16. Januar 2026 / Stadt Verl

Lesung von Henrik Szántó am 28. Januar ist ausverkauft

Wenn ein altes Haus erzählen könnte: Über die Menschen, die in ihm gelebt haben, über die Ereignisse, die sich über...

von Stadt Verl

Wenn ein altes Haus erzählen könnte: Über die Menschen, die in ihm gelebt haben, über die Ereignisse, die sich über die Jahre zugetragen haben. Von dieser Idee ist der Roman „Treppe aus Papier“ inspiriert, mit dem Henrik Szántó am Mittwoch, 28. Januar, auf Einladung der Stadt Verl, des Heimatvereins Verl und der Pegasus Buchhandlung zu Gast ist. Es ist eine bewegende Geschichte über den Umgang mit Geschichte, Verdrängen und Schweigen, Verantwortung und Erinnerung. Die Veranstaltung ist ausverkauft!

Schauplatz des Romans ist ein Treppenhaus. Hier begegnet die Schülerin Nele der 90-jährigen Irma, die schon als Kind mit ihren nazitreuen Eltern im ersten Stock gewohnt hat. In der Wohnung von Neles Eltern wiederum wohnte früher das jüdische Mädchen Ruth mit ihrer Familie, deren Schicksal Irma mit zu verantworten hat. Nele lernt für eine Geschichtsklausur und kommt mit der alten Dame ins Gespräch. Dabei entfaltet sich langsam die Geschichte eines Jahrhunderts, die als Erinnerung in den Mauern, Dielen und Ritzen bewahrt ist. Und Nele beginnt zu verstehen, dass die Vergangenheit nicht verschwunden ist, sondern nur wenige Stufen entfernt liegt und darauf wartet, erzählt zu werden.

Henrik Szántó, geboren 1988, ist halb Ungar, halb Finne und lebt als Schriftsteller und Moderator in Hannover. Als Spoken-Word-Künstler bespielt er Bühnen im gesamten deutschsprachigen Raum, als Referent hält er Seminare zu poetischem und kreativem Schreiben, Auftritts- und Vortragssicherheit und bereitet Bühnen für neue und etablierte Stimmen. Die Kernthemen seiner Arbeit sind Mehrsprachigkeit, Erinnerungsarbeit und kulturelle Vielfalt.

„Nur weil etwas zwei Generationen her ist, ist es nicht lange her. Die Ereignisse aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wirken massiv in unsere Gegenwart hinein“, sagt Henrik Szántó über seinen Roman. Und weiter: „Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie vererbt ihre Parallelen. Aus ihr zu lernen – wirklich zu lernen, und nicht bloß dafür gelobt werden wollen, wie gut man sich erinnert – ist die Basis einer gelungenen Gegenwart.“

„Indem sich die Lebenswege dreier Bewohnerinnen von der NS-Zeit bis heute in dieser besonderen Erzählperspektive überkreuzen, wird sehr eindrucksvoll deutlich, wie eng Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden sind. Daher passt das Buch besonders gut zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“, betonen die Veranstalter mit Blick auf den Gedenktag am 27. Januar, der Anlass der Lesung ist.

Beginn ist am 28. Januar um 19 Uhr. Achtung: Aufgrund der großen Kartennachfrage wird die Veranstaltung vom ursprünglich geplanten Heimathaus in den Multifunktionsraum des Gymnasiums Verl (St.-Anna Straße 22) verlegt. 

Quelle: Stadt Verl - hier Original öffnen (www.verl.de)
Bildnachweis: © Marvin Ruppert

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