In einer außerplanmäßigen Sitzung hat der Rat der Stadt Verl Michael Esken als Bürgermeister verabschiedet. Es war eine sehr persönliche und bewegende Feierstunde, in der alle Rednerinnen und Redner deutlich machten, wie sehr Esken die Geschicke der Stadt in den vergangenen acht Jahren geprägt und vorangebracht hat. Zum 15. September tritt der 57-Jährige bekanntlich sein neues Amt als Präsident der Gemeindeprüfungsanstalt NRW an.
Es sei ein Glücksfall für Verl gewesen, Michael Esken 2015 für das Bürgermeisteramt in Verl zu gewinnen, sagte der zweite stellvertretende Bürgermeister Matthias Humpert. In seiner Amtszeit habe Esken viele Akzente gesetzt, so zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Baugebiete, für Klimaschutz und Mobilität, durch die Beteiligung der Stadt an der Wasserversorgung, für die Digitalisierung in der Verwaltung und den Schulen, durch Bauprojekte und die Stärkung des Sportes oder auch die Initiierung neuer Veranstaltungen. Große Anerkennung habe er sich zudem durch seine Bürgernähe erworben: Er sei stets für die Bürgerinnen und Bürger ansprechbar gewesen und habe durch neue Wege der Kommunikation auch seinerseits die Menschen mitgenommen. Vor allem auch in Krisenzeiten, wie während der Corona-Pandemie.
Auch Hubert Erichlandwehr, Bürgermeister der Nachbarstadt Schloß Holte-Stukenbrock, hob die Begriffe Information, Kommunikation und Handeln als Leitmotive seines Amtskollegen hervor. „Mit Michael Esken verliert Verl einen Bürgermeister, der seinen Job geliebt hat und nahezu rund um die Uhr für die Bürgerinnen und Bürger da war“, sagte er. Im Kollegenkreis habe man ob Eskens Überzeugungskraft, mit der er die Menschen für seine Ideen begeistert habe, oft staunend nach Verl geblickt. Gleichzeitig sei Esken ein Teamplayer und zudem ein herausragender Netzwerker, so Erichlandwehr.
„Aus tiefster Überzeugung Bürgermeister, zu 150 Prozent mit vollem Herzen dabei und immer den Menschen zugewandt“: Mit diesen Worten beschrieb die CDU-Fraktionsvorsitzende Gabriele Nitsch den scheidenden Verwaltungschef. Für Verl sei seine Arbeit ebenso inspirierend wie bereichernd gewesen. Er habe Visionen denken können, dabei die Bodenhaftung aber nie verloren.
Mit Gruß- und Dankesworten verabschiedeten sich auch die Fraktionsvorsitzenden Johannes Wilke (Bündnis 90/Die Grünen), Elke Henkemeier (SPD), Helmut Kosfeld (FWG) und Dr. Ulrich Klotz (FDP). Videobotschaften zum Abschied hatten die Bürgermeister der beiden Partnerstädte, Stefan Schmidt (Annaburg) und Douglas Mullenhour (Delphos), geschickt.
Das Schlusswort gehörte Michael Esken selbst. Er bedankte sich bei allen Ratsmitgliedern und den Fraktionen für die gute Zusammenarbeit und gab ihnen einen Wunsch mit auf den Weg: Mit Mut in die Zukunft zu blicken, mutig Entscheidungen zu treffen und zu diesen auch zu stehen, Mut für Veränderungen und Mut, Verantwortung zu übernehmen. Das gelte ebenso für die Gesellschaft, in der es immer mehr um Partikularinteressen gehe. Deshalb sei wieder mehr Mut zu Gemeinschaft und gemeinsamem Handeln gefragt. Einen ganz besonderen Dank richtete Esken an seine Familie, die ihn in den insgesamt 20 Jahren als Bürgermeister mit allen Höhen und Tiefen, die dieses Amt mit sich bringe, immer unterstützt habe.
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Ein letztes Gruppenbild: Michael Esken (vorne, Mitte) im Kreise der Ratsmitglieder.
Bildnachweis: (C) Pressestelle der Stadt Verl


