10. April 2026 / Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Jetzt anmelden: Mittagsimpuls zu Förderungen für die Qualifizierung von Mitarbeitenden

Am 15. April um 13 Uhr starten wir mit unserer neuen kompakten Info-Reihe „Mittagsimpuls Ausbildung“. Zum Start...

Veröffentlicht am 10. April 2026 um 10:45 Uhr von Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Viele Innungsbetriebe stehen vor derselben Herausforderung: Fachkräfte sind schwer zu finden, gleichzeitig verändern sich Anforderungen im Arbeitsalltag spürbar. Umso wichtiger wird es, die eigenen Beschäftigten gezielt weiterzuentwickeln und Potenziale im Betrieb zu nutzen.

Im Vorfeld unseres neuen Formats „Mittagsimpuls Ausbildung“ am 15. April haben wir mit Fabian Deitermann vom Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit darüber gesprochen, welche Chancen Weiterbildung bietet, wie Betriebe bei der Fachkräftegewinnung aus den eigenen Reihen vorgehen können und welche Fördermöglichkeiten es gibt.

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Wie schätzen Sie aktuell die Arbeitsmarktsituation in der Region Bielefeld und im Kreis Gütersloh ein?

Der Arbeitsmarkt in der Region zeigt sich weiterhin vergleichsweise stabil. Gleichzeitig merken wir deutlich, dass viele Betriebe – gerade im Handwerk – Fachkräfte suchen und zunehmend Schwierigkeiten haben, offene Stellen zu besetzen.

Ein wichtiger Schlüssel liegt deshalb weiterhin in der Ausbildung eigener Fachkräfte. Wer heute ausbildet, investiert direkt in die Zukunft des eigenen Betriebs. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten kann eine gut geplante Nachwuchssicherung ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.

Wie sieht es aktuell auf dem Ausbildungsmarkt in Bielefeld und im Kreis Gütersloh aus?

Der Ausbildungsmarkt ist weiterhin in Bewegung. In der Region melden sich jedes Jahr viele junge Menschen bei der Berufsberatung auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Gleichzeitig bleiben jedoch zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt.

Deshalb möchten wir Betriebe ausdrücklich ermutigen, ihre Ausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit zu melden. So erhöhen sie die Sichtbarkeit ihrer Angebote und erreichen Jugendliche, die aktiv auf der Suche sind. Durch Praktika haben Betriebe zudem die Möglichkeit, junge Menschen bereits vor dem Ausbildungsstart kennenzulernen.

Wichtig ist, frühzeitig aktiv zu werden und jungen Menschen eine Chance zu geben. Denn viele motivierte Nachwuchskräfte warten nur darauf, den passenden Betrieb zu finden.

Warum sollten sich Handwerksbetriebe gerade jetzt mit der Qualifizierung ihrer Beschäftigten beschäftigen?

Der Fachkräftebedarf im Handwerk ist weiterhin hoch. Gleichzeitig verändern Digitalisierung, neue Technologien und gesetzliche Anforderungen viele Arbeitsbereiche. Für Betriebe wird es daher immer wichtiger, die Kompetenzen der eigenen Mitarbeitenden gezielt weiterzuentwickeln.

Die gute Nachricht: Für viele Qualifizierungen gibt es umfangreiche Fördermöglichkeiten durch die Agentur für Arbeit. Betriebe können nicht nur Zuschüsse zu Lehrgangskosten erhalten, sondern teilweise auch eine Erstattung des Arbeitsentgelts während der Weiterbildung.

Viele Betriebe denken bei Weiterbildung zuerst an hohe Kosten. Welche Unterstützung bietet die Agentur für Arbeit konkret?

Über Programme der Beschäftigtenqualifizierung können große Teile der Weiterbildungskosten übernommen werden. Je nach Betriebsgröße und Art der Qualifizierung können Lehrgangskosten häufig sogar vollständig gefördert werden.

Zusätzlich kann ein Zuschuss zum Arbeitsentgelt gewährt werden, wenn Mitarbeitende während der Arbeitszeit an einer Weiterbildung teilnehmen. Gerade für kleine und mittelständische Handwerksbetriebe kann das eine erhebliche Entlastung sein. Wichtig ist: Die Förderung muss vor Beginn der Weiterbildung beantragt werden. Außerdem muss die Maßnahme für eine Förderung zugelassen sein. Deshalb lohnt sich eine frühzeitige Beratung.

Für welche Arten von Weiterbildungen können Betriebe Förderungen erhalten?

Gefördert werden vor allem berufsbezogene Qualifizierungen, die Beschäftigte auf neue Anforderungen vorbereiten. Das können beispielsweise Schulungen zu digitalen Anwendungen, neuen Materialien oder modernen Fertigungstechniken sein.

Auch Teilqualifikationen oder umfangreichere Weiterbildungen sind möglich, etwa wenn Mitarbeitende zusätzliche Kompetenzen erwerben oder sich beruflich weiterentwickeln sollen. Entscheidend ist, dass die Weiterbildung arbeitsmarktpolitisch sinnvoll ist und von einem zugelassenen Bildungsträger durchgeführt wird.

Was raten Sie Betrieben, die sich erstmals mit dem Thema beschäftigen?

Der erste Schritt ist meist ein unverbindliches Beratungsgespräch mit dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit. Dort wird gemeinsam geschaut, welche Qualifizierungsbedarfe im Betrieb bestehen und welche Fördermöglichkeiten infrage kommen.

Für interessierte Betriebe wird es außerdem in Kürze eine Informationsveranstaltung geben. Dort stellen wir die Förderinstrumente genauer vor, erläutern konkrete Praxisbeispiele und beantworten Fragen. Ziel ist es zu zeigen: Qualifizierung muss kein bürokratisches Großprojekt sein. Mit der richtigen Unterstützung kann sie für Betriebe und Beschäftigte gleichermaßen ein Gewinn sein.

Quelle: Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld (kh-gt-bi.de.de)

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