Das Geschirr von Oma im Schrank, die Postkarte in der Schublade oder das alte Kuscheltier aus der Kindheit: Sich von nicht mehr oder nur selten genutzten Gegenständen zu trennen, fällt vielen Deutschen laut einer Umfrage aus emotionalen Gründen schwer. Besonders oft liegt das an den Erinnerungen, die damit verbunden sind, wie eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag des Onlineportals Kleinanzeigen ergab. Ein wichtiger Faktor dabei sind die Menschen, die man mit bestimmten Dingen verbindet. Fast die Hälfte der Befragten behält etwa Geschenke von Leuten, die einem nahestehen (46 Prozent). Oft steckt auch ein Trauerfall dahinter: Fast die Hälfte der Befragten behält Dinge, die sie an Verstorbene erinnern oder von ihnen geerbt haben (47 Prozent). 16 Prozent der Befragten behalten Gegenstände aus vergangenen Beziehungen, 19 Prozent Dinge aus früheren Freundschaften. Auch Erinnerungsstücke von besonderen Erlebnissen wie Reisen (46 Prozent) oder der eigenen Kindheit (44 Prozent) sind bei nahezu jedem Zweiten mit dabei. Nur knapp jeder zehnte Befragte (9 Prozent) behält keine Gegenstände aus emotionalen Gründen – Männer sagten das mehr als doppelt so oft (13 Prozent) wie Frauen (5 Prozent). Doch was löst diese Scheu aus bei Menschen, die Gegenstände nicht abgeben zu wollen – obwohl sie diese im Alltag gar nicht nutzen? Zum Beispiel, weil sie Erinnerungen lebendig halten, findet mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent). Fast jeder Dritte befürchtet, ein Stück einer Person oder seiner eigenen Vergangenheit zu verlieren (30 Prozent). Auch der Sorge, die Entscheidung später zu bereuen, spielt eine Rolle (27 Prozent). Auch ähnlich viele junge Menschen trennen sich ungern von emotionalen Gegenständen, zeigt die Umfrage. Doch das Alter macht auch Unterschiede: Bei größeren Umbrüchen wie Umzügen oder neuen Beziehungen möchten sich 18- bis 24-Jährige stärker von Dingen trennen (22 Prozent) als ältere Menschen (16 Prozent). Auch die Idee, Gegenstände vorher zu digitalisieren, möchte die junge Altersgruppe mit 18 Prozent deutlich häufiger umsetzen als Ältere (8 Prozent). Die häufigste Antwort der Befragten ab 55 Jahren ist ein durchaus pragmatisches Anliegen: Fast jeder Vierte (23 Prozent) von ihnen plant, Gegenstände später zu vererben.Lebendige Erinnerungen und Trennungsängste
Junge Menschen digitalisieren, ältere wollen vererben
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Warum Deutsche sich ungern von Erinnerungsstücken trennen
Ob Erbstücke, Reisesouvenirs oder Kinderspielzeug: Es gibt viele ungenutzte Dinge, die man trotzdem behält. Welche geben Menschen laut einer Umfrage besonders ungern ab – und was löst die Bindung aus?
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