18. Februar 2025 / Kreis Gütersloh

Verwaltung legt Kostenberechnung für Neubau vor

Gütersloh. Die Kreisverwaltung rechnet aktuell mit einem Kostenvolumen von 72,1 Millionen Euro für das in...

Veröffentlicht am 18. Februar 2025 um 13:38 Uhr von Jan Focken

Gütersloh. Die Kreisverwaltung rechnet aktuell mit einem Kostenvolumen von 72,1 Millionen Euro für das in Verl-Sürenheide geplante Bevölkerungsschutzzentrum. Mit einer Vorlage für den Kreisausschuss und den Kreistag legte sie am Montag erstmals eine Kostenrechnung für das Großprojekt vor. Bisherige Angaben beruhten auf vorläufigen Schätzungen. In dem Bau unweit der Autobahn 2 sollen die Einrichtungen des Brand- und Katastrophenschutzes einschließlich der Kreisfeuerwehrschule, die zentralen Einrichtungen des Kreisrettungsdienstes, die Kreisleitstelle sowie die Logistik für Tierseuchenlagen zusammengefasst werden. Neu in die Planungen aufgenommen wurde, dass in dem Bevölkerungsschutzzentrum auch ein redundanter Serverraum für die Kreis-IT errichtet wird. Der technische Zwilling der Kreis-IT soll dafür sorgen, dass die Kreisverwaltung im Falle eines IT-Ausfalls arbeitsfähig bleibt. „Wir bauen in Sürenheide das sicherste Haus im Kreis. Da bot es sich an, den ohnehin geplanten Zweit-Server dort zu integrieren“, so Anke Dreier, Leiterin der Gebäudewirtschaft.  Abzüglich bereits zugesagter Förderung sowie der Beteiligung der Krankenkassen an den Kosten für Kreisleitstelle und Rettungsdienst verbleiben Kosten von 56,1 Millionen Euro.

Lediglich für die Kreisleitstellentechnik basiert die Vorlage noch auf einer Kostenschätzung. Da der Beschluss, die Leitstelle dorthin zu verlagern, nach dem grundsätzlichen Votum für den Bau des Bevölkerungsschutzzentrums kam, ist auch der Planungsauftrag für die Leitstellentechnik erst zeitlich versetzt vergeben worden. An reinen Baukosten weist die Vorlage einschließlich der Ausstattungskosten der Kreisleitstelle 52,7 Millionen Euro aus. Hinzugerechnet werden noch die Kosten für Honorare, Gebühren und weitere Nebenkosten, die laut dem Projektsteuerungsbüro, das den Kreis begleitet, erfahrungsgemäß bei rund 29 Prozent liegen. Eine größere Kostensicherheit, so die Verwaltung weiter in der Vorlage, läge erst dann vor, wenn die Leistungen ausgeschrieben und Aufträge erteilt worden seien. Daher wurde auch eine mögliche Baukostensteigerung durchgerechnet und dafür eine jährliche Steigerung von 4 Prozent angenommen. Sie ist in den 72,1 Millionen Euro enthalten.

An der ‚Rettungsgasse 2‘ in Verl – die Adresse gibt es schon – entsteht ein großer Komplex mit Fahrzeugstellplätzen, Materiallagern, Büros, Schulungsräumen und ganz viel Technik. Für den Brand- und Katastrophenschutz – inklusive Kreisfeuerwehrschule – werden Schulungsräume, Schlauchpflegerei, Atemschutzwerkstatt, Atemschutzübungsstrecke sowie Räume für die Kreiseinsatzleitung und die Informations- und Kommunikationsgruppe gebaut sowie Fahrzeughallen für Sonderfahrzeuge und Sondereinsatzmittel wie Absetz-Container für den Brand- und Katastrophenschutz. Für diese Fahrzeuge und andere, etwa die Ersatz-Rettungswagen, sind 59 Stellplätze in den Fahrzeughallen eingeplant. Für den Rettungsdienst sind ein Zentrallager für Verbrauchsmaterialien inklusive Pandemievorräte vorgesehen. Vorgehalten werden an der ‚Rettungsgasse 2‘ ebenfalls Medizinprodukte, Fahrzeuge, Ersatzfahrzeuge und Dienstbekleidung. Der Rettungsdienst erhält dort Büros für Sonderfunktionen, eine zentrale Desinfektionseinheit inklusive Gefahrstofflager sowie Schulungsräume für Simulationen im Rahmen der Aus- und Weiterbildung.

Zudem wird in dem Komplex das Logistikzentrum Tierseuchenbekämpfung eingerichtet. Die Notwendigkeit dieses Teils des Bevölkerungsschutzzentrums wird derzeit durch den Ausbruch von Maul- und Klauenseuche und Afrikanischer Schweinepest in Deutschland unterstrichen.  Für das Veterinäramt bietet sich die Chance, den Hygieneblock des Rettungsdienstes sowie auch die übrige Infrastruktur des Gebäudes in einem Tierseuchenfall zu nutzen.

Aufgeben kann der Kreis durch den Neubau verschiedene Liegenschaften und gemietete Räume verteilt im Kreisgebiet, etwa die Kreisfeuerwehrschule St. Vit, das Rettungsdienstzentrum in Schloß Holte, das Pandemielager, die Räume der Kreisleitstelle in dem Gebäude der Berufsfeuerwehr Gütersloh sowie die Vorhaltungen für ein ‚Not-Logistikzentrum‘ Tierseuchen auf dem Kreisbauhof in Wiedenbrück. Dadurch spart der Kreis jährlich künftig rund 252.000 Euro.

Quelle: Kreis Gütersloh - hier Original öffnen (www.kreis-guetersloh.de)

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