24. August 2022 / Aus aller Welt

Ex-Polizistin bekennt sich im Fall Breonna Taylor schuldig

Breonna Taylors Schicksal mobilisierte die Black-Lives-Matter-Bewegung. Nun kommt heraus: Die Polizei erwirkte mit unlauteren Mitteln den Durchsuchungsbefehl, der letztendlich zu ihrem Tod führte.

Eine Kundgebung zu Ehren der getöteten Breonna Taylor.

Mehr als zwei Jahre nach dem Tod der Afroamerikanerin Breonna Taylor hat eine frühere Polizistin in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky sich vor einem Bundesgericht schuldig bekannt. Sie gab zu, an der Fälschung eines Dokuments beteiligt gewesen zu sein, auf dessen Basis der Durchsuchungsbefehl für Taylors Wohnung erwirkt worden war. Das teilte das US-Justizministerium mit. Auch gestand sie, Ermittler bezüglich des Durchsuchungsbefehls angelogen zu haben.

Breonna Taylor war im März 2020 in ihrer Wohnung von der Polizei erschossen worden. Der Name der 26-jährigen schwarzen Rettungsassistentin wurde ähnlich wie der von George Floyd zu einem Symbol der Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt.

Früheren Ermittlungen zufolge drangen mit einem Durchsuchungsbefehl ausgestattete Polizisten nachts in Taylors Wohnung ein, als sie auf ihr Klopfen keine Antwort erhielten. In der Wohnung soll Taylors Freund als Erster geschossen und einen der Beamten am Bein verletzt haben. Der Freund gab später an, dass er die Polizisten für Einbrecher gehalten habe. Die Beamten erwiderten das Feuer und trafen die unbewaffnete Breonna Taylor nach offiziellen Angaben mindestens fünf Mal.

US-Medienberichten zufolge suchten sie Taylors Ex-Freund, der nicht anwesend war. Die Ex-Polizistin gab zu, dass die Begründung für den Durchsuchungsbefehl falsch, irreführend und veraltet gewesen sei. Ihr drohen fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 250.000 US-Dollar.

Anfang des Monats war gegen vier frühere und derzeitige Polizisten Anklage auf Bundesebene erhoben worden. Drei Mitglieder der Ermittlungseinheit wurden beschuldigt, durch gefälschte Angaben für den Durchsuchungsbeschluss Taylors Bürgerrechte verletzt und letztlich ihren Tod herbeigeführt zu haben. Dem vierten Angeklagten wurden Bürgerrechtsverstöße vorgeworfen, «da er in seiner beruflichen Eigenschaft als Beamter vorsätzlich verfassungswidrig übermäßige Gewalt angewendet haben soll».


Bildnachweis: © Timothy D. Easley/AP/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Sommer im Herbst - Oktober endet mit milden Sonnentagen
Aus aller Welt

Bis zu 27 Grad - und das Ende Oktober. Dafür sorgt in diesem Jahr ein seltenes, aber nicht unbekanntes Wetter-Phänomen.

weiterlesen...
Umwelthilfe fordert Böllerverbot zu Silvester
Aus aller Welt

Wegen der Pandemie fiel die große Böllerei in den vergangenen beiden Jahren vielerorts aus. Das dürfte diesmal anders sein. Umweltschützer appellieren deshalb an Bundesinnenministerin Faeser.

weiterlesen...
Forscher wollen Tasmanischen Tiger zum Leben erwecken
Aus aller Welt

Der letzte Tasmanische Tiger starb 1936. Nun wollen Wissenschaftler den australischen Raubbeutler mittels Gentechnologie wieder zurückbringen. Sogar prominente Investoren unterstützen das Projekt.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Frau stirbt bei heftigem Unwetter auf Insel Ischia
Aus aller Welt

Es ist noch dunkel als die Feuerwehr auf der italienischen Insel Ischia wegen eines Unwetters ausrückt. Auf den Straßen liegt Geröll, es regnet in Strömen. Als es hell ist, wird das ganze Ausmaß deutlich.

weiterlesen...
Nasa-Mission «Artemis 1» stellt Entfernungsrekord auf
Aus aller Welt

Die «Orion»-Kapsel hat die bisher längste Distanz für ein für Menschen gemachtes Raumschiff zurückgelegt. Kurz vor dem Rekord war «Orion» auf die Umlaufbahn des Mondes eingeschwenkt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Frau stirbt bei heftigem Unwetter auf Insel Ischia
Aus aller Welt

Es ist noch dunkel als die Feuerwehr auf der italienischen Insel Ischia wegen eines Unwetters ausrückt. Auf den Straßen liegt Geröll, es regnet in Strömen. Als es hell ist, wird das ganze Ausmaß deutlich.

weiterlesen...
Nasa-Mission «Artemis 1» stellt Entfernungsrekord auf
Aus aller Welt

Die «Orion»-Kapsel hat die bisher längste Distanz für ein für Menschen gemachtes Raumschiff zurückgelegt. Kurz vor dem Rekord war «Orion» auf die Umlaufbahn des Mondes eingeschwenkt.

weiterlesen...