27. Februar 2025 / Aus aller Welt

Wie junge Eisbären ihre Geburtshöhlen verlassen

Kaum jemals allein und fast immer auf Tuchfühlung mit der Mutter: Eine Studie aus Spitzbergen mit Kamerafallen zeigt, wann und wie junge Eisbären zu Frühlingsbeginn ihre Schneehöhlen verlassen.

Junge Eisbären in Spitzbergen verlassen um den 9. März herum erstmals ihre Geburtshöhlen.
Veröffentlicht am 27. Februar 2025 um 12:18 Uhr von dpa

Trächtige Eisbären-Weibchen beziehen im arktischen Herbst eine Höhle im Eis, um ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen. Wann und wie die Tiere diese Unterkunft im Frühjahr verlassen, beschreibt ein internationales Forschungsteam nach der Auswertung von Sendern und Kamerafallen auf der zu Norwegen zählenden Inselgruppe Spitzbergen über mehrere Jahre. 

Demnach verließen die Eisbären ihre Höhlen im Mittel um den 9. März - und meist nur für wenige Augenblicke bis ein paar Stunden, bevor sie wieder zurückkehrten. Die Studie zeigt, dass sich die Kleinen kaum ohne die Mutter aus der Höhle wagen.

Durchschnittlich erst knapp zwei Wochen später zogen die Mütter samt Nachwuchs dann endgültig aus, schreibt das Team um Louise Archer von der Universität Toronto im «Journal of Wildlife Management». Es veröffentlicht die Studie zum Internationalen Tag des Eisbären an diesem Donnerstag.

Eisbären werden um Neujahr herum geboren - blind und unbehaart

Das Wissen um dieses Verhalten sei wichtig, um Eisbären-Populationen zu schützen. Denn gerade für das Überleben der Jungtiere sei das Frühjahr eine kritische Zeit, schreibt die Gruppe. Nur etwa die Hälfte der Jungtiere überlebe bis ins vermehrungsfähige Alter.

Eisbären kommen demnach gewöhnlich etwa um Neujahr zur Welt - blind, unbehaart und nur 500 Gramm schwer. Wenn sie ihre Höhlen später zwischen Februar und April verlassen, wiegen sie mit 10 Kilogramm schon das 20-Fache davon. 

Auf Spitzbergen bleiben die Jungtiere demnach bis zu 2,5 Jahre bei ihrer Mutter. Im Rahmen der Studie hatte das Team aus Kanada, den USA und Norwegen insgesamt 9 Kamerafallen an Höhlen auf Spitzbergen aufgestellt, zudem waren 13 weibliche Eisbären mit Sendern ausgestattet worden.

Analyse ist wichtig angesichts der Pläne zur Rohstoffförderung 

«Diese Studie bietet einen seltenen Einblick in eine der verletzlichsten und kritischsten Phasen im Leben eines Eisbären», wird Ko-Autorin Megan Owen von der San Diego Zoo Wildlife Alliance in einer Mitteilung zur Studie zitiert. «Die Erkenntnisse können zu unseren Schutzbemühungen beitragen.» 

So könnte man jene Gebiete, in denen trächtige Tiere ihre Höhlen in Schnee und Eis graben, bevorzugt unter Schutz stellen. Angesichts von aktuellen Plänen, Bodenschätze in der Arktis vermehrt auszubeuten, sei dies besonders wichtig.


Bildnachweis: © Steven C. Amstrup/Polar Bears International./dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Übersicht über aktuelle Baustellen im Stadtgebiet
Stadt Verl

Wann, wo und wie lange? Hier finden Sie Informationen über aktuelle Verkehrsbaustellen im Stadtgebiet. So können Sie...

weiterlesen...
Nächster Hobbymarkt am 4. Juli
Stadt Verl

Am Samstag, 4. Juli, ist in Kaunitz von 6 bis 14 Uhr wieder Hobbymarkt. Neben Zier- und Wirtschaftsgeflügel sind...

weiterlesen...
Informationen und Neuigkeiten zum Verler Freibad
Stadt Verl

Die Verler Freibad-Saison hat am 30. April begonnen. Alle Informationen zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen sowie...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Feuerinferno in Spanien: Flammen breiten sich weiter aus
Aus aller Welt

Der Kampf gegen die Flammen geht in Andalusien weiter. Rund 500 Einsatzkräfte sind im Einsatz. Probleme bereitet die Identifizierung der Todesopfer.

weiterlesen...
Bekennerbrief nach Brand - Sabotageverdacht an Bahnstrecke
Aus aller Welt

Nach einem Feuer an der Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln taucht ein Bekennerschreiben auf. Nun wird Sabotage vermutet. Die Strecke ist weiterhin gesperrt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Feuerinferno in Spanien: Flammen breiten sich weiter aus
Aus aller Welt

Der Kampf gegen die Flammen geht in Andalusien weiter. Rund 500 Einsatzkräfte sind im Einsatz. Probleme bereitet die Identifizierung der Todesopfer.

weiterlesen...
Bekennerbrief nach Brand - Sabotageverdacht an Bahnstrecke
Aus aller Welt

Nach einem Feuer an der Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln taucht ein Bekennerschreiben auf. Nun wird Sabotage vermutet. Die Strecke ist weiterhin gesperrt.

weiterlesen...