10. Mai 2022 / Aus aller Welt

«Washington Post» gewinnt Pulitzer-Preis

Die Erstürmung des US-Kapitols löste ein politisches Erdbeben in den USA aus - nun sind mehrere Medien für ihre Berichterstattung darüber mit dem wohl bekanntesten Journalistenpreis geehrt worden.

Die leitende Redakteurin Sally Buzbee feiert in der Nachrichtenredaktion der «Washington Post» die Auszeichnung mit dem Pulitzer-Preis.
von dpa

Die Zeitung «Washington Post» hat für ihre Berichterstattung über den Angriff auf das US-Kapitol im Januar 2021 den Pulitzer-Preis gewonnen.

Das Blatt erhielt die Auszeichnung in der Kategorie «Dienst an der Öffentlichkeit» für seine «überzeugend erzählten und anschaulich präsentierten Berichte über den Angriff auf Washington». Diese hätten der Öffentlichkeit ein «gründliches und unerschrockenes Verständnis über einen der dunkelsten Tage der Nation vermittelt», hieß es zur Begründung bei der Verleihung in New York. Für ihre Foto-Berichterstattung zum Kapitol-Sturm wurden auch mehrere Journalisten von Getty Images ausgezeichnet.

Am 6. Januar 2021 hatten Anhänger von US-Präsident Donald Trump den Sitz des US-Kongresses in Washington erstürmt, um zu verhindern, dass der Wahlsieg seines demokratischen Herausforderers Joe Biden bestätigt wird. Bei dem Angriff kamen fünf Menschen ums Leben. Die Attacke auf das Herz der US-Demokratie, bei der viele Abgeordnete und Senatoren um ihr Leben fürchteten, erschütterte das Land. Trump hatte seine Anhänger bei einer Ansprache vor der Erstürmung angestachelt.

«New York Times» dominiert Auslandsberichterstattung

Bei der Auslandsberichterstattung dominierte die «New York Times» mit drei von vier Nominierungen. Die renommierte Zeitung gewann den Pulitzer schließlich für ihre Recherchen zu hohen zivilen Opferzahlen bei US-Luftangriffen im Irak, in Syrien und in Afghanistan. Weitere Preisträger waren die «Tampa Bay Times» für eine investigative Recherche, der «Miami Herald» in der Kategorie Breaking News Reporting und die «Chicago Tribune» für ihre Lokalberichterstattung.

Eine besondere Erwähnung bei der 106. Vergabe des wohl bekanntesten Journalistenpreises der Welt erhielten die Journalisten aus der Ukraine «für ihren Mut, ihre Ausdauer und ihr Engagement für wahrheitsgemäße Berichterstattung während Wladimir Putins so rücksichtsloser Invasion ihres Landes», hieß es. Der russische Präsident hatte im Februar den Befehl für einen Einmarsch in die Ukraine gegeben. Bei ihrer Arbeit vor Ort starben seitdem mehrere Reporterinnen und Reporter.

15 der 22 Kategorien der Pulitzer-Preise sind journalistischen Arbeiten vorbehalten, von investigativen Geschichten über Fotos bis zu Karikaturen. Die Auszeichnung wird außerdem für Literatur sowie für Musik und Theater vergeben. Die Preisträger bestimmt eine Jury, die an der New Yorker Columbia-Universität angesiedelt ist.


Bildnachweis: © Jabin Botsford/The Washington Post/AP/dpa
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