12. Mai 2023 / Aus aller Welt

Roth: Klima der Angst können wir nicht dulden

Zu Beginn des Abends hält Kulturstaatsministerin Claudia Roth eine Rede. Sie ermutigt die Gäste dazu, Missstände in der Filmbranche klar zu benennen.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth will die Filmförderung reformieren.
Veröffentlicht am 12. Mai 2023 um 20:02 Uhr von dpa

Kulturstaatsministerin Claudia Roth hat bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises eine offene Auseinandersetzung mit Missständen in der Branche angemahnt. «Wir sind hier auch hier, um Probleme deutlich zu benennen: Abhängigkeitsverhältnisse, Machtmissbrauch, tätliche Übergriffe, sexualisierte Gewalt am Set», sagte die Grünen-Politikerin.

Wer diese Missstände offen kritisiere, «wer fordert, dass sie abgestellt werden, und dafür als Nestbeschmutzerin geächtet wird» -, könne auf ihre Unterstützung zählen.

Es brauche eine ehrliche und offene Auseinandersetzung. Es müsse möglich sein, darüber zu sprechen, was falsch laufe und was man verbessern könne, darüber zu sprechen, welche Strukturen verändert werden müssten, damit ein Filmset ein Ort sei, an dem Filme in einer guten, kreativen und konstruktiven Arbeitsatmosphäre entstünden. «Ein Klima der Angst können und wollen wir nicht dulden», sagte Roth. Was dem im Wege stehe, könnten sie gemeinsam ändern.

Schlechte Arbeitsbedingungen am Set

«Wir werden unseren Teil dafür tun», sagte Roth. Sie würden die Filmförderung reformieren. Und da gehe es dann auch darum, dass sich Arbeitsbedingungen und Rahmenbedingungen verbesserten und ein Code of Conduct (Verhaltenskodex) verbindlich sei und nicht Sonntagssprech.

Die Verleihung des Filmpreises fällt in eine Zeit, in der über Arbeitsbedingungen am Set diskutiert wird. Nach einem «Spiegel»-Bericht über angebliche Schikane und ein «Klima der Angst» bei den Dreharbeiten zum Film «Manta Manta - Zwoter Teil» von Regisseur Til Schweiger hatte die Produktionsfirma Constantin angekündigt, mögliche Vorfälle am Set aufklären zu lassen.

Schweigers Anwältin hatte dem «Spiegel» zu den Vorwürfen mitgeteilt, ein Teil der «Sachverhalte» sei ihrem Mandanten «nicht bekannt»; ein anderer unterstelle «angebliche Sachverhalte, die es nicht gegeben hat». Weiter hieß es dort, seit Jahren «kursierende Gerüchte» würden «zu Unrecht als tatsächlich» dargestellt. Auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur hatte Schweiger nicht reagiert.


Bildnachweis: © Hannes P. Albert/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Rollator-Club trifft sich am 14. und 28. August
Stadt Verl

Unter dem Motto „Bewegung ist die beste Medizin“ trifft sich regelmäßig an jedem 2. und 4. Freitag im Monat der...

weiterlesen...
Gesprächskreis „Vergissmeinnicht“ am 18. August
Stadt Verl

Der offene Gesprächskreis „Vergissmeinnicht“ für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz trifft sich das...

weiterlesen...
Monatliche Sprechstunde für Angehörige von Demenzkranken
Stadt Verl

An jedem 4. Dienstag im Monat findet in der Zeit von 10 bis 12 Uhr in Verl eine Sprechstunde des Diakonie...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Mathematiker will Formel für Liebe gefunden haben
Aus aller Welt

Liebe ist nicht mystisch oder unberechenbar – sie folgt erkennbaren Mustern, die durch Mathematik beschreibbar sind. Das zumindest behauptet ein Mathematiker. Doch der Ansatz überzeugt nicht alle.

weiterlesen...
Waldbrand im Hohen Venn: Lage stabil
Aus aller Welt

Leichter Regen, feuchte Luft, kein Wind: Das Feuer im Hohen Venn rückt nicht mehr näher auf die deutsche Grenze zu, die Lage hat sich stabilisiert. In der Nacht mussten Anwohner ihre Häuser verlassen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mathematiker will Formel für Liebe gefunden haben
Aus aller Welt

Liebe ist nicht mystisch oder unberechenbar – sie folgt erkennbaren Mustern, die durch Mathematik beschreibbar sind. Das zumindest behauptet ein Mathematiker. Doch der Ansatz überzeugt nicht alle.

weiterlesen...
Waldbrand im Hohen Venn: Lage stabil
Aus aller Welt

Leichter Regen, feuchte Luft, kein Wind: Das Feuer im Hohen Venn rückt nicht mehr näher auf die deutsche Grenze zu, die Lage hat sich stabilisiert. In der Nacht mussten Anwohner ihre Häuser verlassen.

weiterlesen...