17. Februar 2026 / Aus aller Welt

Tollwut-Virus bei totem Hund in Rheinland-Pfalz

Deutschland ist tollwutfrei - viele andere Länder weltweit nicht. Hunde aus dem Tierschutz können daher ein Risiko sein, wie ein aktueller Fall zeigt.

In Absprache mit dem Veterinäramt war der Hund in die Quarantänestation eines Tierheims gebracht worden. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 17. Februar 2026 um 16:00 Uhr von dpa

Ein importierter Hund ist in Rheinland-Pfalz an der Tollwut gestorben. Der Impfpass des aus Russland stammenden Welpen sei wahrscheinlich gefälscht gewesen, teilte die Bundestierärztekammer (BTK) mit. «Dieser Fall zeigt, wie schnell die tödliche Viruserkrankung wieder eingeschleppt werden kann.» Deutschland gilt seit 2008 als frei von der klassischen Form der Tollwut.

Der Welpe hatte Verhaltensauffälligkeiten gezeigt und war in Quarantäne gekommen, wie der Rhein-Pfalz-Kreis mitteilte. Dort sei er gestorben. Bei anschließenden Untersuchungen auf verschiedene Viruserkrankungen wurde der Tollwut-Erreger nachgewiesen.

Die Veterinärbehörde habe sämtliche Kontakte ermittelt und diese informiert, hieß es. Eine Gefahr für andere Tiere in der Region bestehe nicht. Das infizierte Tier war der Kreisverwaltung zufolge mit anderen Hunden und Katzen transportiert worden, die für Deutschland, Österreich, Schweiz, Belgien und Frankreich bestimmt waren. Über Prüfergebnisse zu diesen Tieren wurde zunächst nichts bekannt.

Tollwut verläuft tödlich - auch beim Menschen

Klassische Tollwut wird durch das Rabiesvirus verursacht. Sie wird meist durch Bissverletzungen infizierter Säugetiere wie Füchse, Hunde oder Waschbären übertragen und verläuft - auch beim Menschen - unbehandelt fast immer tödlich. Erhalten Betroffene nach einem möglichen Tollwut-Kontakt sofort spezielle Impfungen, kann die Erkrankung verhindert werden. Sobald klinische Symptome beginnen, ist keine Heilung mehr möglich.

Die Bundestierärztekammer (BTK) warnte mit Blick auf den Fall vor den Risiken unzureichend geprüfter Gesundheitsnachweise bei Hunden aus dem Auslandstierschutz. «Tierschutz darf nicht zur Gefährdung der öffentlichen Gesundheit führen», mahnte BTK-Präsident Holger Vogel. Ob und welche Menschen, die Kontakt zu dem betroffenen Hund hatten, im aktuellen Fall vorsorglich Impfungen erhielten, wurde zunächst nicht bekannt.
  
Tollwut ist in vielen Regionen der Welt weiterhin ein großes Problem. Im europäischen Reiseverkehr ist die Tollwutimpfung für Hunde und Katzen verpflichtend. In Deutschland kommen lediglich Fledermaus-Tollwut-Varianten vor, Fälle bei Menschen sind extrem selten.


Bildnachweis: © picture alliance / ZB
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