12. Mai 2026 / Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Elektrosicherheit im Eigenheim: Obermeister Thomas Bosmann gibt klare Empfehlungen

Nach einem tödlichen Wohnungsbrand in Rietberg-Mastholte empfiehlt Thomas Bosmann, Obermeister der Elektro-Innung...

Veröffentlicht am 12. Mai 2026 um 11:36 Uhr von Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Beim Brand in Mastholte, dem kürzlich eine 91-jährige Frau zum Opfer fiel, deutet laut Presseangaben vieles auf einen elektrischen Defekt hin. Für Thomas Bosmann ist das ein Anlass, auf ein Thema hinzuweisen, das im Alltag oft zu wenig Beachtung findet: die regelmäßige Überprüfung der Elektrik im eigenen Zuhause. Als Obermeister der Elektro-Innung Gütersloh und erfahrener Feuerwehrmann kennt er die Risiken aus zwei Perspektiven. Sein zentraler Rat: der E-Check. Diese anerkannte Prüfung für elektrische Anlagen und Geräte sollte alle vier Jahre von einem qualifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden. „Eigentlich ist das vergleichbar mit dem, was ein Schornsteinfeger macht", erklärt Bosmann. Für ein normales Einfamilienhaus fallen dabei rund 600 bis 700 Euro an – auf das Jahr gerechnet sind das 150 bis 175 Euro. Viele Versicherungen erkennen den E-Check als offiziellen Nachweis über den Zustand der Anlage an – im Schadensfall ein wichtiges Dokument.

Darüber hinaus gibt der Obermeister der Elektro-Innung Gütersloh konkrete Hinweise für den Alltag: Mehrfachsteckdosen sollten niemals in Reihe geschaltet werden, da das zu gefährlicher Überlastung führen kann. Staub in Steckdosenleisten – häufig unbemerkt hinter Sofas oder unter Betten – kann Funken verursachen und Brände auslösen. Bosmann spricht dabei aus eigener Erfahrung als Feuerwehrmann: „Eine brennende Steckdosenleiste hinter einem Sofa, darüber Vorhänge – und wenig später stand das ganze Wohnzimmer in Flammen." Sein Rat: Nicht genutzte Steckdosenöffnungen mit Kindersicherungen abdecken und Leisten beim Hausputz regelmäßig – stromlos – aussaugen. Auch E-Bike-Akkus verdienen besondere Aufmerksamkeit: Sie sollten nur auf nicht brennbarem Untergrund geladen werden, am besten in einem separaten Raum mit geschlossener Tür und Rauchmelder.

Rauchmelder empfiehlt Thomas Bosmann ausdrücklich auch über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus. Seit Anfang 2024 gilt bundesweit die Pflicht zur Installation in Schlafzimmern, Kinderzimmern und Fluren. Der Obermeister der Elektro-Innung Gütersloh rät jedoch, auch Wohnzimmer und Küche damit auszustatten – denn genau dort befinden sich häufig die größten Risikoquellen. Rauchmelder sollten zudem spätestens nach zehn Jahren erneuert werden. „Man sollte nicht am falschen Ende sparen", so Bosmann – ein Grundsatz, der für die Elektrosicherheit im Eigenheim in jeder Hinsicht gilt.

Quelle: Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld (kh-gt-bi.de.de)
Bildnachweis / Bild:MDM

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