindern.

weiterlesen...
Rund 16.000 Hitzetote in diesem Jahr – und nun?
Aus aller Welt

Mindestens 16.000 Menschen sind hitzebedingt in diesem Jahr in Deutschland gestorben. Experten erklären, warum viele Todesfälle unentdeckt bleiben – und wie sie verhindert werden könnten.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mitarbeiterinnen abgezogen: Eiffelturm nach Streik geöffnet
Aus aller Welt

Nach dem Abzug weiblichen Personals für eine religiöse Delegation blieb der Eiffelturm aus Protest geschlossen. Die Betreiber räumen einen Fehler ein und wollen eine Wiederholung verhindern.

weiterlesen...
Rund 16.000 Hitzetote in diesem Jahr – und nun?
Aus aller Welt

Mindestens 16.000 Menschen sind hitzebedingt in diesem Jahr in Deutschland gestorben. Experten erklären, warum viele Todesfälle unentdeckt bleiben – und wie sie verhindert werden könnten.

weiterlesen...