5. November 2024 / Aus aller Welt

Zahl der bekannten Infektionen mit West-Nil-Virus steigt

Infektionen mit dem West-Nil-Virus bleiben oft unbemerkt, denn Infizierte entwickeln nur selten Symptome. Tests bei Blutspendern decken einen Teil der Fälle auf.

In Deutschland sind 26 Infektionen mit dem West-Nil-Virus gemeldet worden.
Veröffentlicht am 5. November 2024 um 05:00 Uhr von dpa

Durch den Stich einer heimischen Mücke haben sich in Deutschland dieses Jahr inzwischen mindestens 26 Menschen mit dem West-Nil-Virus infiziert. In 13 Fällen wurden die Infektionen laut Robert Koch-Institut (RKI) bei Blutspendern festgestellt, die keine Krankheitssymptome aufwiesen. Vier der erfassten Infizierten erkrankten schwer. 2023 waren dem RKI 7 von heimischen Mücken übertragene West-Nil-Infektionen und im Jahr zuvor 17 Infektionen gemeldet worden. 

Die meisten Infektionen wurden für Sachsen (7), Sachsen-Anhalt (6) und Berlin (5) erfasst. Meldungen gab es darüber hinaus auch aus Brandenburg (3), Schleswig-Holstein (2) und je eine aus Thüringen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, wobei sich die Person aus NRW laut RKI vermutlich in Hamburg infiziert hat. 

Hohe Dunkelziffer bei der Fallzahl

Generell gibt es beim West-Nil-Virus eine sehr hohe Dunkelziffer nicht erfasster Fälle, da eine Infektion in etwa 80 Prozent der Fälle ohne Symptome verläuft. Bei knapp 20 Prozent gibt es dem RKI zufolge milde, unspezifische Symptome wie Fieber oder Hautausschlag - auch sie bleiben häufig unbeachtet. 

Schwerere und tödliche Verläufe des West-Nil-Fiebers betreffen meist ältere Menschen mit Vorerkrankungen. Nur etwa ein Prozent der Infektionen führen zu solchen schweren neuroinvasiven Erkrankungen.

Blutspender werden verstärkt getestet

In den ersten Jahren, in denen das Virus hierzulande nachgewiesen wurde, seien Blutspender noch nicht so umfassend getestet worden wie inzwischen, hieß es vom RKI zur Einschätzung der Meldezahlen. Höhere Fallzahlen in den späteren Jahren seien teilweise auf die verstärkte Testung zurückzuführen 

Laut RKI wird das Virus hauptsächlich von Stechmücken zwischen wildlebenden Vögeln übertragen. Über Vögel infizierte Mücken können das Virus auf Menschen und andere Säugetiere übertragen. Die deutschlandweit verbreiteten Culex-Mücken gelten demnach als Hauptüberträger. 

Im Spätsommer 2019 waren dem RKI zufolge erste durch heimische Mücken übertragene West-Nil-Virus-Infektionen in Ostdeutschland bekanntgeworden (insgesamt 5). Auch in den darauffolgenden Jahren wurden in den Sommer- und Herbstmonaten Infektionen in Ostdeutschland (Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen) gemeldet. Experten gehen davon aus, dass die Fallzahlen im Zuge des Klimawandels steigen werden.


Bildnachweis: © Andreas Lander/dpa-Zentralbild/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Übersicht über aktuelle Baustellen im Stadtgebiet
Stadt Verl

Wann, wo und wie lange? Hier finden Sie Informationen über aktuelle Verkehrsbaustellen im Stadtgebiet. So können Sie...

weiterlesen...
Nächster Hobbymarkt am 5. September
Stadt Verl

Am Samstag, 5. September, ist in Kaunitz von 6 bis 14 Uhr wieder Hobbymarkt. Neben Zier- und Wirtschaftsgeflügel sind...

weiterlesen...
Rollator-Club trifft sich am 14. und 28. August
Stadt Verl

Unter dem Motto „Bewegung ist die beste Medizin“ trifft sich regelmäßig an jedem 2. und 4. Freitag im Monat der...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Störung verursacht Chaos an Flughäfen in Großbritannien
Aus aller Welt

Viele Maschinen müssen wegen einer Störung in Großbritannien vorerst am Boden bleiben. Die Auswirkungen sind auch in Deutschland zu spüren.

weiterlesen...
Amazon-Frachtjet-Unfall: Alle Todesopfer saßen in Fahrzeug
Aus aller Welt

Ein Flugzeug des Onlinehändlers Amazon schießt in Miami über die Landebahn hinaus. Die Ermittler suchen nach der Unglücksursache, jetzt gibt Details zu den Todesopfern.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Störung verursacht Chaos an Flughäfen in Großbritannien
Aus aller Welt

Viele Maschinen müssen wegen einer Störung in Großbritannien vorerst am Boden bleiben. Die Auswirkungen sind auch in Deutschland zu spüren.

weiterlesen...
Amazon-Frachtjet-Unfall: Alle Todesopfer saßen in Fahrzeug
Aus aller Welt

Ein Flugzeug des Onlinehändlers Amazon schießt in Miami über die Landebahn hinaus. Die Ermittler suchen nach der Unglücksursache, jetzt gibt Details zu den Todesopfern.

weiterlesen...