5. Januar 2026 / Aus aller Welt

UFO-Meldestelle verzeichnet Rekordzahl

Die Venus, ein Starlink-Satellit oder eventuell eine Drohne? Menschen melden immer mehr rätselhafte Beobachtungen am Himmel bei UFO-Forschern im Odenwald. Was die Ursachensuche 2025 ergab.

Die Zahl der Meldungen bei den Hobbyastronomen von Cenap wächst stetig seit einigen Jahren. (Archivbild)
Veröffentlicht am 5. Januar 2026 um 17:53 Uhr von dpa

Bei der UFO-Meldestelle Cenap sind 2025 so viele Sichtungen angezeigt worden wie noch nie zuvor. Das Centrale Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (Cenap) ist Anlaufstelle für Bürger, die nach einer wissenschaftlichen Erklärung für ihre Beobachtungen suchen. Meist handelte es sich nach Angaben der Experten um Planeten oder Sterne. UFO ist die Abkürzung für «unbekannte Flugobjekte».

Insgesamt zählte Cenap mit Sitz im südhessischen Lützelbach im vergangenen Jahr 1.348 UFO-Sichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie vereinzelt aus weiteren Ländern, wie Cenap-Leiter Hansjürgen Köhler mitteilte. Seit 2019 seien die Meldungen jedes Jahr kontinuierlich gestiegen. Aber auch im vergangenen Jahr seien keine Raumschiffe von Außerirdischen dabei gewesen, erklärte Köhler.

Satellit, Raketen, Weltraumschrott: Sichtungen haben viele Ursachen 

Nach seinen Worten ließen helle Planeten wie Venus, Jupiter und der auffällige 
Stern Sirius viele Beobachter rätseln. Zudem hätten Meteore so manche Frühaufsteher und Zufallsbeobachter überrascht, wenn sie auffällig leuchtend verglühten. Zu den Satelliten-Kommunikationssystemen Starlink des Tech-Milliardärs Elon Musk seien mehr als 120 Sichtungen gemeldet worden - unter anderem von Piloten, die bei Nachtflügen überrascht worden seien, erläuterte Köhler. 

Weitere Meldungen seien auf Re-Starts von Raketenstufen zurückzuführen gewesen, wenn abgelassener Treibstoff von der Sonne angestrahlt werde und bizarre Leuchterscheinungen an den Nachthimmel zaubere. Zusätzlich verglühten regelmäßig Satelliten und Raketenteile als Weltraumschrott spektakulär in der Atmosphäre.

Zufallsbeobachter bei Drohnen aufmerksamer

Wie Köhler erläuterte, nehmen seit fünf Jahren Meldungen zu, die als Drohnenflüge identifiziert werden können. Neben kleinen Privat-Drohnen seien auch größere Industriedrohnen oder Polizei-Drohnen im Einsatz. «Durch in der Presse thematisierten Spionage-Flüge von Drohnen sind Zufallsbeobachter noch aufmerksamer und wenden sich mit ihren Videoaufnahmen davon an 
Cenap», ergänzte der Mitbegründer der Meldestelle. Cenap ist eine private amateurastronomische Organisation und besteht seit 1973.


Bildnachweis: © Frank Rumpenhorst/dpa
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