11. Oktober 2024 / Kreis Gütersloh

Tiefer Respekt und Hochachtung

Gütersloh. Erstmals in der Geschichte der Mobilen Retter im Kreis Gütersloh waren die Ersthelfer selbst zum Feiern...

Veröffentlicht am 11. Oktober 2024 um 09:51 Uhr von Beate Behlert

Gütersloh. Erstmals in der Geschichte der Mobilen Retter im Kreis Gütersloh waren die Ersthelfer selbst zum Feiern eingeladen. Landrat Sven-Georg Adenauer begrüßte gestern Nachmittag (10. Oktober) in der Rotunde des Kreishauses rund 150 Frauen und Männer aus dem gesamten Kreisgebiet. Er lobte den Pioniergeist der ersten Stunde und konnte auch vier Männer begrüßen, die bereits klinisch tot waren, aber reanimiert werden konnten.


„Danke, dass Sie den Mut aufbringen, hier und heute bei dieser Feier zu uns zu sprechen“, sagte Adenauer. Einer der Geretteten ist das ehemalige Kreistagsmitglied Detlef Vincke. Seine Frau war sachkundige Bürgerin im Gesundheitsausschuss und brachte damals die Mobilen Retter mit auf den Weg. Was sie nicht wusste: Kurze Zeit später würde es ihr Ehemann sein, der auf diese Weise gerettet wurde.

 

Vincke und auch die anderen Überlebenden wurden mit ihren damaligen Mobilen Rettern zusammengeführt – eine emotionale Begegnung.

Vor über zehn Jahren wurde das deutschlandweit beachtete Projekt von Prof. Dr. Ralf Stroop aus Halle/Westf. auf den Weg gebracht. Er ist Arzt und Ingenieur für Elektro- und Informationstechnik und war damals Notarzt im Kreis Gütersloh. Stroop konzeptionierte, entwickelte und implementierte das System. „Tiefen Respekt, Hochachtung, was ihr da auf euch nehmt, rund um die Uhr“, sagte der Ideengeber und Entwickler der Mobilen Retter.

Beteiligt war auch Thomas Kuhlbusch als Jurist und Dezernent, der als ‚ziemlich bester Freund‘ der Mobilen Retter – so Adenauer – den Weg in rechtlicher Hinsicht geebnet hat.

Weiterentwickelt und in seiner Qualität verbessert hat es im Anschluss Dr. Bernd Strickmann, Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Gütersloh. In seiner Einführungsrede sagte er: „2022 konnten im deutschen Durchschnitt pro 100.000 Einwohnern sieben Menschen nach einem Kreislaufstillstand in gutem Zustand das Krankenhaus verlassen. Im Kreis Gütersloh waren es zwölf Menschen pro 100.000 Einwohnern. Wenn man das hochrechnet auf unsere Bevölkerungszahl, 370.000 Einwohner etwa, dann haben wir den Durchschnitt mit 26 Überlebenden nach plötzlichem Kreislaufstillstand im Kreis Gütersloh gehalten, aber noch einen draufgesetzt. Bei uns waren es nämlich 45, also 19 mehr. Wir haben den Durchschnitt geschafft und 19 mehr Menschen gerettet. Das sind alle drei Monate einer mehr. Das ist top. Da können wir uns auf die Schulter klopfen.“

Die Mobilen Retter haben sich als Verein organisiert und werden seit Beginn von den Sparkassen im Kreis Gütersloh unterstützt.

 

Quelle: Kreis Gütersloh - hier Original öffnen (www.kreis-guetersloh.de)


Bildnachweis/Bildinformationen:  Gruppenbild mit Landrat Sven-Georg Adenauer (2.v.r.). Überlebende, die nach einem Herz-Kreislaufstillstand zurückgeholt wurden, stellten sich zum Erinnerungsfoto vor dem Kreishaus auf. (v.l.): Thomas Kuhlbusch (Dezernent, Kreis Gütersloh), Detlef Vincke (Überlebender, Werther), Ralf Stroop (Entwickler und Ideengeber, Halle/Westf.), Andreas Lekic (Überlebender, Kreislaufstillstand am Arbeitsplatz in Verl), Heinrich Harbrock (Überlebender, Herzebrock-Clarholz), Alexander Bloch (Überlebender, Borgholzhausen), Bernd Strickmann (Ärztlicher Leiter des kreiseigenen Rettungsdienstes)

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