13. März 2022 / Wissenswertes

Osterfeuer bis zum 1. April anmelden

Stadt appelliert: Bitte möglichst wenig Feuer!

Nachdem die traditionellen Osterfeuer in den vergangenen beiden Jahren aufgrund der Corona- Pandemie ausfallen mussten, sind so genannte Brauchtumsfeuer in diesem Jahr nach aktuellem Stand wieder möglich. Sie müssen allerdings bei der Stadtverwaltung angemeldet werden und sind auch mit bestimmten Auflagen verbunden. Die Stadt Verl appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, die Zahl der Osterfeuer trotzdem möglichst einzugrenzen oder sogar darauf zu verzichten.

Denn die Feuer verschmutzen die Luft mit Feinstaub, CO2-Emissionen und anderen Giftstoffen. Insbesondere bei Inversionswetterlagen legt sich der Qualm wie eine Glocke über die Stadt. Wer ein Osterfeuer entzündet, sollte außerdem Rücksicht auf Tiere nehmen. Holzhaufen sind ein bevorzugter Lebensraum für Kleintiere wie Igel, Käfer, Bienen und Kröten. Auch Hase und Spitzmaus nutzen die Haufen gerne als Unterschlupf und einige Vögel brüten sogar darin. Damit sich die Tiere nicht schon frühzeitig einnisten, sollte der Baum- und Strauchschnitt erst unmittelbar vor dem Abbrennen zusammengestellt werden und in jedem Fall vor dem Entzünden vorsichtig umgeschichtet werden. So haben die Tiere die Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen.

Klimaschutzmanager Dr. Fabian Humpert weist aus aktuellem Anlass noch auf einen weiteren Aspekt hin: »Wer seinen Strauchschnitt nicht als Osterfeuer verbrennt, sondern als Heizbrennstoff zur Verfügung stellt, leistet einen kleinen Beitrag dazu, dass Deutschland unabhängiger von russischem Gas und Öl wird. Das geht in Verl ganz einfach, indem der Strauchschnitt für eine Weiterverwertung zur Gartenabfallannahme an der Marienstraße gebracht wird«, sagt er. Als kleine Neuerung wird dort ab sofort auch bereits gehäckselter Strauchschnitt entgegengenommen, der dann im Verler Biomasseheizwerk verwendet werden kann. Die Annahmestelle ist jeden Freitag von 14 bis 19 Uhr geöffnet. In bestimmten Monaten werden noch zusätzliche Öffnungszeiten angeboten, zudem gibt es als besonderen Service die kostenlose Strauchschnittabfuhr im Februar.

»Natürlich haben Osterfeuer eine lange Tradition und sind auch beliebte Treffpunkte. Aber es wäre schön, wenn sich Veranstalter einfach zusammentun könnten und so weniger Feuer entzündet würden«, ergänzt Thomas Danzi vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung. »Das würde helfen, die Umweltbelastung zumindest zu reduzieren und auch zu weniger Geruchsbelästigung führen.« Jedes Jahr erreichen das Ordnungsamt etliche Beschwerden aufgrund der Osterfeuer.

Wenn ein Osterfeuer abgebrannt werden soll, muss es bis spätestens 1. April im Fachbereich Sicherheit und Ordnung angemeldet werden: per Mail an thomas.danzi@verl.de oder per Fax an 961-21171. Das Anmelde-Formular ist im Rathaus erhältlich und steht auf der städtischen Internetseite zum Download bereit.

Verbrannt werden dürfen ausschließlich unbehandeltes Holz, Baum- und Strauchschnitt sowie sonstige Pflanzenreste. Dabei sollte das Holz möglichst trocken sein, um die Rauchentwicklung und damit entstehende Verbrennungsprodukte wie Feinstaub und Kohlenmonoxid so gering wie möglich zu halten.

Lackiertes und behandeltes Holz sind als Brennmaterial genauso verboten wie Sperrmüll, Altreifen oder Kunststoff. Das Feuer ist während des Abbrennens ständig von mindestens zwei volljährigen Personen zu beaufsichtigen, um zu verhindern, dass sich das Feuer unkontrolliert ausbreiten kann.

Mit Blick auf das nächste Jahr regt Bürgermeister Michael Esken mit Blick auf die Aspekte Umweltschutz und Nachhaltigkeit eine generelle Diskussion über die Genehmigung von Osterfeuern an. »Wir sollten darüber nachdenken, ob statt vieler privater Feuer nicht ein großes Feuer pro Ortsteil ausreicht.«

(Pressemitteilung der Stadt Verl)
Bildquelle: pexels.com/Jens Mahnke

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