18. Mai 2026 / Kreis Gütersloh

Individuelle Förderung durch Vielfalt

Gütersloh. Vielfalt findet sich in allen Bereichen der Kindertagespflege wieder – in den Kindertagespflegepersonen,...

Veröffentlicht am 18. Mai 2026 um 14:23 Uhr von Pressestelle Kreis Gütersloh

Gütersloh. Vielfalt findet sich in allen Bereichen der Kindertagespflege wieder – in den Kindertagespflegepersonen, dem Betreuungsort, den pädagogischen Schwerpunkten und nicht zuletzt auch in den Kindern und ihren Familien. Unter diesem Thema fand am Freitag, 8. Mai, im Kreishaus in Gütersloh die durch das Sachgebiet Kindertagesbetreuung organisierte Jubiläumsfeier zu 25 Jahren Vermittlung von Kindertagespflege im Kreis Gütersloh statt. Neben einem Vortrag zum Thema „Vielfalt und Inklusion – Alles eine Frage der Haltung?“ gab es den Markt der Vielfalt, bei dem verschiedene Informationsstände besucht werden konnten. Anschließend kamen die rund 90 Teilnehmenden zu einem Mittagessen und Austausch zusammen.

Weg vom Schubladendenken hin zum Abbau von Vorurteilen und alten Stereotypen. Dies ist eine klare Botschaft der Veranstaltung, durch welche Barbara Grube, Sachgebietsleitung Kindertagesbetreuung, die Teilnehmenden führte. Kreisdirektorin und Dezernentin Susanne Koch berichtete von der Entstehungsgeschichte der Vermittlungsstellen: Zu Beginn ein auf drei Jahre befristetes „Modellprojekt Kindertagespflege Kreis Gütersloh“, heute wichtiger Bestandteil der Betreuungslandschaft. „Die Vermittlung der Kindertagespflege im Kreis Gütersloh ist ein Modell der Kooperation, was sich seit 25 Jahren bewährt. Die Zusammenarbeit bildet ein starkes Fundament.“ Alle Beteiligten sorgen dafür, dass die Kindertagespflege im Kreis Gütersloh den heutigen Anforderungen nach flexiblen Betreuungsmodellen und Qualität entspricht.

Prof. Dr. Timm Albers, Professor für inklusive Pädagogik an der Universität Paderborn, hielt einen Vortrag zum Thema „Vielfalt und Inklusion – Alles eine Frage der Haltung?“. Er erzählte über seine Definition von Inklusion und gab Impulse für den Alltag von Kindertagespflegepersonen. Sowohl Forschung als auch praktische Erfahrung zeigen, dass die betreuten Kindergruppen immer heterogener werden. Gesetztes Ziel der Inklusion sei es, trotz der vielfältigen Gruppen die Einbindung aller Kinder zu erreichen. Sie beziehe sich nicht ausschließlich auf Kinder mit Behinderung oder Migrationshintergrund. In der Praxis sei es jedoch nicht realisierbar, dass jedes Kind an allem teilhaben kann. „Wenn ein Kind nicht mit dem anderen spielen möchte, ist das so. Das müssen wir als Erwachsene akzeptieren und keinen Zwang ausüben.“ Aufgabe der Kindertagespflegeperson sei es an dieser Stelle Möglichkeiten zu schaffen, die die Teilhabe wieder ermöglichen. Nicht zuletzt deshalb sei Inklusion ein notwendiger Prozess, der niemals abgeschlossen werden kann. Durch Selbstreflexion kann das eigene Empfinden für Inklusion jedoch erhöht werden. Daneben spielen Interaktionen mit den Familien eine wichtige Rolle. Hier liege das Besondere an der Kindertagespflege: Die Beziehung zwischen der Betreuungsperson, dem Kind und der Familie ist eng und dadurch entstehen die bestmöglichen Entwicklungschancen für alle Kinder. Kindertagespflegepersonen sollen danach streben, die Kindertagespflege als sicheren Ort zu gestalten, an dem sich alle Kinder entfalten können. Jeder soll sich angenommen, zugehörig und wertgeschätzt fühlen.

Beim Markt der Vielfalt ging es um die Facetten der Kindertagespflege. Verschiedene Einrichtungen des Kreises Gütersloh sowie externer Organisationen boten Informationsstände an. Hier konnten die teilnehmenden Kindertagespflegemütter und -väter sich beispielsweise über den Umgang mit Sprachbarrieren oder sexualisierter Gewalt an Kindern, dem Aufgabenrepertoire der Familienzentren oder auch über Entwicklungsauffälligkeiten beraten lassen. Fokus des Marktes lag darin, einen Austausch zu ermöglichen. Kindertagespflegepersonen konnten sich vernetzen, neue Informationen bekommen und ihre Erfahrungen teilen.

Zum Thema: Kindertagespflege

Kindertagespflege ist ein Betreuungsangebot für Kinder zwischen 0 und 3 Jahren. Der Unterschied zur U3 Betreuung in einer Kita ist, dass bei der Kindertagespflege eine konstante Bezugsperson eine Gruppe von maximal fünf Kindern, häufig im eigenen Haushalt, familiennah betreut. Zusammenschlüsse aus mehreren Kindertagespflegepersonen sind ebenfalls möglich. Das Alleinstellungsmerkmal ist die enge Verbindung des Kindes zu „ihrer“ Kindertagespflegeperson. Nicht zuletzt die heterogenen Hintergründe der Bezugspersonen sorgen für ein vielfältiges Betreuungsangebot und ermöglichen so eine individuelle Betreuung, welche an die Bedürfnisse der Kinder angepasst ist. Qualifizierungskurse und Eignungsprüfungen durch das Jugendamt gewährleisten eine hohe Qualität der Betreuung.

Quelle: Kreis Gütersloh - hier Original öffnen (www.kreis-guetersloh.de)


Bildnachweis/Bildinformationen: Bei der Jubiläumsfeier zur Kindertagespflege: (v.l.) Sachgebietsleiterin Barbara Grube (Kindertagesbetreuung, Kreis Gütersloh), Bürgermeister Marco Diethelm (Herzebrock-Clarholz), Abteilungsleiter Oliver Lambrecht (Soziales, Jugend und Senioren in Halle (Westf.)), Prof. Dr. Timm Albers (Uni Paderborn), Bürgermeisterin Pamela Westmeyer (Harsewinkel), Kreisdirektorin Susanne Koch, Bürgermeister Klaus Vorderbrüggen (Langenberg), Abteilungsleiter Wilfried Dörhoff (Jugend, Soziales & Wohnen in Rietberg)

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